01 Patientenzufriedenheit //
Der Smile-Faktor
Sicherheitssystem aus der
Luftfahrt
Mit dem Critical Incident
Reporting System (CIRS) haben
die Schön Kliniken ein Fehlerberichtssystem
eingeführt, das
sich bereits in der Luftfahrt
bewährt hat. Im Rahmen dieses
Systems können Mitarbeiter
kritische Ereignisse oder Fehler,
die beinahe zu Schäden geführt
hätten, anonym melden. Durch
die Anonymität ist sichergestellt,
dass der Mitarbeiter
sich auch dann meldet, wenn
er selbst Konsequenzen befürchten
müsste. Auf diese
Weise hilft CIRS, Schwachstellen
in den Arbeitsabläufen
zu entdecken, bevor größere
Probleme entstehen. CIRS wird
deshalb vom Aktionsbündnis
für Patientensicherheit e. V. zur
Einführung in allen Krankenhäusern
empfohlen.
Bei allen Beschwerden
optimal versorgt.
Auch wenn 100%ige Perfektion
bei allen Leistungen unser Ziel
ist: Nicht immer klappt alles so,
wie wir und unsere Patienten
uns das jeweils vorstellen.
Neben unserem internen Vorschlagswesen,
mit dem Mitarbeiter
auf verbesserungswürdige
Schwachstellen in der
Organisation hinweisen, sind
wir auch auf kritische Rückmeldungen
unserer Patienten
angewiesen. Unser Beschwerdemanagement
funktioniert zweigleisig:
Die Patienten finden
sowohl in der einzelnen Klinik
als auch in unserer Zentrale
einen Ansprechpartner, der sich
dann umgehend um die Lösung
ihrer individuellen Anliegen
kümmert. Die Beschwerde wird
außerdem später im Team eingehend
analysiert. Dabei ermitteln
die betroffenen Mitarbeiter
die eigentliche Ursache der
Beschwerde und wie sich solche
Probleme in Zukunft vermeiden
lassen.
Die Patientenzufriedenheit stellt das naheliegendste Kriterium zur Qualitätsbeurteilung einer Klinik dar. Denn wer könnte besser den Erfolg der medizinischen Behandlung, die Freundlichkeit der Klinikmitarbeiter oder das Essen beurteilen als der Betroffene selbst? Auch wenn der Patient aus seinem Blickwinkel nicht alle Faktoren überblickt, die Qualität ausmachen, ist die Patientenzufriedenheit ein guter Gradmesser für den allgemeinen Qualitätsstandard eines Krankenhauses oder einer Klinik.
Heilen mit weichen Faktoren In die Patientenzufriedenheit fließen auch Faktoren ein, die mit der messbaren medizinischen Qualität einer Klinik scheinbar nichts zu tun haben, sich aber dennoch auf den Heilungsprozess auswirken. Diese sogenannten „weichen Faktoren“ können zum Beispiel die Freundlichkeit der Klinikmitarbeiter oder die Qualität des Essens sein. Mit Fragen nach solchen Faktoren ermittelt die Klinik also nicht nur oberfl ächlich, wie „beliebt“ sie bei den Patienten ist, sondern echte Erfolgskriterien.
Ihre Meinung ist es, die zählt Seit zehn Jahren erheben die Schön Kliniken die Einschätzung ihrer Patienten. Dazu erhält jeder Patient vor der Entlassung einen Fragebogen, der anonym ausgefüllt werden kann. Im Jahr 2006 haben sich allein 25.000 Patientinnen und Patienten zu Fragen der Servicequalität, der Freundlichkeit des Personals, zur medizinischen Beratung, dem Therapieerfolg, der Verbesserung des allgemeinen Wohlbefi ndens oder der Qualität des Essens geäußert.
Zufriedenheit insgesamt auf sehr hohem Niveau Nahezu alle Schön Kliniken übertrafen mit ihren Ergebnissen in den einzelnen Kategorien den deutschlandweiten Referenzwert von 80 % deutlich. Auch das Ziel von 92 %, das sich das Schön Qualitätsmanagement als Ziel gesetzt hat, konnte in den allermeisten Fällen – teilweise deutlich – übertroffen werden. Bei den wenigen Kliniken, die in einzelnen Kategorien den Branchenreferenzwert unterschritten, analysierten die Betroffenen umgehend zusammen mit dem Qualitätsmanagement und unter Einbeziehung der Patienten das Problem. Und leiteten dann Gegenmaßnahmen ein, die sich teilweise sofort in den neuen Zufriedenheitswerten positiv bemerkbar machten.
TAB 2 > Sehr gut wurde die Unterstützung der Patienten durch die Mitarbeiter an der Rezeption bewertet.
TAB 1 > Mit Werten von 87,4 % bis 97,3 % gab es zwar Unterschiede zwischen den einzelnen Schön Kliniken, dennoch war die überwiegende Mehrheit der Patienten mit den Leistungen des Patientenservice sehr zufrieden.
TAB 4 // TAB 5 > Hervorragende Werte gab es für die Betreuung durch das Personal, wobei sich hier bereits deutliche Schwankungen zeigten, die ebenso bei der Betreuung durch die Ärzte zu erkennen sind.
TAB 3 > Einheitlich sehr zufrieden waren die Patienten auch mit der Freundlichkeit der Mitarbeiter.
TAB 6 > In nahezu allen Häusern der Schön Kliniken konnte bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten das allgemeine körperliche und seelische Wohlbefinden durch den Klinikaufenthalt verbessert werden.
TAB 4 // TAB 5 > Hervorragende Werte gab es für die Betreuung durch das Personal, wobei sich hier bereits deutliche Schwankungen zeigten, die ebenso bei der Betreuung durch die Ärzte zu erkennen sind.
TAB 8 > Abweichungen bei Teilaspekten
Die Schwankungen bei den unterschiedlichen
Punkten werden einerseits durch
tatsächliche Qualitätsdifferenzen, andererseits
aber auch durch unterschiedliche
Ansprüche und Erwartungshaltungen der
Patienten beeinflusst. Bei der vor allem
für die Ärzte relevanten Frage, inwieweit
das Therapieziel erreicht wurde, konnten
die Schön Kliniken hervorragende Werte
erzielen, die weit über dem Referenzbereich
liegen. Hier gab es nur einen „Ausreißer“,
der eine ganze Reihe von Analysen
und Maßnahmen auslöste:
Spürbare Veränderungen für
Patienten in Bad Bramstedt Bei
der Patientenzufriedenheit unterschritt
die Klinik in Bad Bramstedt 2006 in einigen
Kategorien den Referenzbereich. Aufgrund
der oft sehr komplexen medizinischen und
psychologischen Hintergründe und Zusammenhänge
einerseits und aufgrund des
Schweregrads der Erkrankungen andererseits
ließ sich dies durchaus erklären. Trotzdem:
Auch wenn die Weiterempfehlungsrate
und damit die Gesamtbewertung in
Ordnung war, musste etwas verbessert
werden. Und zwar auf breiter Front.
Die ärztliche Betreuung, die Patienten in
Bad Bramstedt schlechter beurteilten als
in anderen Schön Kliniken, wurde systematisch
in Angriff genommen. Zum Beispiel
durch bessere Aufklärung bereits im Vorgespräch,
engere Zusammenarbeit mit den
Konsiliarärzten oder dadurch, dass die Patienten
dazu angeregt wurden, bei Problemen
direkt auf die Ärzte und Therapeuten
zuzugehen. Zusätzlich versuchten die Therapeuten
zusammen mit den Patienten,
sich auf maximal zwei Problembereiche
und dabei möglichst konkrete und erreichbare
Ziele zu konzentrieren. Die Therapieziele
wurden nun außerdem von den Patienten
wöchentlich beurteilt. Durch eine
unmittelbare Analyse konnte Frustration
über nicht erreichte Ziele vermieden und es
konnten gleichzeitig kleinere Erfolge gefeiert
werden.
TAB 7 > Bei der Qualität des Essens zeigten sich
teilweise erhebliche Unterschiede. Für das
Management ein deutliches Signal, Veränderungen
einzuleiten.
23 Prozent mehr „Guten Appetit“
im Klinikum Berchtesgadener Land Auch wenn sich die Qualität der Speisen auf
die Gesamtbeurteilung der Klinik durch den
Patienten kaum auswirkt, so spielt sie im
Klinikalltag eine wichtige Rolle. Die Verantwortlichen
im Klinikum Berchtesgadener
Land haben die vergleichsweise schlechte
Bewertung sehr ernst genommen.
Eine detaillierte Analyse durch die betroffenen
Klinikmitarbeiter sowie eine Begutachtung
durch einen externen Küchenleiter
brachte verschiedene Schwachstellen zu
Tage. Auf Basis dieser „Diagnose“ wurden
die Abläufe in der Küche besser organisiert
und auf die Zeiten der Essensausgabe ausgerichtet.
Die Straffung der Menüauswahl
von drei auf zwei Varianten erlaubte es, die
dadurch freigewordenen Mittel für hochwertigere
Waren einzusetzen. Durch die
Einführung eines Wochenspeiseplans wurde
darüber hinaus die „Informationspolitik“
zwischen Küche und Patient verbessert.
Diese und viele andere Einzelmaßnahmen
haben letztlich geholfen, die Patientenzufriedenheit
im Bereich Essen von 60 %
(August 2006) auf 83 % (März 2007) zu
steigern.
TAB 9 > Abschliessendes Urteil: Sehr Empfehlenswert Entscheidend für die Gesamtzufriedenheit ist die Weiterempfehlungsfrage, bei der der Patient Bilanz zieht. Trotz kleinerer Schwächen würden durchschnittlich über 96 % aller Patienten die jeweilige Schön Klinik weiterempfehlen. Selbst das „schlechteste“ Ergebnis betrug immer noch 92,8 % und lag damit deutlich über dem Referenzbereich (80 %).

AUF DEM PRÜFSTAND




