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Tinnitus (Ohrgeräusche). Tinnitus-Forum

Ergebnis 1 bis 4 von 4
  1. #1
    Registriert seit
    23.03.2012
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    Standard Ohrgeräusche nur bei Umgebungsgeräuschen

    Sehr geheehrter Herr Dr. Hoffmann,
    ich bin neu hier im Forum und möchte mich erst einmal dafür bedanken, dass es dieses von Ärzten betreute Forum gibt.

    Ich habe seit ca. 4 Wochen ein Ohrgeräusch, dass sich aber scheinbar etwas anders verhält, als der klassische Tinnitus, wie man ihn allgemein beschrieben findet.
    Ich höre, meistens im ganzen Kopf, manchmal auch mehr rechts ein Rauschen oder sehr hochfrequentes Zirpen/Fiepsen.
    Dies wird aber scheinbar durch Umgebungsgeraüsche erst hervorgeufen. Vor allem durch gleichförmige Geräusche, die ein breites Frequenzspektrum abdecken (z.B das Rauschen eine Heizlüfters, Umgebungsrauschen im Freien, Autofahren)
    In einer stillen Umgebung klingt das Ohrgeräusch dann nach einer Weile wieder fast völlig ab. Nachts habe ich dieses Rauschen dann auch nicht oder nur ganz schwach.

    Ich war schon beim HNO. Der hat die Ohren untersucht und einen Hörtest durchgeführt. Angeblich alles in Ordnung.
    Den Tinnitus auszumessen, war schon nicht möglich, da ich in der schallisolierten Kammer so gut wie kein Ohrgeräsch hatte.
    Andererseits ist es mir oft möglich, das Geräusch im Auto auch bei hohem Tempo noch zu hören.

    Ich habe vor ca. 2 Wochen 2 Infusionen an zwei aufeinander folgenden Tagen mit Kortison und einem blutverdünnenden oder gefäßerweiternden Mittel bekommen.
    Nach der ersten Infusion war das Umgebungsgeräusch-abhängige Rauschen/Zirpen für einen Tag verschwunden, kam aber am nächsten Tag leider wieder.

    Ich habe seitdem erst einmal keine Medikamente mehr genommen und es zunächst mit Ruhe, Weglassen von Alkohol, Reduktion von Koffein, Yoga und der Homöpathie versucht.
    Diese Maßnahmen scheinen das Phänomen ein wenig zu dämpfen, aber ein wirklicher Erfolg war bis jetzt nicht zu verzeichnen.


    Jetzt meine Fragen:
    1. Deutet die Tatsache, dass der Tinnitus vor allem durch Umgebungsgeräusche "angetriggert" wird, auf eine spezifische Erkrankung / Ursache hin? Welche weiteren Untersuchungen würden Sie mir empfehlen? Soll ich eventuell eine CT machen lassen?

    2. Sollte ich einen weiten Behandlungversuch mit Kortison starten? Es hat ja scheinbar mal kurzfristig Wirkung gezeigt.

    Da ich noch in derAkutphase bin, möchte ich keine Option verpassen, für die es dann eventuell zu spät sein könnte.
    Können Sie mir noch andere Empfehlungen geben.


    Mit freundlichen Grüßen
    der_papa

  2. #2
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    0

    Standard

    Sehr geehrter der_papa,

    vielen Dank für Ihren ausführlichen Beitrag.

    Wie Sie selber sehen ist Tinnitus als Krankheit äußerst komplex und läßt sich "aus der Ferne" schlecht beurteilen.

    ad 1) Wenn überhaupt, macht ein MRT Sinn um ein Akustikusneurinom auszuschließen.

    ad 2) Eine Medikamentenempfehlung ist mir ohne eine Untersuchung / Befundung nicht möglich.

    Gerne bieten wir Ihnen unsere ein tages Intensivdiagnostik an.

    Tel.: 05691 6238 3399 Frau Trost

    Gruß aus Bad Arolsen.
    Dr. Olaf Hoffmann
    Oberarzt
    Facharzt für HNO-Heilkunde
    Ärztlicher Leiter des Hör- und Gleichgewichtsinstitutes
    ---------------
    Tinnitus-Klinik
    Schön Klinik Bad Arolsen

  3. #3
    Registriert seit
    23.03.2012
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    0

    Standard Gekoppelte Nervenzellen?

    Hallo Herr Dr. Hoffmann,
    danke für Ihre Antwort. Ich bin in der Zwischenzeit noch einmal bei einem anderen HNO gewesen, der mehr auf Tinnitus spezialisiert ist. Es gibt bei mir keine Anzeichen für eine Schädigung des Ohres. Das Audiogramm ist perfekt.
    Das Antriggern meines Ohrgeräusches durch andere Geräusche kann mir aber niemand erklären.

    Ich habe mich selbst mal ein wenig in die Materie hineingelesen und mir folgende Theorie zurechtgelegt.

    (Chronischer?) Tinnitus wird offenbar durch ein fehlerhaftes Verschalten bzw. Synchronisieren von Nervenzellen im Gehirn hervorgerufen. Dabei sind wohl verschiedene Nervenzellen für unterschiedliche Frequenzen zuständig.

    Bei mir provozieren gewisse Frequenzen oder ein breitbandiges Rauschen augenblicklich ein sehr hochfrequentes Fiepsen, das sich in ruhiger Umgebung dann meistens wieder fast ganz beruhigt.

    Könnte es nicht sein, dass sich bei mir aus irgend einem Grunde die Nervenzellen, die für sehr hohe Frequenzen zuständig sind, mit Nervenzellen für andere Frequenzen gekoppelt haben und jetzt immer mit aktiv werden, wenn die entsprechenden niedrigeren Fequenzen gehört werden? Das würde doch das "überlagerte" hochfrequente Fiepsen gut erklären.

    Ich weiß, Sie können aus der Ferne, keine Diagnose stellen, aber ich würde gerne mal Ihre Meinung zu dieser Idee hören.


    Mit freundliche Grüßen
    der_papa

  4. #4
    Registriert seit
    08.12.2010
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    0

    Standard

    Sehr geehrter der_papa,

    vielen Dank für Ihren Beitrag.

    Wie gesagt sind "Ferndiagnosen" nicht möglich, generell läßt sich aber sagen, je mehr man sich mit dem Problem beschäftigt, desto schlimmer wird es.

    Tinnitus (Ohrgeräusche) hat jeder, Herschlag und Blutrauschen als sogenannter objektiver Tinnitus werden in der Regel aber nicht wargenommen und herausgefiltert.

    Subjektiver Tinnitus, wie bei Ihnen, wird eigentlich auch herausgefiltert, da es sich um ein unwichtiges Signal handelt.

    Die Frage ist eher was ist passiert, daß er nicht mehr herausgefiltert wird? Streßbelastung, etc.?

    Gruß aus Bad Arolsen.
    Dr. Olaf Hoffmann
    Oberarzt
    Facharzt für HNO-Heilkunde
    Ärztlicher Leiter des Hör- und Gleichgewichtsinstitutes
    ---------------
    Tinnitus-Klinik
    Schön Klinik Bad Arolsen

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