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043 Neurologie //

Neuropädiatrie

0431 Epilepsie


Das Aufgabengebiet der „Klinik für Neuropädiatrie, Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche“ im Behandlungszentrum Vogtareuth umfasst die Diagnostik und Therapie aller neurologischen Erkrankungen vom Säuglings- bis zum jungen Erwachsenenalter. Die Ursachensuche für Lern- und Gedächtnisstörungen, die Diagnostik und Therapie von Epilepsien, die Therapie von Bewegungsstörungen, Schädel- Hirn-Verletzungen und Querschnittslähmungen macht einen Großteil der Aufgaben in der Klinik aus. Durch das breite Behandlungsspektrum und die hohe Anzahl der Fälle ist sie heute eine weltweit anerkannte Einrichtung.

Epilepsie: Sturm im Nervensystem Epilepsie kann als angeborene Krankheit, als Folge von Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt oder durch Schädigungen nach Infektionen und Unfällen auftreten. Durch diese Krankheit kann die Entwicklung eines Kindes erheblich gestört werden.

TAB 2 > Differenzierte Betrachtung: Entwicklung der anfallsfreien Kinder Auffallend gut fällt die Beurteilung des Gesamtzustands der Kinder aus, die nach dem chirurgischen Eingriff ohne weitere Anfälle blieben. Insbesondere die Konzentrationsund Lernfähigkeit stieg laut Beurteilung der Eltern erheblich an.

TAB 1 > Geringere Stärke der Anfälle nach Therapie In einem Fragebogen zur Anfallsituation und Lebensqualität wurden Eltern vor und nach der Behandlung ihres Kindes befragt. Dabei ging es darum, die Veränderung der Lebenssituation und der Lebensqualität durch die Therapie zu ermitteln. Außerdem sollten die Betreuung der Kinder und die Beratung der Eltern verbessert werden. Ein weiteres Ziel war die Überprüfung der Behandlungsqualität. Selbst 83 % der Eltern von Kindern mit Anfällen zeigten sich zufrieden darüber, dass die Anfälle nicht mehr so schwer verliefen.
Gehirnoperation in Einzelfällen sinnvoll Die sogenannte „fokale Epilepsie“ tritt nur an klar eingrenzbaren Stellen im Gehirn auf. Am Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche werden jährlich etwa 30 bis 40 solcher Operationen am Gehirn durchgeführt. Dabei wird die Gehirnregion entfernt, die für das Auslösen der Anfälle verantwortlich ist. Das Ziel: die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu mindern oder sie ganz zu stoppen.

TAB 4 > Chance für mentale Entwicklung Gerade bei Kindern und Jugendlichen verbindet sich mit einem epilepsiechirurgischen Eingriff auch die Hoffnung auf eine Verbesserung der mentalen Entwicklung. Diese ist vor allem bei den Kindern hoch gefährdet, deren Epilepsie schon in den ersten Lebensjahren begonnen hat.
Grundsätzlich wird jeder Patient vor und nach einer Operation entwicklungspsychologisch untersucht. Dazu dient bei den jungen Kindern u.a. ein international angewandter Entwicklungstest – Bayley Scales of Infant Development. Die Ergebnisse dieses Tests zeigen das mentale Entwicklungsalter und die Entwicklungsgeschwindigkeit eines Kindes an.
Kinder, die bereits in ihren ersten Lebensjahren unter Anfällen zu leiden hatten und vor der Operation mit den Bayley Scales untersucht werden konnten, erreichten durchschnittlich 42 % der Entwicklungsgeschwindigkeit gesunder Kinder gleichen Alters. Als dieselben Kinder im Jahr 2006 von uns nachuntersucht wurden, war ihre durchschnittliche Entwicklungsgeschwindigkeit binnen eines halben bzw. eines Jahres nach der Operation auf 81 % angestiegen. Das heißt, durch die erzielte Anfallsfreiheit konnte sich die Entwicklungsgeschwindigkeit dieser mental hoch gefährdeten Kinder nahezu verdoppeln.

TAB 3 > Auch Kinder mit Anfällen entwickeln sich positiv Betrachtet man ausschließlich die Kinder, die nach dem neurochirurgischen Eingriff nicht ganz anfallsfrei geworden sind, so erkennt man auch hier insgesamt eine Verbesserung. Vor allem die Stimmung und das Verhalten beurteilte ein Großteil der Eltern nach der Operation positiv.