Was versteht man unter Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)?
Beim Wirbelgleiten verschieben sich meist im unteren Rücken ein oder mehrere Wirbelkörper. Dies gilt als Hauptursache weiterer Erkrankungen der Wirbelsäule.
Die gesunde Wirbelsäule verläuft als gleichmäßige, leichte S-Kurve. Ihre Wirbel sitzen fest zwischen den Bandscheiben und werden durch Bänder, Sehnen und Muskeln in Form gehalten. Beim Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) verschieben sich meist im unteren Rückenbereich, dem sogenannten Lendenwirbelbereich, ein oder mehrere Wirbelkörper. Sie lösen sich aus ihrer ursprünglichen Position, rutschen nach vorne Richtung Bauchdecke, driften nach hinten ab oder drehen sich seitlich weg. Ist die Wirbelsäule generell instabil, kommt es häufiger zu einem Wirbelgleiten.
Genauer betrachtet bewegt sich beim Wirbelgleiten nur der vordere Teil des Wirbels: der Wirbelkörper mit Bogenwurzel, Querfortsatz und oberem Gelenkfortsatz. Da die Wirbel der Wirbelsäule über die Gelenkfortsätze miteinander verbunden sind, können leicht die darüber liegenden Wirbel mitverrutschen – die Wirbelsäule wird instabil.
Unüberlegte Bewegungen lösen Schmerzen aus.
Bei Patienten mit Bandscheibenschäden ist es teilweise nur eine unüberlegte Bewegung: Vorbeugen oder Überstrecken der Wirbelsäule kann ein Wirbelgleiten beschleunigen und spontane Schmerzreize auslösen.
Wirbelgleiten ist Auslöser für Wirbelsäulenerkrankungen.
Wirbelgleiten an sich verursacht keine Schmerzen. So sind etwa die Hälfte unserer Patienten schmerzfrei. Der bekannte, tief sitzende Rückenschmerz entsteht erst, wenn Wirbel aufeinander reiben, Bandscheiben gequetscht oder Nerven abgedrückt werden. Wirbelgleiten gilt deshalb als Hauptursache weiterer Erkrankungen der Wirbelsäule wie Bandscheibenschäden, Bandscheibenvorfälle oder Osteochondrose – einhergehend mit chronischen Rückenschmerzen.