Spinalkanalstenose. Diagnostik & Therapien

Wie wird eine Spinalkanalstenose festgestellt?

Eine CT-Aufnahme, die die Spinalkanalstenose sichtbar macht

Eine CT-Aufnahme, die die Spinalkanalstenose sichtbar macht

Bei Auftreten der aufgeführten Symptome ist eine fachärztliche orthopädische, neurologische oder neurochirurgische Untersuchung indiziert. Das bildgebende Verfahren der ersten Wahl ist die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT): Diese strahlenfreie Untersuchung ermöglicht es den Spinalkanal und die darin verlaufenden Neurostrukturen wie Rückenmark und Nervenwurzeln hervorragend darzustellen. Bei Patienten, die Herzschrittmacherträger sind oder an Platzangst leiden kann diese Untersuchung nicht durchgeführt werden. Die Computer-Tomographie (CT) stellt dann eine sinnvolle Alternative dar. In einzelnen Fällen kann die Bestimmung der Stromleitgeschwindigkeit im Rückenmark (evozierte Potentiale) oder in den Nerven (Elektromyographie) hilfreich sein.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Spinalkanalstenose?

Wir unterscheiden die konservative (Medikamente und Physiotherapie) und die operative Behandlung.

Konservative Behandlung bei einer Spinalkanalstenose

Wenn die Symptome noch geringfügig sind, helfen Spritzen

Wenn die Symptome noch geringfügig sind, helfen Spritzen

Die konservative Behandlung kann zwangsläufig die Ursache der Beschwerden, d. h. die Einengung des Spinalkanales, nicht beseitigen. Sie beabsichtigt die Schmerzen, die durch die degenerativen Prozesse der Wirbelsäule ausgelöst werden, durch Medikamente, z. B. nicht steroidale Antirheumatika wie Diclofenac, Ibuprofen, Paracetamol und andere, zu lindern. Zusätzlich können physiotherapeutische und krankengymnastische Maßnahmen die schmerzhaften Verspannungen der Muskulatur reduzieren und ein rückengerechtes Verhalten fördern. Computergesteuerte Spritzen (periradikuläre Therapie = PRT) mit denen ein örtliches Betäubungsmittel und Cortison in die Nähe der betroffenen Nervenwurzeln zugeführt werden, können in Einzelfällen sehr wirksam sein. Diese Medikamente können auch in den Spinalkanal in unmittelbarer Nähe des Rückenmarksackes eingespritzt werden (single shot peridural anesthesia oder SSPDA) und über mehrere Monate eine Linderung der Beschwerden bewirken. Die konservative Behandlung ist immer dann sinnvoll, wenn die Symptome noch geringfügig sind oder wenn der Allgemeinzustand des Patienten eine operative Behandlung nicht zulassen.

Operative Behandlung bei einer Spinalkanalstenose

Internationale Studien belegen, dass die operative Behandlung der Spinalkanalstenose die wirksamere Alternative ist.

Welche Operationsmöglichkeiten gibt es bei einer Spinalkanalstenose?

Im Bereich der Halswirbelsäule bieten sich zwei Zugänge an: Von vorne, d.h. durch den Hals, führen vorgegebene „anatomische Straßen“ zur Halswirbelsäule. Eine oder mehrere Bandscheiben sowie ein oder mehrere Wirbelkörper mit den entsprechenden Knochenspornen, die gegen das Rückenmark drücken, werden entfernt und durch Implantate ersetzt. Mit diesem Eingriff wird die normale Weite des Spinalkanals wieder hergestellt und anschließend die Halswirbelsäule stabilisiert.

Weitere Technik zur Erweiterung des Spinalkanals

Von hinten, d.h. durch den Nacken, können mehrere Wirbelbögen aufgesägt und „aufgeklappt“ werden: auch mit dieser Technik wird der Durchmesser des Spinalkanals erweitert. Die unterschiedlichen Operationstechniken sind meistens nicht frei austauschbar und werden je nach individueller Befundkonstellation angewendet. Die Eingriffe erfolgen in Vollnarkose und mit Hilfe des Mikroskops, so dass sich die Belastung für die Patienten im Rahmen hält. Sie können am Abend der Operation aufstehen und bleiben bis zu 4 Tagen stationär.

Minimal-invasives Verfahren bei einer Spinalkanalstenose

Beim minimal-invasiven Verfahren wird der Wirbelkanal erweitert

Beim minimal-invasiven Verfahren wird der Wirbelkanal erweitert

Die Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule kann durch so genannte minimal- invasive Verfahren behoben werden. Über einen etwa 25 mm langen Hautschnitt wird über einen einseitigen Zugang der Wirbelkanal auf beiden Seiten erweitert. Dieser Eingriff kann in bis zu 4 Höhen durchgeführt werden. Der Vorteil dieser schonenden Operationstechnik besteht darin, dass sich auch betagte Patienten den Eingriff unterziehen können. Bereits am Tag nach dem Eingriff verzeichnen sie üblicherweise eine Verlängerung ihrer Gehstrecke.

Behandlung des Wirbelgleitens

Wenn die Spinalkanalstenose Folge eines Wirbelgleitens ist, werden in einem Eingriff sowohl die Enge des Spinalkanales behoben als auch die Stabilität der Wirbelsäule wieder hergestellt. Dies wird durch das Einbringen von Titan-Schrauben in die entsprechenden Wirbelkörper und einer Fixierung mittels Titan-Stäben erreicht. Zusätzlich wird die Bandscheibe ausgeräumt und durch ein mit Knochen befülltes künstliches Implantat ersetzt.

Rehabilitation

Gerade Sitzen ist für den Rücken wichtig

Gerade Sitzen ist für den Rücken wichtig

Nach Eingriffen wegen zervikaler oder lumbaler Spinalkanalstenose kann eine ambulante oder stationäre Anschlussheilbehandlung (AHB) erfolgen. Am Tag nach der Operation wird die Möglichkeit einer AHB mit dem Patienten besprochen. Eine Mitarbeiterin des Sozialdienstes leitet sie in die Wege. Ziel der AHB ist es zum einen, eventuelle neurologische Ausfälle, d.h. Lähmungen, zu trainieren als auch den Patienten mit einem nacken- und rückengerechten Verhaltensmuster vertraut zu machen. Dies soll bei der beruflichen und privaten Belastung der Wirbelsäule zu Gute kommen.

Ursachen & Symptome

Man unterscheidet zwischen angeborenen und erworbenen Stenosen, die sich mit den gleichen Beschwerden äußern.

Spezialisierte Kliniken

Diese Kliniken sind auf die Behandlung von Spinalkanalstenose spezailisiert.

Fachliche Betreuung

Papavero

Der Beitrag wird betreut durch

Prof. Dr. med. Luca Papavero


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