061 Chirurgie //
Allgemeine Chirurgie
0611 Allgemeine Chirurgie // 0612 Kolonresektion
TAB 2 >
Spezialfall Darm Entzündliche Darmerkrankungen
und bösartige Tumore machen
zum Teil sehr komplexe Eingriffe mit
hohem Komplikationsrisiko notwendig. Je
nach Befund werden diese Operationen in
der Klinik für Chirurgie und Unfallchirurgie
am Klinikum Neustadt in minimal-invasiv
assistierter oder offener Operationstechnik
vorgenommen. Dabei entfernt der Chirurg
einen Teil des Darms und vernäht die verbliebenen
Teilstücke wieder. Wenn diese
Naht nicht hundertprozentig dicht ist, können
Bakterien, die im Darm natürlicherweise
vorkommen, in die Bauchhöhle wandern
und dort eine schwerwiegende Bauchfellentzündung
auslösen.
Alle Fäden in der Hand für niedrige
Komplikationsraten Bundesweit kommen
bei 3 % aller Dickdarmoperationen, bei
8 % aller Enddarmoperationen und bei bis
zu 15 % aller Eingriffe am unteren Enddarm
undichte Nähte vor. Das Klinikum Neustadt
lag bei den Dickdarmeingriffen – um nur
ein Beispiel herauszugreifen – mit seiner
Komplikationsrate deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.
TAB 1 >
Bei 97 % auf Nimmerwiedersehen
Wenn Chirurgen ihre Patienten auf dem
OP-Tisch wiedersehen, ist das oft kein
gutes Zeichen. Denn die ungeplante Wiederaufnahme
des Patienten bedeutet oft,
dass die Operation nicht oder nicht vollständig
erfolgreich verlaufen ist. Ein anerkannter
Qualitätsindikator aus den USA
(Quality Indicator Project® Maryland/USA)
erfasst deshalb den Anteil an Patienten,
die im Zeitraum von 15 bis 31 Tagen wieder
mit gleicher oder ähnlicher Diagnose aufgenommen
werden müssen. Bei den Schön
Kliniken geht man noch einen Schritt weiter.
Hier werden neben den ungeplanten
auch die geplanten Rückkehrer sogar bis zu
90 Tage nach der Operation in die Statistik
eingerechnet, weil ein längerer Zeitraum
aus medizinischer Sicht noch aussagekräftiger
für die Operationsqualität ist. Sowohl
im Klinikum Neustadt als auch im Klinikum
Eilbek mussten trotz dieser Kriterienerweiterung
insgesamt nur etwas über 3 % der
Patienten wegen der gleichen Hauptdiagnose
nochmals behandelt werden.
Vorbildliche Zusammenarbeit
im Darmzentrum
des Klinikums Neustadt
Im Darmzentrum des Klinikums
Neustadt hat man
erkannt, dass die Konzentration
auf die rein medizinische
Problematik als
Behandlungskonzept zu kurz
greift, ja sogar den Erfolg der
Operation in Frage stellen
kann. Deshalb nimmt man
ganz bewusst die Gefühle
und Ängste des Patienten
wahr und bezieht sie in alle
Maßnahmen mit ein. Die
enge und gute Zusammenarbeit
zwischen der Inneren
Medizin und der Allgemeinen
Chirurgie, aber auch mit dem
jeweiligen Hausarzt, hilft,
mögliche Zusatzerkrankungen
sicher zu bestimmen und so
Operationsrisiken von Anfang
an abschätzen zu können.
* Ptok, H. et al.: Long-term oncological results after laparoscopic, converted and primary open procederes for rectal carcinome (2006)
0612 Gallenblasenentfernung
Schmerzende Steine Gallensteine sind ein weit verbreitetes gesundheitliches Problem. Unter Berücksichtigung regionaler Faktoren kommen sie bei bis zu 24 % der weiblichen und bei bis zu 13 % der männlichen Bevölkerung vor. Wenn Gallensteine zu schmerzhaften Koliken oder einer Entzündung führen, ist eine operative Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie) notwendig.
TAB 2 >
Komplikationen? Weit unter Bundesdurchschnitt!
Schwerwiegende
Komplikationen lassen sich bei dieser
Operation selbst mit bester Technik und
größter Sorgfalt nicht immer vermeiden.
Die Häufi gkeit von Komplikationen bei der
Gallenblasenchirurgie wird aufgrund von
gesetzlichen Vorschriften im Rahmen einer
externen Qualitätssicherung erfasst. Um
die Operationsqualität wirklich sinnvoll beurteilen
zu können, wurden beim Klinikum
Neustadt und beim Klinikum Eilbek schwerwiegende
Komplikationen, die für den Patienten
besonders folgenreich sein können,
als Beispiele ausgewählt.
Unter eingriffsspezifischen Komplikationen
versteht man lebensgefährliche Verletzungen
vor allem des Gallengangsystems oder
Gefäßverletzungen. Beide Kliniken schnitten
hier erheblich besser ab als der Bundesdurchschnitt.
Vorbildliche Werte gab es hier beim
Klinikum Neustadt mit nur 1,3 %.
TAB 1 > Fast immer schonende Operationsverfahren Die Gallenblase kann über einen Bauchschnitt entfernt werden. Wesentlich schonender für den Patienten ist aber die minimal-invasive Methode. Dabei führt der Chirurg durch einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke mit Hilfe eines speziellen Endoskops („Laparoskop“) die Operation durch. Diese Art des Eingriffs ermöglicht einen kürzeren Klinikaufenthalt. Ein hoher Anteil an laparoskopisch begonnenen Operationen spricht für die Qualität der Behandlung.
TAB 4 >
Durch lückenloses Konzept kaum
Wundinfektionsgefahr Zum Zeitpunkt
der Entlassung treten bundesweit bei über
1,5 % aller Patienten, denen die Gallenblase
entfernt wurde, Wundinfektionen oder
Abszesse auf. Das Risiko einer Infektion
nach einem Eingriff lässt sich durch Einhaltung
der Hygienevorschriften, modernste
Operationsräume und die Verabreichung
von Antibiotika in vielen Fällen eindämmen.
Bei den Schön Kliniken kamen während
eines stationären Aufenthalts keine
Wundinfektionen vor. Da Infektionen aber
auch erst nach der Entlassung auftreten
können, erfasst man im Klinikum Neustadt
diese Fälle zusätzlich. 1,29 % aller Patienten
zeigten dabei nach der Entlassung Symptome
von Wundinfektionen.
Nur wenige erneute Eingriffe Im
Gallengang belassene Steine, Gallengangverletzungen,
Blutungen und Entzündungen
gehören zu den Gründen, die einen
erneuten Eingriff nach einer Gallenblasenentfernung
erforderlich machen. Der Anteil
solcher erneut notwendigen Operationen
erlaubt Rückschlüsse auf die Qualität der
Operation und des Operationsverfahrens.
Dabei sollte berücksichtigt werden, dass
akut notwendige und nicht minimal-invasiv
durchführbare Operationen ein höheres
Komplikationsrisiko mit sich bringen, das
wiederum das Ergebnis beeinträchtigen
kann. Auch wird bei der Erfassung der erforderlichen
Eingriffe nicht bewertet, wie
schwer die Komplikation war, die den Arzt
dazu veranlasst hat. Bei diesem Qualitätsindikator
blieben beide Kliniken unter dem
Bundesdurchschnitt.
TAB 3 > Bei den allgemeinen Komplikationen, die nach der Operation eintreten können, wie Herz-Kreislauf-Probleme, Lungenentzündungen oder Harnwegsinfekte, zeichnete sich das Klinikum Eilbek mit nur 1,6 % besonders aus.
* BQS = Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung

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