Verletzungen der Halswirbelsäule. Definition

Struktur der Halswirbelsäule.

Die Halswirbelsäule besteht aus insgesamt sieben Wirbeln und wird in eine obere und untere Halswirbelsäule unterteilt

Die Halswirbelsäule besteht aus insgesamt sieben Wirbeln und wird in eine obere und untere Halswirbelsäule unterteilt

Die Halswirbelsäule besteht aus insgesamt sieben Wirbeln und wird in eine obere und untere Halswirbelsäule unterteilt. Der Grund liegt in der unterschiedlichen Form der Wirbel und den dadurch gegebenen Verletzungsmöglichkeiten. So ist der erste Halswirbel ringförmig aufgebaut, der zweite Halswirbel weist bereits einen vorne gelegenen Körper auf, der mit einem zapfenartigen Fortsatz in den Ring des ersten Halswirbels hinein greift und ihn zusammen mit den Bändern und Gelenkkapseln gegen ein Verrutschen sichert. Die beiden oberen Halswirbel sind gelenkig und mit festen Bändern auch mit der Schädelbasis verbunden, so dass zur oberen Halswirbelsäule auch ein Teil des Hinterhauptes gezählt wird. Die Halswirbel drei bis sieben hingegen weisen eine einheitliche Form auf. Dabei liegt der tragende Teil, der Wirbelkörper, vorne und gibt nach hinten einen knöchernen Bogen ab, der den Rückenmarkskanal umschließt und vor mechanischer Gewalteinwirkung schützt. Zwischen den Wirbelköpern liegen die Bandscheiben, die als Stoßdämpfer fungieren und die in der Lage sind, Stöße gleichmäßig über die gesamte Fläche des Wirbelkörpers zu verteilen. Zusätzlich werden die Wirbel durch kräftige Bänder verbunden, so dass insgesamt eine sehr belastungsfähige, aber dennoch höchst bewegliche Funktionseinheit daraus resultiert.

Wann entstehen Brüche an der Halswirbelsäule?

Treffen jedoch im Rahmen eines Unfallgeschehens unvorbereitet große Kräfte auf die Halswirbelsäule, so kann es sein, dass hierdurch einzelne Verbindungen zerreißen oder es auch zu Brüchen der knöchernen Anteile kommt. Je schwächer Knochen und Bänder im Laufe des Lebens werden, umso geringer muss die Gewalteinwirkung sein, um Verletzungen an der Halswirbelsäule hervor zurufen.

Formen der Halswirbelverletzungen.

Bei der Gewalteinwirkung selbst unterscheidet man:

  • Typ A = Stauchungsmechanismen
  • Typ B = Verletzung, eine Überstreckung oder Überbeugung der Halswirbelsäule
  • Typ C = Verletzungen, die durch eine heftige Verdrehung von Kopf und Hals hervor gerufen werden

 Aus dem Verletzungsmuster kann meist auch auf die Art der Gewalteinwirkung geschlossen werden. So führen massive Stauchungen meist zu Einbrüchen im Bereich der Wirbelkörper bis hin zum Zerbersten.

Überstreck- oder Überbeugungsmechanismen führen nicht selten zum Zerreißen von Bändern und Bandscheiben. Die gefürchtete Verrenkung der Halswirbelsäule resultiert meist aus gewaltsamen Drehbewegungen.

Formen der Halswirbelverletzungen beim älteren Menschen.

Beim älteren Menschen genügen oft schon so genannte Bagatellmechanismen, wie ein Anschlagen des Kinns am Waschbecken oder der Sturz nach vorne, um Brüche an der, dann meist etwas steifen und in ihrer Knochenstruktur geschwächten, Halswirbelsäule hervorzurufen. Zu den häufigsten Brüchen zählt hier die so genannte Densfraktur, der Bruch des zahnartigen Fortsatzes des zweiten Halswirbels.

Häufigkeit von Verletzungen der Halswirbelsäule.

Nur erhebliche Gewalteinwirkungen führen bei einem Menschen mit gesunder Knochenstruktur zu einem Bruch der Wirbelsäule oder zu einem Zerreißen der zwischen den Wirbelkörpern gelegenen Bandscheiben und Bänder. In Deutschland kommt es, abgesehen von Zerrungen und Stauchungen, jährlich zu etwa 6.000 schwereren Verletzungen der Wirbelsäule. Der vergleichsweise geringe Anteil von Wirbelsäulenverletzungen von 0,5 – 1 % am Gesamtaufkommen aller Verletzungen des Menschen, steht in einem gewissen Gegensatz zur Bedeutung der Verletzung und deren Folgen für den Verletzten selbst.

Ursachen & Symptome

Unfälle oder Stürze beim Sport sind die häufigsten Ursachen für Verletzungen an der Halswirbelsäule.

Therapien

Bei stabilen Brüchen ist eine Halskrause ausreichend. Bei instabilen muss operiert werden.

Fachliche Betreuung

Siepe

Der Beitrag wird betreut durch

PD Dr. med. habil. Christoph Siepe


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