032 Psychosomatik //
Angststörung
Wie man Briefen Beine macht Der Entlassungsbrief, den die Klinik am Ende eines jeden stationären Aufenthaltes erstellt, enthält wichtige Informationen für den weiterbehandelnden Arzt. Damit der Patient auch nach seiner Entlassung eine lückenlose Behandlung erfährt, ist eine pünktliche Zustellung dieses Briefes sehr wichtig. In der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt vergingen im Jahr 2004 zwischen dem Zeitpunkt der Entlassung und dem Versand des Arztbriefes zwölf Tage. Optimal wäre eine Laufzeit von 0 Tagen, d.h., am Entlassungstag des Patienten erhält der nachbehandelnde Arzt den Bericht der Klinik. Eine gründliche und systematische Analyse des Prozesses durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten verdeutlichte die Schwachstellen und eröffnete Optimierungsmöglichkeiten. Bereits 2006 konnten die Briefl aufzeiten auf 6,5 Tage verkürzt werden, sodass in naher Zukunft der optimale Zielwert „0 Tage“ erreicht sein wird.
Angst – von lebensnotwendig bis lebensbestimmend Angst ist grundsätzlich ein wichtiges Gefühl, das vor Gefahren warnt oder zu Höchstleistungen anspornt. Es gibt aber Angsterkrankungen, die das Leben bestimmen und es in der Qualität stark einschränken. Panikattacken und Vermeidungsverhalten führen dabei häufi g zum Verlust des Selbstvertrauens, zu sozialer Isolierung und zusätzlichen psychischen Störungen wie Depressionen. Manchmal tritt Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit sowie ein erhöhtes Selbsttötungsrisiko begleitend auf. Man geht davon aus, dass etwa 10 % der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens unter behandlungsbedürftigen Angststörungen leiden. Im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung, die für dieses Krankheitsbild als Königsweg der Therapie gilt, hat sich die Verhaltenstherapie als besonders wirksam erwiesen. Der Patient wird dabei mit seinen Angstsituationen bewusst konfrontiert und lernt, seine Gefühle zu hinterfragen. Auf diese Weise soll sich die Einstellung des Patienten zu seinen Ängsten und schließlich auch sein Verhalten ändern.
TAB 2 > Überwiegend grosse Effekte bei der Behandlung Bei der Betrachtung der Effekte der Behandlung auf den Gesamtzustand der Patienten zeigten zwei Kliniken hervorragende, eine Klinik noch gute Ergebnisse. Das Klinikum Staffelstein konnte bei diesem Vergleich aufgrund zu geringer Fallzahlen keine Effekte berechnen.
TAB 1 > Deutliche Verbesserung der Angstzustände In der Therapieforschung ist die Symptom Checklist (SCL-90-R) eines der am häufi gsten angewendeten und wissenschaftlich anerkanntesten Verfahren, um Beeinträchtigungen körperlicher und psychischer Art aus Sicht des Patienten zu messen. Dabei wird aus spezifi schen Einzelfragen ein Globalwert (GSI) errechnet, der die Schwere der Erkrankung in ihrer Komplexität und ihren Wechselwirkungen erfasst und darstellt. Werte über 60 zeigen krankhafte Formen der Angst an. Als normal gelten Werte bis maximal 60. Im Laufe der Therapie konnten die Werte der Patienten mit teilweise sehr schweren Angststörungen in den Schön Kliniken erheblich verbessert werden. Sie näherten sich alle deutlich der 60-Punkte-Marke. Damit konnten viele Patienten als nahezu geheilt entlassen werden.
* Symptom Checklist

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