Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans).

Eine Rheumaerkrankung, die vor allem die Wirbelsäule angreift.

Bei Morbus Bechterew kommt es durch eine chronische Entzündung zur zunehmenden Versteifung der Wirbelsäule.

Bei Morbus Bechterew kommt es durch eine chronische Entzündung zur zunehmenden Versteifung der Wirbelsäule.

Der Schmerz sitzt ganz tief im Rücken. Vor allem nachts oder am frühen Morgen meldet er sich. Strecken, dehnen und ein wenig laufen  – Bewegung hilft Betroffenen mit Morbus Bechterew in den meisten Fällen.

Was bleibt, ist die Müdigkeit und das Gefühl, weniger beweglich zu sein. Steif zu werden. Über Monate hält die meisten Patienten mit Morbus Bechterew dieses Spiel auf Trab – bis sie doch endlich einen Arzt aufsuchen.

Morbus Bechterew ist eine chronisch-entzündliche und rheumatische Erkrankung. Die Übersetzung des medizinischen Begriffs Spondylarthropathie oder Spondylitis ankylosans beschreibt die Krankheit bereits mit wenigen Worten treffend: Versteifende Wirbelentzündung.

 

Morbus Bechterew. Informationen, Symptome & Ursachen

Symptome. Beschwerden bei Morbus Bechterew

Wenn entzündliche Schübe die Wirbelsäule verbiegen.

Nach Monaten bis Jahren verändert sich das Skelett der Patienten mit Morbus Bechterew. Die Wirbelsäule verknöchert und verbiegt sich. Es bildet sich ein Buckel.

Nach Monaten bis Jahren verändert sich das Skelett der Patienten mit Morbus Bechterew. Die Wirbelsäule verknöchert und verbiegt sich. Es bildet sich ein Buckel.

Nach Monaten bis Jahren verändert sich durch die chronische Entzündung das Skelett der Betroffenen bei Morbus Bechterew. Die Wirbelsäule verknöchert und verbiegt sich. Die Lendenwirbelsäule flacht ab, die Brustwirbelsäule bildet einen Buckel. Gleichzeitig entstehen entzündliche Veränderungen in den großen Gelenken, Sehnen, Augen und im Herzmuskel.

 

Typisch bei Bechterew ist der tiefsitzende Rückenschmerz.

Durch Entzündungen der Sehnenansätze fühlen sich Patienten nach dem Aufstehen steif und unbeweglich. Der untere Rücken schmerzt.

Durch Entzündungen der Sehnenansätze fühlen sich Patienten nach dem Aufstehen steif und unbeweglich. Der untere Rücken schmerzt.

In einem aktiven Stadium wird Morbus Bechterew vor allem durch den tiefsitzenden Rückenschmerz charakterisiert. Nach langen Ruhephasen, also vor allem nachts, plagen Betroffene Wirbelsäulen- und Brustkorbschmerzen. Ausgehend von den Kreuzbein-Darmbein-Gelenken (Iliosakralgelenken) im hinteren-unteren Rückenbereich, strahlen die Schmerzen in das Gesäß und beide Oberschenkel aus. Husten oder Niesen verstärken den Schmerz.

Durch Dehnen, Strecken oder sanfte Massage bessern sich die Schmerzen deutlich. Trotzdem fühlen sich die Patienten steif und unbeweglich – mit jedem Tag mehr. Das Heben des Brustkorbs, tiefes ein- und ausatmen, kann ebenfalls schmerzhaft sein.

 

Erste Anzeichen & Symptome für Morbus Bechterew:

  • Tiefsitzender Rückenschmerz nach langen Ruhephasen (vor allem nachts), der sich durch Bewegung bessert
  • Morgensteifigkeit des Rückens (30 Minuten oder länger)
  • Schmerzen strahlen in Gesäß und beide Oberschenkel aus
  • chronischer Rückenschmerz von mehr als drei Monaten
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
 
 

Entzündungen auch in Gelenken und Sehnen.

Häufig tritt bei Morbus Bechterew eine Gelenkentzündung (Arthritis) in den großen Gelenken wie Knie, Schulter- und Hüftgelenken auf. Vor allem die Hüften können durch die Entzündung schon in jungen Jahren durch einen fortschreitenden Morbus Bechterew zerstört werden.

Zusätzlich können sich auch Sehnenansätze entzünden. Dies äußert sich unter anderem durch Schmerzen im Becken, Oberschenkel, Unterschenkel und dem Fersenbein. Entsprechend verschlechtert sich die Beweglichkeit des Patienten weiter. Entzündungen in Sehnenansätzen sind ebenfalls Ursache für die bei Morbus Bechterew fortschreitende Morgensteifigkeit.

 

Auch innere Organe können betroffen sein.

Im Spätstadium eines Morbus Bechterew verändert sich durch die chronische Entzündung das Skelett der Betroffenen. Die Wirbelsäule verknöchert und verbiegt sich. Die Lendenwirbelsäule flacht ab, die Brustwirbelsäule bildet einen Buckel. Gleichzeitig entstehen entzündliche Veränderungen in den großen Gelenken, Sehnen, Augen und im Herzmuskel. Es muss nicht, kann aber zur Beteiligung innerer Organe kommen.

 

Auftretende Symptome bei Beteiligung innerer Organe:

  • Beteiligung des Herzens: Aorten-Insuffizienz, Herzrhythmusstörungen
  • Beteiligung der Lunge: restriktive Lungenerkrankung, Bindegewebseinlagerungen in den Lungenoberlappen (Lungenfibrose)
  • Beteiligung des Auges: Regenbogenhautentzündung (Iritis), Entzündung der Iris (Iridozyklitis)
  • Beteiligung des Darmes: Darmentzündung (Kolitis)
 

Ursache. Wie entsteht Morbus Bechterew?

Wodurch wird Morbus Bechterew verursacht?

Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) entsteht durch eine krankhafte Immunreaktion des eigenen Körpers. Die genaue Ursache hierfür ist noch nicht erforscht.

Fest steht jedoch: Die eigenen Abwehrzellen des Immunsystems richten sich gegen sich selbst. Statt gegen fremde Krankheitserreger kämpft der Körper gegen eigene Zellen und erkennt diese als „krank“. Ein nicht enden wollender Prozess kommt in Gang – beginnend in den Gelenken, Sehnenansätzen und Knorpelgewebe. Es entstehen chronische Entzündungen. Gewebe wie Knorpel und Knochen werden vom eigenen Körper dauerhaft beschädigt. 

 

Verdacht: Bakterielle und genetische Auslöser.

Genaue Ursache ungewiss: Das Abwehrsystem des Körpers richtet sich beim Morbus Bechterew gegen sich selbst. Vermutet werden genetische Faktoren als Auslöser der chronischen Entzündungsprozesse.

Genaue Ursache ungewiss: Das Abwehrsystem des Körpers richtet sich beim Morbus Bechterew gegen sich selbst. Vermutet werden genetische Faktoren als Auslöser der chronischen Entzündungsprozesse.

Bei 95% aller Patienten mit Morbus Bechterew wird das Gen HLA-B27gefunden. Innerhalb der gesamten Bevölkerung liegt der Anteil von Trägern dieses Gens hingegen nur bei 8%. So steht HLA-B27 stark in Verdacht, Mitauslöser von Morbus Bechterew zu sein.

Was genau dieses Gen auslöst und ob es direkt am Ausbruch der Krankheit beteiligt ist, wird weiter erforscht. Aktuelle Ergebnisse lassen darauf schließen, dass das Gen direkt an den entzündlichen Prozessen an Gelenken, Sehnenansätzen und Knorpelgewebe beteiligt ist. Warum aber gerade dort, ist noch nicht geklärt.

Ebenfalls werden mögliche Bakterien als Auslöser von Morbus Bechterew diskutiert. Sie könnten das Abwehrsystem des Körpers stark aktivieren und die entzündlichen Prozesse in Gang bringen. Hier stehen Stäbchenbakterien wie Klebsiellen, Shigellen und Salmonellen in Verdacht sowie  Yersinien und Chlamydien.

 

Der Verlauf der Erkrankung Morbus Bechterew.

Morbus Bechterew ist eine chronische Erkrankung.

Morbus Bechterew ist eine chronisch, lang andauernde Erkrankung. Der Verlauf ist von der Konstitution des Patienten abhängig und schlecht vorhersagbar.  

Ähnlich wie Multiple Sklerose kann Morbus Bechterew sowohl stetig fortschreiten als auch in Schüben verlaufen. Die Krankheit kann schnell, aber auch langsam voranschreiten. Patienten erleben unterschiedlich lange beschwerdefreie Phasen, die dann von akuten Entzündungsschüben abgelöst werden. Im Laufe der Jahre kann die entzündliche Phase aber auch ausbleiben. Die Krankheit kommt dann plötzlich zum völligen Stillstand.

 

Morbus Bechterew hat viele Gesichter. Mit einer individuellen Behandlung ist ein Leben mit der Krankheit aber gut möglich.

Morbus Bechterew hat viele Gesichter. Mit einer individuellen Behandlung ist ein Leben mit der Krankheit aber gut möglich.

So wie Morbus Bechterew bei dem einen schnell und bei dem anderen sehr langsam fortschreiten kann, kann sich die Krankheit auch im Schweregrad sehr stark unterscheiden. Bei manchen verläuft die Krankheit so mild, dass die Krankheit häufig nur zufällig diagnostiziert wird. Bei anderen Patienten wiederum treten starke Schmerzen und Deformationen an der Wirbelsäule und Gelenken auf.

Mit einer individuell angepassten Behandlung, einer Kombination von Bewegungsübungen und Medikamenten, kann der Verlauf von Morbus Bechterew in den allermeisten Fällen aber gut kontrolliert werden.

 

Morbus Bechterew ohne Einfluss auf die Lebenserwartung.

Die Lebenserwartung von Morbus Bechterew-Patienten unterscheidet sich nicht von der Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung. Was sie allerdings beeinträchtigen könnte, sind Organbeteiligungen, die im Spätstadium auftreten können. Betroffen können dann Lunge, Herz, Nieren und das Nervensystem sein.

 

Weitgehende Beschwerdefreiheit ist möglich.

In der Schön Klinik möchten wir Patienten mit Morbus Bechterew zeigen, wie sie trotz chronischer Krankheit ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen können. Hierzu setzen wir neben einer medikamentösen Therapie vor allem auf Bewegung: Gymnastik beugt der Verknöcherung von Wirbelsäule und Gelenken vor. Denn wer sich bewegt, bleibt auch beweglich.

Mit einer individuell angepassten Behandlung ist es gut möglich, die entzündlichen Schübe und deren Folgen zu kontrollieren. Betroffene müssen sich trotz Diagnose nicht der Krankheit beugen. Sie können ein selbstbestimmtes Leben führen.

 

Wie entstehen Rückenschmerzen? Unser Film klärt auf.


Diagnostik, Therapie & OP

Physiotherapie, Gymnastik, Medikamente: Morbus Bechterew ist nicht heilbar, aber mit dieser Kombination oft gut behandelbar.

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Ärzte & Therapeuten

Unsere Ärzte und Orthopäden, die auf die Behandlung von Morbus Bechterew und Erkrankungen der Wirbelsäule spezialisiert sind.

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Welche Therapie? Und wo?

Konservative Behandlung oder OP? Suchen Sie eine geeignete Therapie für Ihr individuelles Rückenproblem? Wir beraten Sie gerne.

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