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Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)

Ob akute oder chronische Pankreatitis: Wir bieten optimale Behandlung

Eine akute (plötzlich auftretende) Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) kann rasch zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen, heilt aber bei fachgerechter Behandlung wieder vollständig aus. Die chronische (anhaltende) Pankreatitis entwickelt sich dagegen schleichend, kann aber durch wiederkehrende Entzündungsschübe die Bauchspeicheldrüse dauerhaft schädigen.

Beide Formen der Pankreatitis müssen dringend behandelt werden. In den Schön Kliniken bieten unsere Spezialisten (Gastroenterologen) modernste Diagnostikverfahren und zielgerichtete Therapieoptionen nach höchsten medizinischen Standards.


Wie häufig ist die Erkrankung?
Die Inzidenz der akuten Pankreatitis beträgt etwa fünf bis zehn Fälle pro 100.000 Personen. Am häufigsten treten akute Bauchspeicheldrüsenentzündungen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf. Dabei erkranken Frauen häufiger als Männer.

Von einer chronischen Pankreatitis sind dagegen mehr Männer als Frauen betroffen. Die jährliche Neuerkrankungsrate liegt bei 23 Fällen pro eine Million Einwohner. . Die meisten Patientinnen und Patienten sind bei Ausbruch der Krankheit zwischen 30 und 50 Jahre alt.

Ursachen & Symptome

Alkohol schadet der Bauchspeicheldrüse
Ob chronisch oder akut – bei beiden Formen der Pankreatitis spielt Alkoholkonsum häufig eine zentrale Rolle. Bei bis zu 80 Prozent der Fälle von chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung ist Alkohol die entscheidende Ursache, bei der akuten Form mit rund 35 Prozent immerhin noch die zweithäufigste. Dabei sind nicht unbedingt Alkoholexzesse oder ein sehr hoher regelmäßiger Alkoholkonsum nötig, um eine Pankreatitis zu entwickeln. Auch Mengen, die nach allgemeinem Empfinden noch als „normal“ durchgehen, können das Pankreas krank machen.

Für beide Formen der Erkrankung sind aber auch noch weitere Ursachen und Risikofaktoren bekannt.
Akute Pankreatitis: „Schuld“ sind häufig Gallensteine

In etwa 40 Prozent der Fälle einer akuten Pankreatitis sind Gallensteine (oder andere Gallenwegserkrankungen) die Ursache. Bei einem gesunden Menschen fließt das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Verdauungssekret (Pankreassaft) zusammen mit der von der Leber gebildeten Galle über einen gemeinsamen Gang in den Dünndarm. Wird dieser Weg durch Gallensteine blockiert, kommt es zu einem Rückstau. In der Folge greifen die Enzyme des Pankreassafts das Drüsengewebe an und lösen damit die Entzündungsreaktion aus.

Seltenere Ursachen und Risikofaktoren:  

  • Virusinfektionen wie Mumps, HIV, Virushepatitis
  • stark erhöhter Kalziumspiegel oder stark erhöhte Blutfettwerte
  • Vererbung (hereditäre Pankreatitis)
  • bestimmte Medikamente wie Entwässerungsmittel, Blutdrucksenker, Hormone
  • Nikotinkonsum
  • Diabetes mellitus Typ II
Chronische Pankreatitis: Weitere Ursachen und Risikofaktoren
Neben dem Alkoholkonsum können auch noch andere Faktoren das Pankreas chronisch krank machen.
  • Hereditäre Pankreatitis: Hier geht die Entzündung der Bauchspeicheldrüse auf einen Gendefekt zurück. Die Erkrankung manifestiert sich bereits im Kindesalter.
  • Mukoviszidose (zystische Fibrose): Der bei dieser genetisch bedingten Krankheit im gesamten Körper übermäßig produzierte zähe Schleim stört den Abfluss des Pankreassekrets in den Dünndarm.
  • Medikamente: Die regelmäßige Einnahme von Betablockern, Entwässerungsmitteln (Diuretika), Hormonen oder ACE-Hemmern kann das Gewebe der Bauchspeicheldrüse langfristig schädigen.
  • Auch ein Überschuss an Blutfetten (Triglyzeride) erhöht das Risiko für eine Pankreatitis, wobei die Wirkungsweise nicht genau bekannt ist.
  • Autoimmun-Pankreatitis: Der Organismus bildet Antikörper gegen die eigene Bauchspeicheldrüse. Diese seltene Form der Erkrankung kann oft mit einer einmaligen Kortisontherapie geheilt werden.
  • Nikotinkonsum als unabhängiger Faktor einer Verschlimmerung der Pankreatitis
Wie macht sich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bemerkbar?

Bereits im Anfangsstadium unterscheidet sich die akute Pankreatitis von einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Die Symptome sind daher oft ein erster wichtiger diagnostischer Hinweis.

Anzeichen einer akuten Pankreatitis
Hauptsymptome sind heftige bis unerträgliche Schmerzen im Oberbauch, die plötzlich auftreten und gürtelförmig bis in den Rücken ausstrahlen. „Schlimmer als Kinderkriegen“ – sagen betroffene Patientinnen. Die Schmerzen können tagelang anhalten. Bei Gallensteinen treten sie meist in Form von Koliken auf – sie kommen und gehen. Als mögliche weitere Anzeichen kommen hinzu:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • aufgeblähter, druckempfindlicher Bauch, Blähungen
  • Fieber
  • Gelbsucht (Ikterus) bei Gallenleiden
  • niedriger Blutdruck, Kreislaufprobleme
  • in schweren Fällen: Wasseransammlung in Bauch (Bauchwassersucht - Aszites) und Lunge (Pleuraerguss)
  • ebenfalls in schweren Fällen: Blutergüsse um den Bauchnabel herum (Cullen-Zeichen) oder seitlich an den Flanken (Grey-Turner-Zeichen)

Anzeichen der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung
Die Erkrankung manifestiert sich über einen längeren Zeitraum meist mit „nur“ mäßigen bis starken Oberbauchschmerzen während oder nach einer (fetthaltigen) Mahlzeit. Die Beschwerden können mehrere Tage lang anhalten.
In einem späteren Krankheitsstadium treten meist zusätzlich folgende Symptome auf:

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Unverträglichkeit von fetthaltigen Lebensmitteln
  • Durchfälle
  • deutlicher Gewichtsverlust
  • fettglänzender Stuhl

Diagnostik

Warum ist die Bauchspeicheldrüse so wichtig für uns?
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt unmittelbar unter dem Zwerchfell, quer hinter dem Magen vor der Wirbelsäule. Mit einer Länge von bis zu 20 Zentimetern ist sie eine unserer größten Drüsen. Sie erfüllt zwei lebenswichtige Funktionen. Zum einen produziert sie ein Sekret aus Eiweißen, das unsere Nahrung im Darm zerkleinert und aufschlüsselt. Zum anderen produziert sie die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel steuern.

Diesen zwei unterschiedlichen Funktionen entsprechend besteht das Pankreas aus zwei Arten von Gewebe. Den Hauptanteil bildet das exokrine Drüsengewebe, das den Bauchspeichel (Verdauungssaft) produziert. Als endokrines Gewebe werden die eingestreuten Zellgruppen (Langerhans-Inseln) bezeichnet, die das Insulin und das Glukagon produzieren und direkt in den Blutkreislauf abgeben.
So diagnostizieren wir eine Pankreatitis
Für eine optimale Therapieplanung ist es wichtig, eine Pankreatitis nicht nur zweifelsfrei zu erkennen, sondern auch zu unterscheiden, ob es sich dabei um eine akute oder eine chronische Entzündung handelt. Das Patientengespräch und die körperliche Untersuchung geben uns meist schon zahlreiche Hinweise. So ist ein stark aufgeblähter und dabei elastischer Bauch („Gummibauch“) ein häufiger Hinweis auf eine akute Pankreatitis. Auch die Stärke der Schmerzen ist ein wichtiger Indikator: Bei einer akuten Entzündung sind sie so heftig, dass die Betroffenen spontan ihre Beine anwinkeln, um etwas Linderung zu erfahren. Bei der körperlichen Untersuchung achten wir zudem darauf, ob sich Blutergüsse in den seitlichen Flanken und um den Bauchnabel herum gebildet haben und ob Haut und Augenweiß gelblich verfärbt sind.

In mehreren Schritten zur Diagnose
  • Bildgebende Verfahren machen Schäden sichtbar
    Die Sonografie und Endosonographie (Ultraschall vom Magen aus) sind die schnellsten Methoden, mit denen wir uns einen ersten Überblick über das Ausmaß einer möglichen Schädigung des Pankreas verschaffen können. Damit lassen sich zum Beispiel Gallensteine und krankheitsbedingte Veränderungen erkennen wie Schwellungen oder Verkalkungen, abgestorbenes Gewebe, Wasseransammlungen in Bauch und Lunge sowie Pankreaspseudozysten.  
    ​​​​​​​Da die Bauchspeicheldrüse im Bauchraum hinter anderen Organen liegt, reicht die Ultraschalluntersuchung allerdings nicht immer für einen eindeutigen Befund aus. In unklaren Fällen wird daher eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) durchgeführt.
  • Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP)
    Bei Verdacht auf durch Gallensteine oder einen Tumor verschlossene Gallenwege führen wir ggf. eine Spiegelung der Bauchspeicheldrüse durch. Das endoskopische Verfahren hat den Vorteil, dass Gallensteine sich im Rahmen der Untersuchung direkt entfernen lassen und Engstellen mithilfe eines Stents überbrückt werden können. Außerdem können mit diesem Verfahren auch Gewebeproben aus dem Gallengang entnommen werden.
  • Blutuntersuchungen
    Bei einer akuten Pankreatitis sind erhöhte Werte der Bauchspeicheldrüsenenzyme Lipase und Amylase im Blut nachweisbar. Diese Werte werden ebenso kontrolliert wie Blutzucker-, Nieren-, Leber- und Kalziumwerte. Zusätzlich messen wir Entzündungswerte wie das C‑reaktive Protein (CRP) und Procalcitonin (PCT).
  • Stuhluntersuchung
    Bei Verdacht auf eine chronische Pankreatitis ist die Messung der Elastase-Konzentration im Stuhl ein wichtiger diagnostischer Schritt. Arbeitet die Bauchspeicheldrüse nicht richtig, gelangen geringere Mengen des von ihr produzierten Enzyms in den Darm und die Elastase-Konzentration im Stuhl sinkt.
    Zusätzlich lässt sich bei der Stuhluntersuchung die Menge des Fetts und des Verdauungsenzyms Chymotrypsin messen. Eine erhöhte Fettausscheidung und eine verminderte Chymotrypsinkonzentration im Stuhl weisen ebenfalls auf eine chronische Pankreatitis hin.
Welche Komplikationen und/oder Spätfolgen können auftreten?

Bei rasch einsetzender Behandlung heilt die akute Pankreatitis in über 80 Prozent aller Fälle innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. In etwa 20 Prozent der Fälle kommt es jedoch zu teilweise ernsten Komplikationen. Der Heilungsprozess zieht sich dann oft über mehrere Wochen hin. Mögliche Komplikationen sind zum Beispiel:

  • Absterben von Teilen des Bauchspeicheldrüsengewebes (nekrotisierende Pankreatitis)
  • Wasseransammlung im Bereich der Bauchspeicheldrüse (exsudative Pankreatitis)
  • Verschlechterung bereits bestehender Erkrankungen, wie zum Beispiel einer Nierenschwäche
  • Sepsis mit Multiorganversagen

Eine chronische Pankreatitis erhöht das Risiko für folgende Komplikationen:

  • Diabetes mellitus (Typ III) als Folge der verminderten Produktion der für die Blutzuckerregulierung zuständigen Hormone Insulin und Glukagon
  • Vitaminmangelsymptome (z. B. Nachtblindheit, Gangstörungen, Knochenerweichung) als Folge der verminderten Produktion von Verdauungsenzymen
  • Bildung von Pankreaspseudozysten (abgekapselte, mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume), die Infektionen und bei starkem Größenwachstum auch Schmerzen verursachen können
  • Verkalkungen in der Bauchspeicheldrüse können einerseits die Blutgefäße abdrücken und so zu Thrombosen führen. Andererseits verengen sie – ähnlich wie Gallensteine – den Pankreasgang und stören so den Abfluss des Bauchspeichelsekrets.
  • Im fortgeschrittenen Stadium erhöht sich das Risiko eines Pankreaskarzinoms. Vor allem Menschen mit hereditärer Pankreatitis und Raucher sind gefährdet.
  • Nikotin ist ein unabhängiger Risikofaktor und verschlimmert die chronische Pankreatitis auch, wenn dem Alkohol abgeschworen wurde.