Berufsmedizinische Reha bei Bandscheibenvorfall.

Nach der Bandscheiben-OP wieder zurück in den Beruf.

Die berufsmedizinische Rehabilitation sorgt für eine optimale Vorbereitung auf die Rückkehr in den Arbeitsalltag.

Die berufsmedizinische Rehabilitation sorgt für eine optimale Vorbereitung auf die Rückkehr in den Arbeitsalltag.

Bandscheibenvorfall! Diese Diagnose fürchtet jeder Patient, der mit stechenden Rückenschmerzen schließlich doch zum Arzt geht. Denn gleichzeitig schwingt die Frage mit: Reicht eine konservative Therapie oder muss operiert werden? „Vor allem wenn Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen hinzukommen, ist eine Operation in Betracht zu ziehen“, erläutert Dr. Rupert-Dominik Grabiger, Leitender Arzt am Rückenzentrum der Schön Klinik Harthausen. Viele Patienten machen die Entscheidung für eine OP aber von einer ganz anderen Frage abhängig: Wann kann ich wieder arbeiten gehen?

„Das kommt ganz auf den Beruf an,“ lautet dann die Antwort des erfahrenen Mediziners. „Aber die Behandlung des Bandscheibenvorfalls sollte auf keinen Fall davon abhängen, ob der Patient beruflich unter Druck steht. An erster Stelle kommt immer die Gesundheit!“. Zudem gibt es in der Schön Klinik die Möglichkeit, eine berufsmedizinische Rehabilitation durchzuführen: An Musterarbeitsplätzen können Patienten dann gemeinsam mit ihren Therapeuten die Wirbelsäule so trainieren, dass dieser für den Alltag wieder optimal gekräftigt ist. So sind die Prognosen nicht schlecht: Rund 80 Prozent der operierten Patienten arbeiten drei Monate nach dem Eingriff wieder so wie vor den Rückenproblemen.

 

Drei Tage nach der OP wieder hinter der Ladentheke.

Allzu lange muss es gar nicht dauern, bis ein Patient nach einer Bandscheiben-OP wieder voll zupacken kann. Dr. Rupert-Dominik Grabiger erinnert sich gut an den Metzgermeister, den er freitags operierte und der am Montagmorgen schon wieder in seinem Geschäft hinter der Theke stand. „Das ging zwar gut, ist aber zur Nachahmung trotzdem nicht zu empfehlen.“ Von Null auf Hundert sollten die wenigsten Menschen wieder in den Beruf einsteigen, unabhängig von ihrer Tätigkeit. Zumindest die endgültige Wundheilung von etwa drei bis vier Wochen sollte abgewartet werden. Danach empfiehlt der Arzt je nach Schwere des Vorfalls eine stationäre Anschlussheilbehandlung.

Auch eine spezielle berufsorientierte Rehabilitation ist möglich. Anschließend kann langsam mit der Wiedereingliederung ins Berufsleben begonnen werden: Erst einmal stundenweise und am besten in wechselnder Haltung, also mal sitzend und mal stehend. „Nach ein paar Wochen ist der Patient dann wieder im Arbeitsalltag und beim Acht-Stunden-Tag angekommen“, weiß Dr. Grabiger aus Erfahrung.

 

Die berufsorientierte Rehabilitation trainiert den Arbeitsalltag.

Die arbeitsplatzbezogenen Therapie trainiert die individuellen Belastungen des Berufes.

Die arbeitsplatzbezogenen Therapie trainiert die individuellen Belastungen des Berufes.

Damit die Rückkehr in den Job reibungslos und schmerzfrei abläuft und auch nicht gleich der nächste Bandscheibenvorfall droht, ist für viele Patienten eine gezielte arbeitsplatzbezogene Rehabilitation sinnvoll. Hier bietet die Schön Klinik Bad Staffelstein Unterstützung an: An zahlreichen Trainingsarbeitsplätzen können Patienten gezielt alle Bewegungsabläufe nachahmen, die sie tagtäglich vollführen müssen.

„Unsere Patienten finden bei uns zum Beispiel einen ergonomisch-optimierten Büroarbeitsplatz wie auch Trainingsplätze für Dachdecker, Fliesenleger, Maler oder Elektriker vor“, erklärt Chefarzt Dr. Stefan Middeldorf das Konzept. „Auch mit Postangestellten oder dem eingangs erwähnten Metzgermeister testen wir den Rücken auf seine Beanspruchung und kräftigen die hierfür notwendigen Muskelgruppen gezielt.“ So wird bereits in der Reha-Phase auf Schrägen gelaufen, geschraubt, gehoben, gerollt oder gesteckt. Manchmal müssen Bewegungsabläufe auch umgelernt werden – weil durch Fehlhaltungen die Rückenbeschwerden zurückkehren könnten. „Wer also gerade seine Rückenbeschwerden losgeworden ist oder erst durch weiter gekräftigte Muskulatur schmerzfrei werden kann“, so Dr. Middeldorf, „der kann in der berufsorientierten Reha unter der Anleitung eines Therapeuten Alltagsleben simulieren und seinen Rücken exakt auf die zu erwartende Beanspruchung vorbereiten.“

 

82 Prozent beschreiben sich nach dem Eingriff als körperlich fit.

Was sich erst einmal langwierig anhört, ist letztlich gar nicht so dramatisch. Da sprechen auch die Zahlen eine klare Sprache: 81 Prozent der Patienten, die in unseren Krankenhäusern mit Bandscheibenvorfall behandelt werden, sind drei Monate später wieder voll ins Berufsleben integriert. Dies zeigen klinikinterne Nachbefragungen. Seit Jahren schickt die Schön Klinik einige Wochen nach erfolgter OP einen Fragebogen an die Patienten, um den Behandlungsverlauf zu bewerten.

So wissen die behandelnden Ärzte ebenfalls: 82 Prozent der Patienten beschreiben sich drei Monate nach dem Eingriff als körperlich aktiv. Der Bandscheibenvorfall ist also kein Grund, eine Berufsunfähigkeit zu fürchten. Das gilt für sitzende Tätigkeiten genauso wie für körperlich anstrengende Berufe.

 

Ein Bandscheibenvorfall kann jeden treffen.

Natürlich gibt es Berufe, die für Bandscheibenvorfälle besonders prädestiniert sind. Dazu gehören zum einen Tätigkeiten, bei denen ständig schwer gehoben werden muss, wie z.B. Maler, Maurer, Fliesenleger oder Lastwagenfahrer mit Ladetätigkeit.

Bei anderen Berufsgruppe spielen Heben und Tragen überhaupt keine Rolle, etwa bei typischen Schreibtischjobs wie Lehrer, Buchhalter oder Bürokaufleute. Unter der Woche sitzen sie die meiste Zeit, am Wochenende werden sie dann plötzlich beim Gartenumgraben unsanft an ihren Rücken erinnert. Kurz: Es kann jeden treffen.

Wer seinen Rücken ständig fordert, bekommt schneller Verschleißerscheinungen. Wer sich im Alltag kaum bewegt, hat meist eine so unterentwickelte Rücken- und Rumpfmuskulatur, dass die Muskeln mit dem Stützen der Wirbelsäule schlicht überfordert sind und irgendwann nachgeben. Die gute Nachricht: Beide Berufsgruppen können etwas tun, um Bandscheibenvorfälle zu verhindern.

 

Vorbeugen ist besser als operieren.

Auch wenn Bandscheibenvorfälle bei Menschen zwischen 40 und 70 sehr häufig vorkommen – der lästige Zwischenfall muss nicht eintreffen. Durch ein paar Vorsichtsmaßnahmen lässt er sich sogar fast sicher verhindern. „Vermeiden Sie Übergewicht, treiben Sie regelmäßig Sport, um Bauch-, Rücken- und Rumpfmuskulatur zu stärken und bemühen Sie sich um eine gesunde Lebensführung,“ rät Rückenspezialist Dr. Grabiger.

Den perfekten Sport dafür gibt es allerdings nicht. Wichtiger als Leistungssport sei in jedem Fall, dass Bauch und Rücken ausgewogen gekräftigt werden. „Natürlich sind Maurer auf ihre Art trainiert. Nur wird der Bewegungsapparat meist sehr einseitig gefordert. Man müsste bei jedem Menschen darauf achten, dass alle Muskelgruppen trainiert werden. Nur dann wird die Wirbelsäule perfekt gestützt.“ Mit dem Training kann man übrigens jederzeit anfangen – selbst nach dem Bandscheibenvorfall.