Verletzungen der Halswirbelsäule. Ursachen

Verletzungen bei Säuglingen & Kleinkindern.

Bei Säuglingen und Kleinkindern finden sich Verletzungen der Halswirbelsäule gelegentlich nach schweren Verkehrsunfällen mit einem Heckaufprall oder einer Frontalkollision. Die Ursache liegt in einem gewissen Missverhältnis zwischen der Größe des Kopfes und der noch schwach entwickelten Muskulatur des Halses, so dass die bei diesen Unfallmechanismen auftretende Schärkräfte hier zu schweren Verletzungen insbesondere im Bereich der oberen Halswirbelsäule führen können.

Verletzungen im jugendlichen und erwachsenen Alter.

  • Motorrad- und Mountainbike-Unfälle
  • Der Kopfsprung in das unbekannte, seichte Gewässer
  • Unfälle bei Kontaktsportarten (Eishockey, Ringen, American Football) und Reitunfälle
  • Beim älteren Menschen genügen oft bereits kleinere Gewalteinwirkungen, beispielsweise im Rahmen eines Sturzes, um eine Verletzung der Halswirbelsäule herbei zuführen.

Halswirbelsäulenverletzung und Querschnittslähmung.

Etwa jede fünfte schwerere Verletzung der Halswirbelsäule geht mit einer Lähmung oder zumindest mit Gefühlsausfällen einher. Die Ursache hierfür liegt in einer druck- oder zerreißungsbedingten Schädigung des Rückenmarkes und der austretenden Nerven. Eine Druckschädigung kann beispielsweise durch eine gewaltsame Verschiebung von Wirbeln gegeneinander, das Einsprengen von knöchernen Fragmenten in den Wirbelkanal, oder aber auch durch eine Einblutung in das Rückenmark selbst oder in den Wirbelkanal hervor gerufen werden.

Je nach dem, welcher Abschnitt von einer solchen Verletzung betroffen ist, entstehen typische Ausfälle.

  • Wegen der Nähe zu lebenswichtigen Zentren der Atem- und Kreislauffunktion können Verletzungen im Bereich der oberen Halswirbelsäule zum sofortigen Atem- und Kreislaufstillstand führen und werden ohne sofort einsetzende Wiederbelebungsmaßnahmen oft nicht überlebt.
  • Verletzungen des Rückenmarks oberhalb des vierten Halswirbels können ebenfalls zu erheblichen Beeinträchtigungen der Atemfunktion führen, da hier die Nerven für die Zwerchfellmuskulatur austreten.
  • Die Ausfälle der Nerven können als vollständige oder unvollständige sog. Querschnittlähmung imponieren. Ein vollständiges Querschnittsyndrom im Bereich der Halswirbelsäule ist nicht nur gekennzeichnet durch einen völligen Funktionsausfall von Armen und Beinen, sondern auch durch einen vollständigen Gefühlsverlust unterhalb des verletzten Wirbelsäulenabschnittes. Der damit meist verbundene Ausfall des vegetativen Nervensystems kann in der Folge Auswirkungen auf die Kreislaufregulation, die Regulation des Darmes und die Blasen- und Darmentleerung haben.

Welche Beschwerden treten auf?

Bei Verletzungen der Halswirbelsäule, die mit Nervenausfällen einher gehen, stehen diese zunächst im Vordergrund. Der Verletzte selbst wird – soweit er bei Bewusstsein ist – über Gefühlsausfälle oder eine Bewegungsunfähigkeit von Armen und Beinen berichten, die eindeutige Hinweise auf die Höhe des verletzten Wirbelsäulenabschnittes geben.

Liegen keine Nervenausfälle vor, so werden meist folgende Symptome angegeben:

  • Schmerzen in der Halswirbelsäule und im Nacken in Ruhe und/oder bei Bewegung
  • Eine Fehl-/Schiefstellung des Kopfes
  • Das Gefühl, den Kopf selbst nicht mehr halten zu können

Therapien

Bei stabilen Brüchen ist eine Halskrause ausreichend. Bei instabilen muss operiert werden.

Rehabilitation

In der Reha wird die Halsmuskulatur wieder aufgebaut und die Beweglichkeit verbessert.

Fachliche Betreuung

Siepe

Der Beitrag wird betreut durch

PD Dr. med. habil. Christoph Siepe


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