1:0 für einen starken Rücken.

So wird Kicken nicht zum Kreuz.

Auch Fußballspieler haben Rücken. Selbst Nationalspieler Lukas Podolski musste schon wegen Rückenschmerzen pausieren. Und sogar etwa jeder fünfte Profi ist rückenbedingt gezwungen, seine aktive Karriere zu beenden.

Es wird also Zeit, genauer hinzusehen. Als FIFA Medical Centre of Excellence befragte die Schön Klinik München Harlaching deshalb in einer eigenen Studie mehr als 1000 Nachwuchsfußballer, um Rückenproblemen auf die Spur zu kommen und ein Konzept zur aktiven Vorbeugung zu entwickeln.

 

41 Prozent der Nachwuchsfußballer haben "Rücken".

Das Ergebnis: 41 Prozent der jungen Fußballer der 60 teilnehmenden Vereine aus ganz Bayern – darunter auch Nachwuchs-Kicker des FC Bayern und 1860 München – haben bereits Rückenbeschwerden. Auslöser scheinen intensives und zu einseitiges Training, wie auch genetische Veranlagungen zu sein. Aber bereits das Aufwärmtraining kann ganz entscheidend zur Vermeidung von Rückenschmerzen beitragen. Das gilt für angehende Profi-Kicker wie Freizeitsportler gleichermaßen. So zieht Chefarzt und Studienleiter Professor Dr. Michael Mayer sein erstes Fazit: „Mit dem richtigen Aufwärmprogramm und gezieltem Ausgleichstraining ist Fußball ein Gewinn für die Gesundheit.“

 

Alter, Spiellevel und Trainingsmodalitäten bedingen Rückenschmerzen.

Abrupte Stopps und Richtungswechsel, schnelle Drehbewegungen und Überstreckungen besonders beim Schuss, beanspruchen die Wirbelsäule stark.

Abrupte Stopps und Richtungswechsel, schnelle Drehbewegungen und Überstreckungen besonders beim Schuss, beanspruchen die Wirbelsäule stark.

Überraschend für die Rückenmediziner: Je länger die Jugendlichen Fußball spielen, und je höher die Liga, desto häufiger treten Rückenbeschwerden auf. „Abrupte Stopps und Richtungswechsel, schnelle Drehbewegungen und Überstreckungen besonders beim Schuss, beanspruchen die Wirbelsäule stark“, erklärt Dr. Christian Schneider, Experte für Sportmedizin an der Schön Klinik München Harlaching. Wer viel und hart trainiert, belastet seinen Rücken entsprechend.

Zudem traten Rückenschmerz gehäuft bei Fußballspielerinnen auf. „Unser komplexes Analysemodell geht von einem um etwa 40 Prozent erhöhten Risiko bei Mädchen aus“, so Professor Mayer. „Grund für diesen Unterschied könnte sein, dass Mädchen eine andere Bindegewebsstruktur haben und bei geringerer Muskelmasse eine schlechtere Kraftentwicklung aufweisen.“ Folglich könnte eine reduzierte muskuläre Stützfunktion Einfluss auf die Rückenprobleme haben.

 

Richtig aufwärmen: Eine Runde um den Platz ist nicht genug!

Die Vereine sollten daher schon früh mit geeigneten Vorbeuge-Maßnahmen beginnen, fordert Dr. Schneider. Noch zu häufig würde das Aufwärmprogramm mit einer Runde um den Platz laufen abgehakt. Davon müssen wir wegkommen, so Schneider weiter. Wer Sport treibt, solle immer einige allgemeingültige Regeln beachten:

  • Gründliches Aufwärmen ist wichtig. Hierdurch werde der Kreislauf in Schwung gebracht und Muskeln, Gelenke und Bänder auf die anstehende Belastung vorbereitet.
  • Als Ausgleich und zur Vermeidung von Verletzungen und Schmerzen sollten Sportler gezielt ihre Körpermitte, also die stabilisierende Bauch- und Rückenmuskulatur trainieren (Core-Training).
  • Schließlich sollten Beschwerden, die beim Sport auftreten, prinzipiell durch einen Arzt abgeklärt werden.
 

Verletzungsrisiken minimieren.

Zusammen mit den Vereinen und in enger Zusammenarbeit mit der FIFA plant das Studienteam der Schön Klinik deshalb das aktuell von der FIFA und dem DFB propagierte Aufwärmprogramm „11+“ um fünf Rückenübungen zu ergänzen. Denn wer als Spieler bereits nach „11+“ Lauf-, Kraft- und Gleichgewichtsübungen vor das anstehende Training setzt, hat laut einer Schweizer Studie ein um die Hälfte reduziertes Verletzungsrisiko. Hier will das Team um Professor Mayer in den nächsten Jahren genauer ansetzen. Das Ziel: Mit Hilfe eines Analysemodells die jeweiligen Schwachpunkte der Spieler herausfiltern und dann individualisierte Aufwärm-Trainingspläne entwickeln. Es soll nicht MEHR sondern EFFIZIENTER trainiert werden. 

Weitere ergänzende Befragungen sind geplant, um einen Wissenstransfer in andere Altersgruppen zu erreichen. Die weltweite Befragung über angeschlossene FIFA Medical Centre soll helfen, länderspezifische Veranlagungen zu bestimmen. Und neben Fußball sollen in Zukunft auch geeignete Präventionsmaßnahmen in anderen Sportarten ermittelt werden. Schließlich ist zu hoffen, dass sich in Zeiten wachsender Bewegungsarmut eine alten Fußballweisheit bewahrheitet: „Nach dem Spiel ist vor ist vor dem Spiel“.

 

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