Wirbelgleiten. Behandlung, Therapie & OP

Behandlungsmöglichkeiten bei Gleitwirbeln (Spondylolisthesis).

Um die bestmögliche Therapie einleiten zu können, muss bei Wirbelgleiten zunächst eine umfassende Diagnostik durchgeführt werden.

Um die bestmögliche Therapie einleiten zu können, muss bei Wirbelgleiten zunächst eine umfassende Diagnostik durchgeführt werden.

Rückenschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben, wie beispielsweise muskuläre Überlastung oder eine ungünstige Haltung am Arbeitsplatz. Meist vergehen diese nach einiger Zeit wieder von selbst, wenn der Auslöser der Beschwerden beseitigt wurde. Länger anhaltende Beschwerden im Rückenbereich können aber auch einer Instabilität der Wirbelsäule geschuldet sein, wie etwa beim Auftreten von Gleitwirbeln (Spondylolisthese). Wurde die Diagnose Wirbelgleiten gestellt, wird gemeinsam mit dem Patienten der bestmögliche Therapieansatz besprochen, um dann die notwendigen Behandlungsschritte einleiten zu können.

Je nach Ausprägung und Instabilitätsgrad behandeln wir Wirbelgleiten mit konservativen Maßnahmen oder im Rahmen einer operativen Versorgung. Nach einer OP an der Wirbelsäule hilft eine anschließende Rehabilitation, wieder fit und belastbar für den Alltag zu werden.

 

Den Gleitwirbeln auf der Spur.

Die Symptome bestimmen die Diagnostik. Da ein Wirbelgleiten verschiedene Regionen der Wirbelsäule betreffen kann, kann auch die  Diagnostik recht individuell ausfallen.

In der Schön Klinik überprüfen wir in einem Erstgespräch zunächst mögliche Auffälligkeiten, die den ersten Verdacht auf Wirbelgleiten erhärten:

  • Verstärkte Hohlkreuzbildung
  • Tastschmerz und Verhärtung der Rückenmuskulatur
  • tastbare Stufenbildung zwischen den Dornfortsätzen (in ausgeprägten Fällen)
  • Schwäche an den Beinen bei Kniestreckung, Heben und Senken des Fußes
  • Gefühlsmissempfindungen im Ober- oder Unterschenkelbereich

Konnte der Verdacht auf ein mögliches Wirbelgleiten nicht ausgeschlossen werden, schließen sich bildgebende Verfahren wie Röntgen und Magnetresonanztomografie an die körperliche Untersuchung an.

 

Behandlung, Therapie & Operation bei Wirbelgleiten.

Konservative Therapie & Behandlung bei Wirbelgleiten.

Wirbelgleiten behandeln wir wenn möglich ohne Operation.

Durch Wirbelgleiten bedingte Rückenschmerzen behandeln wir in der Schön Klinik in der Regel zunächst konservativ – also ohne Operation. Die akute Schmerzbehandlung unserer Patienten steht hierbei zunächst im Vordergrund und hat absolute Priorität. Therapie erster Wahl ist eine Kombination aus Schmerzmitteln und muskelentspannenden Medikamenten. Wichtigste Therapiebaustein nach Abklingen der akuten Schmerzen ist regelmäßige Bewegung und Muskelaufbautraining.

Liegt ein radiologischer Zufallsbefund ohne Beschwerdesymptomatik vor, ist keine Therapie erforderlich.

 

Trainierte Muskeln halten die Wirbelsäule in Form.

In der Physiotherapie wird gezielt die Bauch- und Rückenmuskulatur trainiert.

In der Physiotherapie wird gezielt die Bauch- und Rückenmuskulatur trainiert.

Nach Abklingen der akuten Schmerzphase sollte Schrittweise mit Physiotherapie und Rückenschule begonnen werden. Ziel ist die Stabilisierung und Entlastung der Wirbelsäule durch den Aufbau von Bauch- und Rückenmuskulatur, um die Wirbelsäule durch trainierte Muskeln und straffe Bänder in Form zu halten. In gut trainiertem Zustand dient die eigene Muskulatur der Wirbelsäule als Korsett und verhindert ein Wirbelgleiten.

Zu empfehlen sind außerdem wirbelsäulenfreundliche Sportarten wie Rückenschwimmen, Fahrradfahren oder Nordic Walking. Sie unterstützen ebenfalls den Aufbau der Muskulatur. Übergewichtige Patienten reduzieren mit jedem Gramm weniger Körpergewicht auch die Last auf Ihren Rücken – wir empfehlen eine gesunde  Ernährungsumstellung.

 

OP. Operation bei Wirbelgleiten.

Operation – die Wirbelsäule wird versteift.

Kann durch die konservative Therapie keine ausreichende Besserung erzielt werden, ist bei Wirbelgleiten eine OP erforderlich.

Kann durch die konservative Therapie keine ausreichende Besserung erzielt werden, ist bei Wirbelgleiten eine OP erforderlich.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine OP gekommen? Über eine Operation bei Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) sollte dann nachgedacht werden, wenn vorherige konservative Therapien an ihre Grenzen stoßen und damit keine ausreichende Verbesserung der durch den Gleitwirbel verursachten Beschwerden erzielt werden konnten.

Dies ist meist der Fall, wenn: 

  • das Wirbelgleiten zu einer Störung der Nervenfunktion oder zu einer Wirbelkanalenge führt,
  • die tief sitzenden Rückenschmerz lange anhalten,
  • das Wirbelgleiten im Kindesalter radiologisch deutlich zunimmt und
  • Taubheitsgefühle sich verstärken.
 

OP-Ziel: Wiederherstellung der ursprünglichen Wirbelsäulenform.

Die Operation selbst besteht in der Regel in einer Rekonstruktion der anatomischen Ursprungsform der Wirbelsäule – der Wiederherstellung der gleichmäßigen, leichten S-Kurve. Der Gleitwirbel wird hierfür mit Hilfe eines Schrauben-Stabsystem in seine Ausgangsposition zurückgezogen und hier an den benachbarten Wirbeln verschraubt. Die Wirbelsäule verliert dadurch in diesem Bereich ihre Beweglichkeit.

Da sich bei alleinigem Einsatz der Schrauben-Stab-Konstellation Schrauben lockern oder sogar brechen können, stabilisieren wir diesen Bereich zusätzlich durch eine biologische Versteifung. Hierfür wird ein stützendes Körbchen (Cage) aus Titan oder Kunststoff zwischen die Wirbel gesetzt und mit eigenem Knochenmaterial oder Knochenersatz aufgefüllt.

 

Rehabilitation nach einer Wirbelgleiten-Operation.

Im Anschluss an die Operation muss der Rücken für zwölf Wochen ruhiggestellt werden. Nur so kann eine Verknöcherung um den eingesetzten Fremdkörper gewährleistet werden. In dieser Zeit ist ein stabilisierendes Korsett zu tragen.

Nach den zwölf Wochen wird das Korsett schrittweise abgelegt und es kann mit physiotherapeutischen Übungen begonnen werden. Eine kräftige Rückenmuskulatur ist jetzt oberstes Ziel.

 

Patientenbericht Operation & Reha bei Wirbelgleiten.

Diagnose Wirbelgleiten: Eine Patientin erzählt von ihrer OP.

An eine Zeit ohne Rückenschmerzen kann sich Frau H. kaum mehr erinnern. Seit etwa acht Jahren hat sie damit zu kämpfen. Und vor gut einem Jahr wurden die Dauerschmerzen dann unerträglich. So machte sich die heute 70jährige auf die Suche nach der Ursache und der richtigen Behandlung ihrer Rückenschmerzen. Gefunden hat sie die Lösung schließlich in der Schön Klinik Vogtareuth. „Wirbelgleiten“ lautete die Diagnose und hierdurch ausgelöst eine Verengung des Wirbelkanals. Vor vier Wochen wurde sie dort operiert. Momentan findet sie in der Rehabilitation der Schön Klinik Berchtesgadener Land zurück in den Alltag. Eine Patientin berichtet über ihren Weg heraus aus den Schmerzen. 

 

Wie geht es Ihnen?

Mir geht es prima. Ich konnte mir lange überhaupt nicht vorstellen, dass das noch einmal so sein würde. Wegen meiner Rückenschmerzen wurde ich lange von Arzt zu Arzt geschickt. Ich habe alles gemacht und nichts hat geholfen. Zuerst war ich bei einem Orthopäden. Dann habe ich Krankengymnastik gemacht, Akupunktur und Wassergymnastik. Drei mal war ich beim Osteopathen bis der mir sagte, er könne für mich nichts tun. Später bekam ich eine Thermoverödung des Schmerznervs – aber auch das hat nichts gebracht.

 

Die Ärzte hatten Sie praktisch aufgegeben?

Ja, und das war schrecklich. Ich musste etwas ändern. Das war einfach kein Leben mehr. Ich hatte überhaupt keinen Antrieb, wusste nicht, was ich machen sollte. Irgendwann hat mein Arzt mir Morphium verschrieben. Erst Pflaster, die ich nicht vertragen habe, dann Morphiumtabletten. Von denen wurde es mir so schwindlig, dass ich nachts nicht mehr auf die Toilette gehen konnte. Irgendwann waren die Schmerzen so schlimm, dass ich nur noch 50 Meter gehen konnte, weil ich mein linkes Bein nicht mehr bewegen konnte.

 

Wie ging es dann weiter?

Der Spezialist erklärt, es müsse operiert werden, um den Spinalkanal wieder zu weitern.

Der Spezialist erklärt, es müsse operiert werden, um den Spinalkanal wieder zu weitern.

Mein Hausarzt hat mich zu Dr. Foag nach Vogtareuth überwiesen. Der diagnostizierte ein Wirbelgleiten und eine daraus resultierende hochgradige Spinalkanalstenose. Meine Wirbel drückten also auf den Nervenkanal. Er erklärte mir, das müsse operiert werden, um den Spinalkanal wieder zu weiten.

Unser Gespräch verlief dann etwa so: Er fragte „wann?“ und ich sagte „morgen!“ Er sagte: „Sie haben starke Schmerzen“ und ich antwortete: „Ich halte es nicht mehr aus!“ Wenn ich in Formularen ausfüllen musste, wie ich meine Schmerzen auf einer Skala zwischen 1 und 10 einschätze, habe ich immer 10 angeben. Natürlich haben wir auch noch über die Risiken und den Verlauf der Operation gesprochen. Und so wurde ich zwölf Tage später operiert. 

 

Seit dem geht es Ihnen besser?

Jetzt geht es mir prima. Bei mir wurde eine Dekompressionstherapie gemacht. Dabei wird der Wirbelkanal frei gefräst, damit die Nerven wieder Platz haben. Seit dem geht es mir besser. Das hätte ich nicht gedacht. Ein Traum!

 

Konnte man feststellen, was bei Ihnen die Ursache war?

Nein. Vermutlich lag es an Überlastung und Verschleiß. Ich bin Verkäuferin im Lebensmittelbereich und habe immer schwer und bestimmt falsch gehoben. Ob das wirklich der Grund ist und warum der Nervenkanal auf einmal zumacht, bekommt man nicht heraus.

 

Wie geht es jetzt weiter?

In der Reha bei Wirbelgleiten finden z.B. Stabilisierungsübungen im Wasser statt.

In der Reha bei Wirbelgleiten finden z.B. Stabilisierungsübungen im Wasser statt.

Ich bin noch eine Woche in der Schön Klinik Berchtesgadener Land. Hier wird viel gemacht. In der Reha lerne ich, worauf ich in den ersten Wochen nach der Operation besonders aufpassen muss. Ich bekomme Physiotherapie, Lymphdrainage, Stabilisierungsübungen im Wasser und unter Anleitung an den Trainingsgeräten.

Zur Behandlung gehört auch die Schmerztherapie. Im Plan stehen Übungen zur Körperwahrnehmung und Schmerzverarbeitung und zur Entspannung. Die Rehabilitation folgt einem ganzheitlichen Therapiekonzept und berücksichtigt nicht nur die körperlichen Gegebenheiten, sondern auch die psychosoziale Struktur, so wurde mir erklärt. Mir tut das alles sehr gut.

 

Dürfen Sie danach einfach leben wie bisher?

Ich sollte nicht mehr zu schwer heben. Aber genau diese Dinge bekomme ich hier gezeigt, also wie ich mich bewege, ohne die Wirbelsäule zu belasten. Aber ich arbeite ohnehin nur noch ein paar Stunden in der Woche. Dr. Leidinger, der mich hier in der Reha behandelt,  hat auch gesagt, dass ich das ruhig weitermachen kann, solange es mir Spaß macht.

 

Was war für Sie das Schlimmste?

Die Schmerzen. Dass man einfach kein Mensch mehr ist. Ich hatte keinen Willen mehr, keine Lust zu nichts. Das ist ein reines Überleben.

Das zog aus dem Lendenwirbelbereich in den linken Fuß. Ich konnte den Fuß beim Treppensteigen nicht mehr heben. Weil man versucht, Schmerzen zu vermeiden, gewöhnt man sich mit der Zeit eine schlechte Haltung an. Das muss ich jetzt alles wieder trainieren.

 

Wenn Sie nach Hause gehen, worauf freuen sie sich?

Darauf, dass ich mich wieder bewegen kann. Ich werde zwei Mal pro Woche in ein Fitnessstudio gehen und etwas für den Rücken tun. Am meisten freue ich mich darüber, dass mein Leben sich endlich wieder lebenswert anfühlt und ich wieder Rad fahren, schwimmen und spazieren gehen kann. Das ist unglaublich!

*(Der Name der Patientin ist der Redaktion bekannt, wird aber zum Schutz der eigenen Privatsphäre nicht veröffentlicht.)

 

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