Spina bifida (offener Rücken).

Eine Spina bifida entwickelt sich während der Schwangerschaft.

Eine Spina bifida tritt durchschnittlich bei etwa einem von 1.000 Neugeborenen auf. Mädchen sind meist häufiger betroffen.

Eine Spina bifida tritt durchschnittlich bei etwa einem von 1.000 Neugeborenen auf. Mädchen sind meist häufiger betroffen.

Während der Entwicklung des Embryos im Mutterleib bildet sich die Wirbelsäule sehr früh. Gehirn, Rückenmark und das umgebende Gewebe entwickeln sich aus einer gemeinsamen Anlage, dem Neuralrohr. Normalerweise wird es zwischen dem 22. und 28. Tag fertig ausgebildet. In sehr seltenen Fällen allerdings reißt es ein oder schließt sich nicht vollständig. Dann bleiben ein oder mehrere Wirbelbögen geöffnet, die Rückenmarkshäute können dabei hervortreten und ebenfalls offen liegen.

Die Fehlbildung ereignet sich im Durchschnitt bei einem von 1.000 Neugeborenen, wobei Mädchen grundsätzlich häufiger betroffen sind als Jungen. Patienten mit einer Spina bifida benötigen ihr ganzes Leben eine regelmäßige und individuelle medizinische Betreuung und Behandlung.

 

Eine frühe Operation kann normale Entwicklung ermöglichen.

Hinter dem Begriff Spina bifida verbirgt sich ein komplexes Krankheitsbild. Je nach Schwere der Behinderung kann die persönliche Einschränkung entweder kaum sichtbar sein oder im schlimmsten Fall ein Leben im Rollstuhl bedeuten. Durch Früherkennung und Operationen im Säuglingsalter ist es möglich, dass sich Kinder mit Spina bifida körperlich und geistig gut entwickeln.

 

Was bedeutet Spina bifida?

Spina bifida setzt sich aus den beiden lateinischen Begriffen Spina ("Stachel", "Dorn") und bifidus ("in zwei Teile gespalten") zusammen. Im Deutschen wird die Krankheit oft als "Wirbelspalt", "Spaltwirbel" oder auch "offener Rücken" bezeichnet.

 

Spina bifida. Formen, Ursachen & Symptome

Formen. Die verschiedenen Arten von Spina bifida

Welche Formen der Spina bifida gibt es?

Die Beschwerden hängen davon ab, welche Anteile des Rückenmarks betroffen sind und auf welcher Höhe der Wirbelsäule der Spalt liegt. Insgesamt unterscheidet man folgende Arten der Spina bifida:

 

Spina bifida occulta.

Dabei handelt es sich um eine Form der Spina bifida, die geschlossen bzw. nicht sichtbar ist. Es zeigt sich ein gespaltener Wirbelbogen, ohne Beteiligung der Rückenmarkshäute (Meningen) und des Rückenmarkes. Dadurch ist sie von außen nicht sichtbar. Da die Spina bifida occulta meist symptomlos verläuft, ist keine Behandlung erforderlich. Sie hat keine besondere medizinische Bedeutung und bleibt weitgehend unentdeckt.

 

Spina bifida aperta.

Sie beschreibt die offene bzw. sichtbare Form der Spina bifida. Der Schweregrad und die Auswirkungen hängen von der Höhe und Ausprägung des Defektes ab. Zu den auftauchenden Problemen zählen beispielsweise Lähmungen an den Extremitäten, der Blase und des Darms. Ein Hydrocephalus (Wasserkopf) der ggf. mit einer geistigen Entwicklungsstörung einhergeht, kann ebenfalls auftreten. Mögliche orthopädische Probleme sind z.B. Skoliose, Gelenkkontrakturen und Fußfehlstellungen wie neurogener Klumpfuß oder Hackenfuß sowie eine Ausrenkung der Hüfte. Es werden drei Formen der Spina bifida aperta unterschieden:

  • Meningozele: Zele leitet sich von Bruch ab. Es liegt ein gespaltener Wirbelbogen vor, durch den sich die Rückenmarkshäute (Meningen) unter der Haut nach außen wölben. Sichtbar ist eine Zyste, die operativ entfernt werden kann, ohne das Rückenmark nachhaltig zu schädigen, da es in seiner üblichen Position im Wirbelkanal bleibt.
  • Meningomyelozele: Diese Art der Spina bifida bezeichnet eine Spaltbildung der Wirbelsäule mit Beteiligung des Rückenmarks und seiner Häute. Durch den betreffenden Spalt treten Teile des Rückenmarks (Myelon), Rückenmarkshäute (Meningen) und Nerven aus. Die dadurch gebildete Blase (Zyste) tritt durch die Haut und ist von außen sichtbar. Bei dieser schweren Form der Spina bifida verlieren auf diese Weise die Nervenstränge an Schutz, und es kommt bereits im Mutterleib zu Schädigungen. Dieser Defekt wird direkt nach der Geburt operativ verschlossen, wobei immer neurologische Symptome auf Höhe der Schädigung bestehen bleiben.
  • Myeloschisis: Dieser Begriff wird häufig für besonders schwere Befunde einer Spina bifida aperta verwendet, bei denen das Nervengewebe an der betroffenen Stelle sichtbar völlig freiliegt und nicht von Bindegewebe bedeckt ist.
 

Symptome. Beschwerden bei Spina bifida

Welche Symptome treten bei einer Spina bifida auf?

Bei Spina bifida können Muskelschwäche oder Lähmungen in den Beinen auftreten.

Bei Spina bifida können Muskelschwäche oder Lähmungen in den Beinen auftreten.

Die Folgeschäden der Spina bifida setzen bereits in der frühen Kindheit ein, machen sich möglicherweise aber auch erst im Erwachsenenalter bemerkbar. Als typische Folgeerscheinungen sind neben dem Darm- und Blasentrakt je nach Ort ebenso bestimmte Muskeln in ihrer Funktion beeinträchtigt. Bei einer gestörten Blasenfunktion kommt es zu Entleerungsproblemen, die entweder eine vollständige Entleerung der Blase verhindern oder eine Blasenentleerung unkontrollierbar machen. Hinzu treten Muskelschwäche in den Beinen bis hin zu einer Querschnittslähmung mit Gefühlsstörungen und kompletter Lähmungen der Beine; schwerwiegend können auch die Wirbelsäulendeformierungen sein, zusätzlich treten Fußdeformitäten und Luxation der Hüften auf.

Gemeinsam mit der Spina bifida tritt häufig auch ein Hydrocephalus auf, auch Wasserkopf genannt. Aufgrund einer Ableitungsstörung sammelt sich Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit in den Hirnwasserkammern an.

 

Ursachen. Wie entsteht eine Spina bifida?

Der Auslöser der Erkrankung ist bislang unbekannt.

Eine Spina bifida entseht zwischen dem 22. und 28. Tag der Schwangerschaft.

Eine Spina bifida entseht zwischen dem 22. und 28. Tag der Schwangerschaft.

Die Entstehung der Spinia bifida liegt in der Embryonalentwicklung zwischen der dritten und vierten Schwangerschaftswoche. In diesem Zeitraum erfolgt der Verschluss des bei dieser Krankheit betroffenen Neuralrohrs aus der Neuralplatte. Warum dieser Defekt der Wirbelsäule auftritt, ist bislang unbekannt. Es können sowohl genetische Faktoren aber auch bestimmte Einflüsse der Außenwelt eine Rolle spielen. Ein Mangel an Folsäure in der Schwangerschaft und die Einnahme von Medikamenten gegen Epilepsie erhöhen das Risiko, dass das Kind mit einer Spina bifida auf die Welt kommt.

 

Diagnostik, Therapie & OP

Wenn möglich, wird der Defekt direkt nach der Geburt operativ geschlossen. Danach folgt dann intensive Physiotherapie zur Nachsorge.

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Spezialisierte Kliniken

Diese Kliniken und Krankenhäuser sind auf die Behandlung von Spina bifida und offenem Rücken bei Neugeborenen spezialisiert.

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Welche Therapie? Und wo?

Konservative Behandlung oder OP? Suchen Sie eine geeignete Therapie für Ihr individuelles Rückenproblem? Wir beraten Sie gerne.

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Ärzte & Therapeuten

Hier finden Sie unsere Ärzte & Therapeuten, die auf die Erkrankung Spina bifida und die Behandlung von offenem Rücken spezialisiert sind.

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