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033 Psychosomatik //

Essstörung


Hungern und Essen gegen den eigenen Körper Patienten mit anorektischen (Magersucht) und bulimischen (Ess-Brech- Sucht) Essstörungen leiden unter einem verzerrten Körperbewusstsein. Sie empfi nden sich grundsätzlich als übergewichtig. Durch exzessiven Sport, Erbrechen oder Vermeidung von bestimmten Lebensmitteln versuchen sie zwanghaft ihren Körper zu kontrollieren, um damit ein „Idealbild“ zu erreichen. Das Hauptziel der Therapie besteht darin, das Essverhalten des Patienten nachhaltig zu normalisieren. Dies gelingt z.B. dadurch, dass das Selbstwertgefühl unabhängig von Figur und Gewicht gesteigert sowie die Fähigkeit mit Problemen umzugehen verbessert wird. Außerdem lernt der Patient, die Signale des eigenen Körpers wie Hunger oder Sättigung wieder richtig wahrzunehmen.

> TAB 1 // TAB 2 Umfassendes Interview belegt erfolgreiche Therapie Die Qualität der Therapie von Essstörungen wird mit einer gekürzten Fassung des Strukturierten Interviews für Anorektische und Bulimische Essstörungen (SIAB-S) gemessen. In dieser Befragung des Patienten wird nicht nur ermittelt, wie sich die Essstörung äußert, sondern es werden auch mögliche Einfl ussfaktoren wie Partnerschaft, soziales Umfeld, Sexualität oder psychische Probleme beleuchtet. Zurzeit liegen die Messdaten nur für die Klinik Roseneck vor. Im nächsten Qualitätsbericht können dann Vergleiche mit anderen Schön Kliniken gezogen werden. Die Zahlen der Klinik Roseneck zeigten eine deutliche Verbesserung der Mittelwerte zwischen Aufnahme und Entlassung. Dass die gewählten Therapien offensichtlich erfolgreich waren, belegte der große Effekt der Behandlung.

TAB 4 > Gute bis sehr gute Erfolge mit den gewählten Therapien Ein Blick auf den Effekt der Behandlungen belegt die große Erfahrung der Schön Kliniken im Bereich der Psychosomatik. Vier von fünf Kliniken konnten mit ihren Therapien sehr gute Erfolge vorweisen, was sich in den hohen Effektstärken widerspiegelt.

TAB 3 > Deutliche Abnahme der psychischen Belastungen Mit der Symptom Checklist (SCL-90-R) werden Beeinträchtigungen durch körperliche und psychische Symptome aus Sicht des Patienten erfasst. Der Globalwert GSI, der in der Grafi k dargestellt wird, gibt dabei Auskunft über die grundsätzlichen psychischen Belastungen des Patienten. Bei den meisten Kliniken fi elen die Werte in den unauffälligen Bereich, den auch Gesunde erreichen.

Online gegen Rückfälle Um die Rückfallquote bei Magersucht (Anorexia nervosa) zu verringern und damit eine Lücke zwischen stationärer Behandlung und ambulanter Nachbetreuung zu schließen, nutzt das Klinikum Berchtesgadener Land neue Medien wie Internet, E-Mail und SMS. Auf diese Weise sollen Therapiefortschritte im Alltag gefestigt und weiter ausgebaut werden. Das Programm wird als Pilotprojekt vom Bundesforschungsministerium gefördert. Ehemalige Patienten haben nach ihrem stationären Aufenthalt die Möglichkeit, sich für zwölf Wochen bei der Chatgruppe anzumelden und einmal wöchentlich zwei Stunden lang den Austausch mit maximal zehn weiteren Betroffenen zu nutzen. Ein Therapeut des Klinikums Berchtesgadener Land moderiert und berät die Teilnehmer des Chats während dieser Zeit. Sollten sich bei einzelnen Teilnehmern Notfall- oder Krisensituationen aufzeigen, hat er die Möglichkeit, sofort unterstützend einzugreifen

* Strukturiertes Interview für Anorektische und Bulimische Essstörungen
** Symptom Checklist