Bandscheibenschäden. Diagnostik & Therapie
Kernspintomografie wichtigste Untersuchung.
Das wichtigste Untersuchungsverfahren ist die Kernspintomografie, die eine Aussage über den Verschleißzustand der Bandscheibe und der Wirbelgelenke erlaubt. Sie ermöglicht auch die Beurteilung des Wirbelkanals sowie der Nervenkanäle und kann einen Bandscheibenvorfall nachweisen oder ausschließen.
Röntgenaufnahmen dienen zur Beurteilung der Knochenstruktur und Wirbelsäulenform sowie um andere Erkrankungen wie einen Tumor oder eine Verkrümmung auszuschließen. So genannte Funktionsaufnahmen (Vorneigung / Rückneigung) zeigen die Stabilität der Wirbelsäule. Weitere Untersuchungsverfahren wie Computertomografie oder Kontrastmitteluntersuchungen (Diskografie, Myleografie) spielen keine entscheidende Rolle. Zum Ausschluss einer Osteoporose ist eine Knochendichtemessung zu empfehlen.
Schmerzblockierung als Diagnoseverfahren.
Um die beschädigte Bandscheibe herauszufiltern, wird in die verdächtige Stelle ein Betäubungsmittel gespritzt, um den Schmerz zu blockieren. Gelingt dies, ist der Auslöser der Schmerzen gefunden.
Um eine schmerzhafte Bandscheibe oder ein schmerzhaftes Wirbelgelenk zu identifizieren, sind gelegentlich so genannte diagnostische Infiltrationen notwendig. Hierbei wird unter Röntgenkontrolle ein örtliches Betäubungsmittel exakt an die schmerzverdächtige Struktur injiziert, um den Schmerz zu blockieren. Ist dies der Fall, so ist damit auch der Nachweis erbracht, dass diese anatomische Struktur – ob Bandscheibe oder Wirbelgelenk - auch tatsächlich schmerzempfindlich oder verursachend ist. Dies nennt man ‚semiinvasive‘ (also wenig eingreifende) Diagnostik. Selbstverständlich müssen andere Kreuzschmerzursachen ausgeschlossen werden wie beispielsweise gynäkologische Ursachen oder Magen-Darm-Erkrankungen, Tumoren, Entzündungen, Osteoporose, Frakturen oder andere.
Wichtige Maßnahmen: Schmerzmittel & Muskelaufbautraining.
Sind die Schmerzen abgeklungen, müssen Rücken- und Bauchmuskulatur gestärkt werden.
Schmerzhafte Bandscheibenschäden behandeln wir in den Schön Kliniken in der Regel zunächst konservativ – also ohne Operation. Die akute Schmerzbehandlung unserer Patienten steht hierbei zunächst im Vordergrund. Therapie erster Wahl ist hierbei eine Kombination aus Schmerzmitteln und muskelentspannenden Medikamenten.
Nach Abklingen der akuten Schmerzen ist die Rückkehr zu normalen Aktivitäten, unterstützt durch ein regelmäßiges Muskelaufbautraining, wichtig. Schonhaltungen sollten auf jeden Fall vermieden werden. Wir unterstützen und ermutigen unsere Patienten ein aktives Leben zu führen. Bewegung, Krafttraining und Rückenschule können bei Bandscheibenschäden zudem weiteren Beschwerden vorbeugen.
Operation bei anhaltenden Schmerzen.
Klingen die Beschwerden nicht ab, kann eine Operation Linderung bringen. Das Einsetzen von Interspinösen Spacern entlastet die Bandscheibe. Die Spreizer werden zwischen die Dornfortsätze der Wirbel eingefügt und drücken diese auseinander. So erweitert sich in der Höhe der Raum für die betroffene Bandscheibe.
Eine bewährte Methode, um unseren Patienten wieder ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen, ist der Bandscheibenersatz. Dabei wird die abgenutzte oder verlagerte Bandscheibe entfernt und in die entstandene Lücke ein Ersatz („Cage“) aus Titan, Kunststoff oder körpereigenem Knochenmaterial eingepasst. Ebenfalls lässt sich die Wirbelsäule zusätzlich stabilisieren, indem zwei benachbarte Wirbelkörper mit einer Platte fixiert werden. In diesem Bereich ist die Wirbelsäule dann nicht mehr beweglich und steif.
Operative Verfahren kommen aber ausschließlich nur in Frage, wenn alle konservative Behandlungsmaßnahmen zu keinem für den Patienten zufrieden stellenden Ergebnis geführt haben.
Rehabilitation bei Bandscheibenschäden.
Im Anschluss an eine akute konservative Behandlung, aber vor allem nach einer Operation, ist eine Rehabilitation sinnvoll. Hier werden vor allem die Rückenmuskeln und -Sehnen gestärkt, wie auch die Belastung des Rückens Stück für Stück gesteigert. In der Rückenschule trainieren Patienten bandscheibenschonende Bewegungsabläufe, um auch zu Hause langfristig schmerzfrei und beweglich zu bleiben.
Spezialisierte Kliniken
Diese Kliniken sind auf die Behandlung von Bandscheibenschäden spezialisiert.
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