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064 Chirurgie //

Gefäßchirurgie

0641 Allg. Arteriosklerotische Gefäßerkrankungen


Behandlungsmöglichkeiten: Umleitungen, Erweiterungen, Stützkonstruktionen Bei der Behandlung von Gefäßkrankheiten unterscheidet man zwischen zwei Methoden: Beim interventionellen- radiologischen Eingriff werden „Stützen“ für die Öffnung der Arterien eingeführt: Dies erfolgt mit Hilfe eines dünnen Schlauchs, der durch die Leistenarterie bis zum verschlossenen Gefäß geschoben wird. Die Arterien werden zunächst durch kleine Ballons gedehnt. Ein feines, röhrenförmiges Drahtgerüst (Stent) wird implantiert und dient als Gefäßstütze.
Beim operativen Eingriff wird die innere Halsschlagader (Carotis) durch Ausschälung von Ablagerungen befreit. Durch das Einnähen eines schmalen Kunststoffstreifens beseitigt der Gefäßchirurg zusätzlich das Strömungshindernis (Carotis TEA). Die verschlossene Arterie kann auch mit einem Bypass umgangen werden. Für diese „Umleitung“ entnehmen die Chirurgen dem Patienten an anderer Stelle eine Vene und setzen sie an der betroffenen Arterie wieder an.

Stau in der Blutbahn Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: In der Bundesrepublik stirbt jeder Zweite an den Folgen eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls. Bei beiden Erkrankungen verschließen sich die Arterien durch Kalk und andere Stoffwechselabfallprodukte. Jeder fünfte Bundesbürger über 65 Jahre leidet an dieser sogenannten Arteriosklerose, die zu Durchblutungsstörungen führt. Bei 95 % der Patienten führt diese Krankheit innerhalb von zehn Jahren zum Tod. Von den 250.000 Schlaganfallpatienten pro Jahr überleben nur 150.000. Davon werden über zwei Drittel Pfl egefälle.

Auch Online mit Rat und Tat zur Stelle Patientenaufklärung ist für den Chefarzt der Klinik für operative und interventionelle Gefäßchirurgie am Behandlungszentrum Vogtareuth deutlich mehr als ein zehnminütiges Gespräch am Tag vor der Operation. Auf einer viel besuchten Website (www.medizinforum.de) beantwortet er auch in seiner Freizeit umfassend Fragen, erklärt ausführlich Hintergründe und klärt Missverständnisse rund um das Thema Gefäße auf.

TAB 1 // TAB 2 > Nach dem Eingriff: Wundinfektionen unter Kontrolle In Einzelfällen können Wundinfektionen als Komplikation auftreten. Sie beruhen meist auf einer nicht lückenlosen Hygiene. Die möglichen Folgen: ein subjektives Krankheitsgefühl, ein verlängerter stationärer Aufenthalt, eine verzögerte Erholung und eine verlängerte Arbeitsunfähigkeit. Da alle Wundinfektionen kontinuierlich dem Nationalen Referenzzentrum für Krankenhaushygiene gemeldet und dort ausgewertet werden, verfügen die Schön Kliniken über sehr gute Vergleichsmöglichkeiten. So lag die Infektionsrate bei Bypass-Operationen im Behandlungszentrum Vogtareuth bei 0,77 %, also weit unter dem NRZ-Höchstwert von 2,88 %. Wundinfektionen bei Carotis TEA sind bisher überhaupt nicht aufgetreten.

* Nationales Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen


0642 Arterielle Verschlusserkrankungen / 0643 Carotisrekonstruktion

TAB 1 > Behandlung peripherer arterieller Verschlusskrankheit mit sehr hoher Erfolgsquote Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist eine krankhafte Verengung der Arterien an Armen und Beinen. Zur Messung der Behandlungsergebnisse wird der Knöchel-Arm-Index (engl. Ankle Brachial Index, ABI) verwendet, der den Blutdruck an Arm- und Knöchelarterien zueinander in Bezug setzt. Je weiter der ABI sich unter dem Wert 1 befi ndet, desto höher ist der Blutdruck in den Beinen im Vergleich zu den Armen. Dieser Unterschied weist auf einen schlechten Zustand der Gefäße hin. Und auf ein erhöhtes Risikio für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Ein niedriger ABI kann sich z.B. in der „Schaufensterkrankheit“ äußern. Dabei muss der Patient aufgrund von Wadenschmerzen so lange stehen bleiben, bis die Wadenmuskulatur wieder ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und der Schmerz dadurch nachlässt. Eine Verbesserung dieses Indexes durch die beschriebenen operativen Maßnahmen ist das Ziel der Gefäßchirurgen des Behandlungszentrums Vogtareuth. Der Vergleich zwischen den routinemäßig erhobenen ABIs vor und nach den chirurgischen Eingriffen zeigte eine deutliche Besserung dieses aussagekräftigen Indexes.

TAB 2 // TAB 3 > Kaum Komplikationen nach Eingriffen an der Halsschlagader Die operative Entfernung von arteriosklerotischen Belägen aus der inneren Halsschlagader (Carotisrekonstruktion) kann eine Nachblutung mit lebensbedrohlichen Folgen nach sich ziehen. Durch eine entstehende Schwellung des Blutergusses wird in Einzelfällen die Luftröhre zusammengepresst. Um notfalls eingreifen zu können, kommen die Carotis-Patienten im Behandlungszentrum Vogtareuth nach der Operation zur Überwachung auf die Intensivstation. Die Nachblutungsquote war mit 1,4 % im Behandlungszentrum Vogtareuth vergleichsweise gering. Schlaganfälle oder gar Todesfälle in der Zeit um die Operation kamen im Behandlungszentrum Vogtareuth bisher nicht vor.

* BQS = Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung
** American Heart Assoziation und European Stroke Initiative