Morbus Bechterew. Diagnostik

Wie wird ein Morbus Bechterew festgestellt?

Das erste Anzeichen für Morbus Bechterew sind in der Regel Rückenschmerzen. Doch Rückenschmerzen können zahlreiche Ursachen haben – so wird ein Morbus Bechterew häufig erst spät erkannt. Noch heute vergehen bis zum Zeitpunkt der Diagnose in der Regel 6 Jahre. Bei dauerhaften Schmerzen an Gelenken, Muskeln oder Knochen sollte deshalb auf jeden Fall der Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung überprüft werden. Spezialisierte Rheumatologen können die Beschwerden am ehesten deuten.

Ausführliches Gespräch und körperliche Untersuchung.

Ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung mit Messung der Beweglichkeit, bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT, CT) sowie eine Blutuntersuchung können den Verdacht auf Morbus Bechterew erhärten oder entkräften. Wegweisend ist vor allem das Gespräch. Bei der körperlichen Untersuchung finden sich zudem häufig Klopfschmerzen am Übergang von der Wirbelsäule zum Becken. Im Schober-Test zeigen Patienten mit Morbus Bechterew eine eingeschränkte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule. Bei diesem Test  werden der erste Steißbeinwirbel sowie ein weiterer Punkt zehn Zentimeter über dem Ersten markiert.

Beugt sich der Patient mit durchgestreckten Knien nach vorne, vergrößert sich normalerweise der Abstand der beiden Markierungen um fünf Zentimeter. Da bei Betroffenen mit Morbus Bechterew die Beweglichkeit der Wirbel eingeschränkt ist, bewegen sich ihre markierten Punkte deutlich weniger.

Sollte es in der Familie bereits Fälle von Morbus Bechterew oder anderen Autoimmunerkrankungen geben, sind vor allem eine Blutuntersuchung sowie bildgebende Verfahren zur Abklärung wichtig.

Bildgebende Verfahren.

Bei einer MRT-Untersuchung können Veränderungen an Gelenken und Sehnenansätzen festgestellt werden.

Bei einer MRT-Untersuchung können Veränderungen an Gelenken und Sehnenansätzen festgestellt werden.

Am effektivsten lassen sich Veränderungen an den Gelenken und Sehnenansätzen mit Hilfe einer Magnetresonanz-Tomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) darstellen. Eine MRT-Aufnahme des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks (Iliosakralgelenk) ist heute die Methode der Wahl.

Aber auch Röntgenbilder können bereits fortgeschrittene Veränderungen darstellen:

  • Röntgen der Wirbelsäule: Veränderungen an den Wirbelkörpern (Tonnenwirbel, Kastenwirbel, Andersson-Läsion (nichtbakterielle Wirbelkörper- und/oder Bandscheibenentzündung) und Romanus-Läsion (Entzündung an der Vorderseite der Wirbelsäule), Bambusstabwirbelsäule durch überbrückende Verknöcherungen mehrerer Wirbel (Syndesmophytenbildung)
  • Röntgen des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks (Iliosakralgelenke, ISG): Versteifung (Ankylose), verstrichene Gelenkstrukturen oder Erweiterungen mit Erosionen (Destruktion), Knochenverdichtungen (Sklerose) 
  • Röntgen der Gelenke: Verknöcherungen von Gelenken und Gelenkkapseln, u.a. Hüfte, Rippenwirbelgelenke

Therapie

Physiotherapie, Gymnastik, Medikamente: Morbus Bechterew ist nicht heilbar, aber mit dieser Kombination gut behandelbar.

Krankheitsverlauf

Morbus Bechterew hat viele Gesichter. Mit einer individuellen Behandlung ist ein Leben mit der Krankheit aber gut möglich.

Fachliche Betreuung

Korge

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. med. Andreas Korge


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