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052 Innere Medizin //

Pneumologie

0521 Rehabilitation vor Lungentransplantation


Erfolg: teilweise Verzicht auf Transplantation möglich Dabei sollen die Patienten nach Möglichkeit mit einem optimierten Einsatz aller konservativ verfügbaren Behandlungsansätze eine Stabilisierung oder sogar eine Besserung des Zustandes erreichen. In Einzelfällen konnten so Transplantationen aufgeschoben oder es konnte – wegen der erzielten Besserung des Zustandes – sogar ganz auf eine Transplantation verzichtet werden.

Optimale Vorbereitung auf Lungentransplantationen Die Vorbereitung auf eine Lungentransplantation stellt nicht nur medizinisch eine wohl einzigartige Herausforderung dar. Im Klinikum Berchtesgadener Land ist diese spezielle Behandlung schwerstkranker Patienten seit sechs Jahren ein beispielloser Therapieschwerpunkt. In Kooperation mit den größten deutschen Lungentransplantationszentren werden Patienten unter Berücksichtigung der individuellen Befunde und Möglichkeiten intensiv trainiert.

TAB 1 // TAB 2 > Deutliche Verbesserung beim 6-Minuten-Geh-Test Ein international anerkanntes Verfahren zur Messung von Therapieerfolgen ist der 6-Minuten-Geh-Test (6-Minute-Walking-Distance, 6-MWD). Dieser Test misst die körperliche Leistungsfähigkeit anhand der in sechs Minuten maximal zurückgelegten Gehstrecke in Metern. Der Korridor soll dabei mindestens 33 Meter lang sein. Die Ergebnisse der Messungen nach der Therapie zeigen dabei deutlich längere Wegstrecken. Dies weist wiederum auf eine erheblich verbesserte Lungenfunktion hin. Auch die körperliche und psychische Verfassung, die vor und nach der Therapie mittels Fragebogen ermittelt wird, belegt die Fortschritte, die der einzelne Patient macht.

Für langfristig erfolgreiche Transplantationen Im Laufe ihres Aufenthaltes im Klinikum Berchtesgadener Land lernen die Patienten, sich auf ein Leben mit der neuen Lunge einzustellen. Auf diese Weise können auch die aussichtsreichsten Kandidaten für eine langfristig erfolgreiche Transplantation ermittelt werden. Wegen des Spendermangels ein wichtiger Punkt in der gesamten Behandlungskette: Einige Transplantationszentren machen inzwischen die Aufnahme in die Warteliste vom Effekt dieser Rekonditionierung vor der Operation abhängig, um die Erfolgsquote bei den Transplantationen so hoch wie möglich zu erhalten

Gemeinsam besser im Pneumonetzwerk An der Behandlung schwerer Lungenkrankheiten sind verschiedene Spezialisten beteiligt. Damit der Patient nicht noch zusätzlich zu seiner Erkrankung, durch den Ortswechsel und die Gewöhnung an neue Ansprechpartner belastet wird, haben sich verschiedene Kliniken und Fachärzte zum Pneumologischen Netzwerk Südbayern zusammengeschlossen. Das Ziel: eine enge Zusammenarbeit, um wichtige Informationen bei Überweisungen und Einweisungen ohne Zeit- und Reibungsverlust stets vor Ort zu haben. Die beteiligten Kliniken und Fachärzte haben sich zu einem gemeinsamen Qualitätsmanagement und ärztlicher Qualitätssicherung verpflichtet.

* 6MWD = 6-Minute-Walking-Distanc


0522 Rehabilitation vor Lungentransplantation


Europaweit führend, weltweit Angesehen Inzwischen wurden bereits mehr als 500 Menschen mit Spenderlunge nach der Operation behandelt. Der Vergleich mit internationalen Daten über die Verbesserung der Lungenleistungsfähigkeit in der Rehabilitation vor und nach Lungentransplantation belegt die internationale Führungsrolle des Klinikums Berchtesgadener Land bei dieser Spezialtherapie eindrucksvoll. Die Zwischenauswertung der dabei erzielten Verbesserung von Leistung und Lebensqualität wurde beim letztjährigen Kongress der Europäischen Gesellschaft für Pneumologie als vorbildlich präsentiert

TAB 1 // TAB 2 > Jeder zweite wird in Berchtesgaden wieder fit gemacht Nahezu die Hälfte aller Patienten, die in Deutschland eine neue Lunge erhalten, werden im Klinikum Berchtesgadener Land nach der Operation weiterbehandelt.
Leben lernen mit der neuen Lunge Das Therapieziel: Der operativ erwirkten Verbesserung der Atemleistung soll auch eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit folgen. Der Anspruch der Patienten, nach der Transplantation wieder frei atmen zu können, wurde durch die zusätzliche Leistungsverbesserung noch übertroffen. Sowohl die Gehfähigkeit, gemessen am 6-Minuten-Geh-Test, als auch die Lebensqualität (SF-36) haben sich deutlich verbessert.
Die Wirksamkeit der Therapie beruht auf ihrem breiten Ansatz, der medizinische, sporttherapeutische, psychologische und alltagsrelevante Aspekte abdeckt und damit in der Gesamtheit die Lebensqualität der Operierten entscheidend verbessern kann.

* 6MWD = 6-Minute-Walking-Distan


0523 Vocal Cord Dysfunction


Unnötiges Leid, langes Leid Die VCD zieht, solange sie nicht erkannt oder falsch behandelt wird, eine oft jahrelange Leidensgeschichte für die Betroffenen nach sich: Anfälle von Atemnot, Angst sowie die letztlich wirkungslosen Medikamente mit teilweise erheblichen Nebenwirkungen (z.B. Kortison) können das Leben zur Qual machen.
Gesundheitsökonomisch betrachtet stellt die VCD ein sehr teures Krankheitsbild dar: Vermeidbare Notarzteinsätze, Krankenhausbehandlungen und Kosten zur Behandlung von Folgeschäden können enorme fi nanzielle Mittel verschlingen. Die richtige Diagnose führt schnell zu einer erheblichen Verbesserung bzw. Beruhigung des Verlaufs. Sie ist allerdings vergleichsweise aufwendig und schwierig durchzuführen. Im Laufe der anschließenden Therapie lernt der Patient, die Atemnotattacken zu beherrschen.

Spezialdiagnose und -Therapie aus Schönau Im gesamten deutschsprachigen Raum gilt die Abteilung für Pneumologie des Klinikums Berchtesgadener Land als das Referenzzentrum für die Vocal Cord Dysfunction. Selbst von Universitätskliniken erfolgen direkte Zuweisungen zur Diagnostik und Therapie.

VCD: schwer diagnostizierbar, oft falsch behandelt Eine Fehlfunktion der Stimmbänder (Vocal Cord Dysfunction, VCD) führt in bestimmten Situationen (z.B. bei Stress) bei betroffenen Patienten dazu, dass sich die Stimmbänder vollständig schließen. Die daraus resultierende Atemnot ist von der bei Asthma bronchiale kaum zu unterscheiden und wird deshalb oft damit verwechselt. Die Folge: falsche therapeutische Behandlung.

TAB 1 > Vielzahl unerkannter Fälle Aufgrund der Erfahrung schätzt die Leitung der Abteilung für Pneumologie am Klinikum Berchtesgadener Land, dass etwa 5 % der vermeintlichen „Asthmatiker“ eigentlich unter der Fehlfunktion der Stimmbänder leiden. Das wären deutschlandweit etwa 250.000 Betroffene.