Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps).

Wenn die Bandscheiben ihre Position verlassen.

Bei einem Bandscheibenvorfall verlässt die Bandscheibe ihre ursprüngliche Position in der Wirbelsäule.

Bei einem Bandscheibenvorfall verlässt die Bandscheibe ihre ursprüngliche Position in der Wirbelsäule.

Ein Bandscheibenvorfall ist wörtlich zu nehmen. Das führt allerdings viele Patienten in die Irre: Denn ein Bandscheibenprolaps bezeichnet nicht einen „Vorfall“, also ein Ereignis. Ein Bandscheibenvorfall bedeutet vor allem bildlich gesprochen, dass die Bandscheibe vorfällt. Also herausrutscht. Sie schiebt sich vor – und geht als Folge dessen eventuell auch kaputt.

Bandscheiben sind die Stoßdämpfer der Wirbelsäule. Sie fühlen sich an wie ein Weingummi oder Tintenfischring: weich und elastisch. Außen haben sie eine feste Haut, innen bestehen sie aus einer gel- oder geleeartigen, zähflüssigen Masse und einem Zellkern.

 

Der Verlust der Elastizität begünstigt den Bandscheibenvorfall.

Aufgrund ihrer Struktur sind Bandscheiben äußerst dehnbar, federn Stöße in der Wirbelsäule ab und sorgen dafür, dass die einzelnen Wirbelkörper nicht aneinander reiben – denn das verursacht starke Schmerzen.

Eine gesunde und junge Bandscheibe ist elastisch und kehrt aus jeder Verformung wieder zurück in ihre ursprüngliche Form. Im Laufe der Zeit verliert die Bandscheibe aber Wasser und büßt Elastizität ein. Bei Stößen wird sie platt gedrückt und bleibt in dieser veränderten Form. Da die feste Außenhaut eine Schwachstelle nah dem Wirbelkanal hat, verschiebt sich der gelartige Inhalt häufig Richtung Rückenmarkskanal. Die Bandscheibe wölbt sich also vor. Drückt diese Vorwölbung auf Nerven, die sich im Rückenmarkskanal befinden, erzeugt dies Schmerzen, Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen – der klassische Bandscheibenvorfall, auch Bandscheibenprolaps genannt.

 

Bandscheibenvorfall. Krankheit, Ursachen & Symptome

Erklärung. Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Der Aufbau der Bandscheibe.

Die Bandscheibe dient als Stoßdämpfer im Rücken und federt Belastungen auf die Wirbelsäule ab.

Die Bandscheibe dient als Stoßdämpfer im Rücken und federt Belastungen auf die Wirbelsäule ab.

Bandscheiben sind die Stoßdämpfer der Wirbelsäule. Sie bestehen aus einer festen Außenhaut, die mit einem geleeartigen, zähflüssigen Inhalt und einem festen Zellkern gefüllt ist. Die Außenhaut gleicht einer Zwiebel und besteht aus mehreren Faserschichten. Deshalb heißt sie Faserring. An den Faserring grenzen ein vorderes und ein hinteres Längsband an. Das Längsband trennt die Bandscheibe vom Rückenmarkskanal.

Mit zunehmender Lebenszeit verlieren Bandscheiben stetig an Flüssigkeit und büßen Elastizität und Flexibilität ein – ähnlich einem Schwamm, der in der Sonne trocknet. Ein feuchter Schwamm ist flexibel und nimmt immer wieder seine ursprüngliche Form ein. Ein trockener Schwamm ist spröde, nicht elastisch und verharrt in der Form, in die man ihn presst.

So werden auch Bandscheiben mit weniger Wasserhaushalt bei Belastungen stärker zusammengedrückt – und können sich anschließend nicht mehr in ihre Ausgangsform zurückdehnen. Sie verlieren insgesamt an Höhe. Das Risiko für einen Bandscheibenvorfall (Prolaps) steigt.

 

Vom Bandscheibenschaden zum Bandscheibenvorfall.

Trocknet die Bandscheibe langsam aus, bekommt der Faserring Risse. Diese entstehen vor allem in dem Teil, das an den Rückenmarkskanal grenzt, durch den die Nervenbahnen in der Wirbelsäule laufen. Anteile des weichen, gelartigen Inhalts der Bandscheibe können in diese Risse des Faserrings laufen. So verändert die Bandscheibe langsam ihre Form und wölbt sich vor in Richtung Rückenmarkskanal. Dieser Zustand ist die Vorstufe eines Bandscheibenvorfalls.

Reißt die Außenhaut durch den entstehenden Druck komplett auf, entsteht ein Loch im Faserring. Dann tritt der geleeartige Inhalt, wie auch möglicherweise der feste Zellkern in den Rückenmarkskanal aus. Durch diesen Bandscheibenvorfall können Nerven im Rückenmarkskanal abgedrückt werden. Patienten klagen in diesem Fall über Lähmungserscheinungen. Dann ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

 

Was versteht man unter einem Bandscheibenvorfall?

Bei einem Bandscheibenvorfall verformt sich die Bandscheibe: Sie rutscht hervor und kann auch reißen. Dann kann der geleeartige Inhalt in den Rückenmarkskanal austreten.

Bei einem Bandscheibenvorfall verformt sich die Bandscheibe: Sie rutscht hervor und kann auch reißen. Dann kann der geleeartige Inhalt in den Rückenmarkskanal austreten.

Ein Bandscheibenvorfall ist die Folge eines Bandscheibenschadens. Und Schäden an der Bandscheibe sind altersbedingte Verschleißerscheinungen, die durch Überbeanspruchung oder Fehlhaltungen der Wirbelsäule beschleunigt werden können. Wölbt sich ein Teil der Bandscheibe, bedingt durch den Bandscheibenschaden, in Richtung Rückenmarkskanal oder geht die Bandscheibe gar kaputt, tritt ihr Inhalt in den Rückenmarkskanal aus. In beiden Fällen spricht man von einem Bandscheibenvorfall bzw. Bandscheibenprolaps. Die Bandscheibe fällt vor oder nach vorne – meist in Richtung Rückenmarkskanal, dorthin, wo die Nervenstränge verlaufen.

 

Verschiedene Arten von Bandscheibenvorfall.

Man unterscheidet verschiedene Formen eines Bandscheibenvorfalles:

  • Bandscheibenvorwölbung (med.: Bandscheibenportrusion): Die Bandscheibe wölbt sich vor, der Faserring bleibt intakt 
  • Bandscheibenvorfall (med.: Bandscheibenprolaps): Bandscheibengewebe tritt durch den Faserring aus
  • Verrutschter Bandscheibenvorfall (med.: sequestrierter Bandscheibenprolaps): Bandscheibengewebe durchbricht das Längsband und tritt aus dem Faserring in den Rückenmarkskanal
  • Verrutschter Bandscheibenvorfall mit Ablösung eines Stücks (med.: sequestrierter Bandscheibenprolaps subligamentär): Das Bandscheibengewebe durchbricht das hintere Längsband. Es lösen sich Gewebeteile ab und laufen in den Rückenmarkskanal. 
 

Häufigste Art des Bandscheibenvorfalls.

Am häufigsten wird ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule diagnostiziert – etwa 80 bis 85%. Hier wird die Wirbelsäule am meisten belastet. An der Halswirbelsäule, die nur den Kopf mit etwa 5 bis 6 Kilo zu tragen hat, treten deshalb auch nur etwa 10 bis 15 % aller Bandscheibenvorfälle auf. Am seltensten sind sie im Bereich der Brustwirbelsäule lokalisiert. Hier wird die Brustwirbelsäule durch den Brustkorb stabilisiert und ist kaum beweglich.

 

Symptome. Mögliche Beschwerden bei Bandscheibenvorfall

Welche Symptome treten bei Bandscheibenvorfall auf?

Verrutschen die Bandscheiben, schmerzt der Rücken. Daneben können auch ausstrahlende Schmerzen in Armen oder Beinen entstehen.

Verrutschen die Bandscheiben, schmerzt der Rücken. Daneben können auch ausstrahlende Schmerzen in Armen oder Beinen entstehen.

Rückenschmerzen – mit diesem eindeutigen Symptom kommen die meisten Patienten mit Bandscheibenvorfällen zu uns. Jeder Bandscheibenprolaps ist mit Schmerzen verbunden, die im Rücken auftreten und/ oder in andere Körperregionen ausstrahlen. Häufig treten auch Gefühlsstörungen oder Lähmungen in Beinen und Füßen auf. Je nach betroffenem Gebiet der Wirbelsäule können die Rückenschmerzen eher im Nacken oder im unteren Rücken sitzen. Der Bereich der Brustwirbelsäule ist im Gegensatz zur Hals- und Lendenwirbelsäule eher selten von einem Bandscheibenvorfall betroffen.

 

Der Schmerz kann bis in Arme und Beine ausstrahlen.

Symptome bei Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS).

Leitsymptome eines Bandscheibenvorfalles in der Lendenwirbelsäule sind Schmerzen im unteren Rücken. Diese können in ein oder beide Beine ausstrahlen und lassen nach, wenn das Bein angewinkelt wird. In der Regel kann ein Patient mit Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule sein Bein gestreckt kaum anheben, da durch diese Bewegung der Schmerz verstärkt wird. Gleiches gilt für Husten, Niesen und Pressen bei bestehendem Prolaps.

Symptome bei Bandschreibenvorfall in der Halswirbelsäule (HWS).

Symptom eines Bandschreibenvorfalls in der Halswirbelsäule ist der Nackenschmerz. Dieser kann einseitig oder beidseitig auftreten. Sehr häufig strahlt er in die Schulter oder zwischen die Schulterblätter aus. Hier können sich auch Muskelverhärtungen ausbilden, die eigentlich vor starken (wiederum schmerzauslösenden) Bewegungen schützen sollen. Patienten mit einem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule klagen ebenfalls häufig über Kopfschmerzen und Schwindel.

 

Alarmsymptome: Lähmungen und Taubheitsgefühle.

Bei Lähmungserscheinungen, unerträglichen Schmerzen oder Blasen- und Darmstörungen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Bei Lähmungserscheinungen, unerträglichen Schmerzen oder Blasen- und Darmstörungen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Werden die Nerven im Spinalkanal der Wirbelsäule durch einen Bandscheibenvorfall stärker zusammengedrückt oder zunehmend geschädigt, werden die Schmerzen weniger wahrgenommen. Gleichzeitig können flächenhaft begrenzte Taubheitsgefühle an Armen oder Beinen auftreten. Nachlassende Schmerzen bei fortschreitenden Lähmungserscheinungen sind daher ein Alarmsignal: Die schmerzleitenden Fasern der Bandscheibe sind dann bereits zerstört. Ist der Wirbelkanal durch den Bandscheibenprolaps zentral eingeengt, so können auch Gangstörungen bis hin zur Querschnittslähmungen auftreten.

Sie sollten daher sofort einen Arzt aufsuchen, wenn bei Ihnen Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen auftreten. Dazu zählen auch Störungen des Stuhl- und Harndrangs.

 

Ursachen. So entsteht ein Bandscheibenvorfall

Was führt zu einem Bandscheibenvorfall?

Bei einem Bandscheibenvorfall tritt die Bandscheibe hervor und kann auf den Nervenkanal drücken.

Bei einem Bandscheibenvorfall tritt die Bandscheibe hervor und kann auf den Nervenkanal drücken.

Ein Bandscheibenvorfall entsteht durch langjährige Schäden an den Bandscheiben. Solche Bandscheibenschäden sind altersbedingte Verschleißerscheinungen. Wie alles, was täglich und viel benutzt wird, zeigen sich mit der Zeit Gebrauchsspuren. Der Verschleiß kann jedoch durch einseitige Belastung oder eine Schwäche der Rumpfmuskulatur beschleunigt werden. Bandscheibenschäden sind überdies genetisch vorprogrammiert und kommen familiär gehäuft vor.

 

Überlastung, fehlende Bewegung, schwache Muskulatur.

Verschleißerscheinungen an den Bandscheiben sind Ursache eines Bandscheibenvorfalls. Fehlhaltungen und Überlastung können den Verschleiß begünstigen.

Verschleißerscheinungen an den Bandscheiben sind Ursache eines Bandscheibenvorfalls. Fehlhaltungen und Überlastung können den Verschleiß begünstigen.

Bewegungsmangel, Fehlhaltungen, starke Beanspruchung oder Übergewicht sind ungünstige Faktoren. Fernfahrer oder Bauarbeiter beanspruchen ihren Rücken beispielsweise besonders stark, Erzieher im Kindergarten nehmen häufig eine gebeugte Haltung und damit eine Fehlhaltung ein. Wer dabei noch schwere Gegenstände falsch hebt oder zu schwere Lasten trägt, kann einen akuten Bandscheibenvorfall auslösen. Ein weiterer Grund für einen Bandscheibenvorfall ist auch eine schwache Rückenmuskulatur, denn eine starke Muskulatur entlastet die Wirbelsäule und wirkt Fehlbelastungen der Bandscheiben entgegen. Gelegentlich tritt ein Bandscheibenvorfall auch während der Schwangerschaft auf.

Am häufigsten tritt ein Bandscheibenprolaps im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Allein in Deutschland werden jährlich 800.000 Bandscheibenvorfälle diagnostiziert. Das Durchschnittsalter der Patienten mit einem Prolaps liegt dabei zwischen 45 und 55 Jahren.

 

Wie entsteht ein Bandscheibenvorfall? Unser Film klärt auf.


Diagnostik, Therapie & OP

Bei einem Bandscheibenvorfall helfen oft konservative Maßnahmen. In schweren Fällen kann aber auch eine Operation notwendig sein.

Diagnostik, Therapie & OP

Berufsmedizinische Reha

Nach einer Bandscheiben-OP helfen spezielle Reha-Konzepte, möglichst bald wieder in den Beruf zurückkehren zu können.

Reha bei Bandscheibenvorfall

 

Behandlungserfolg & Qualität

Weniger Schmerzen, mehr Lebensqualität: 81% der Patienten können 3 Monate nach einem Bandscheibenvorfall wieder arbeiten.

Behandlungsqualität

Ärzte & Therapeuten

Unsere Rückenspezialisten im Überblick: Finden Sie hier Ihren Orthopäden für die Behandlung von Bandscheibenvorfall.

Ärzte & Therapeuten

 

Spezialisierte Kliniken

Diese Kliniken und Krankenhäuser sind auf die Behandlung von Bandscheibenvorfällen und Rückenschmerzen spezialisiert.

Bandscheibenvorfall Kliniken

Welche Therapie? Und wo?

Konservative Behandlung oder OP? Suchen Sie eine geeignete Therapie für Ihr individuelles Rückenproblem? Wir beraten Sie gerne.

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