Fraktur der Halswirbelsäule (HWS).

Die HWS ist besonders oft von Brüchen & Verletzungen betroffen.

In Deutschland kommt es jährlich zu etwa 6.000 schwereren Verletzungen der Wirbelsäule.

In Deutschland kommt es jährlich zu etwa 6.000 schwereren Verletzungen der Wirbelsäule.

Die Wirbelsäule stellt die tragende Säule des menschlichen Körpers dar und überträgt die Kräfte und Lasten von Kopf und Rumpf auf das Becken und die Beine. Um diese Funktion wahrnehmen zu können, liegt sie nahezu zentral im Körper und wird auf der Rückseite von kräftiger Muskulatur bedeckt. Mit ihren vorderen Abschnitten, den Wirbelkörpern, ist sie in die Halsweichteile sowie die Brust- und Bauchhöhle eingebettet. In einem knöchernen Kanal, der vorne von den Wirbelkörpern und hinten von den Wirbelbögen gebildet wird, verläuft das Rückenmark. Dieses endet etwa auf Höhe der Übergangszone zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule und geht hier in das Nervengeflecht über, das die Beine versorgt.

Während Brust- und Lendenwirbelsäule tendenziell eher auf Stabilität und hohe Kräfte ausgelegt sind, steht der Aufbau der Halswirbelsäule ganz im Dienste der Beweglichkeit. Aus diesem Grund ist die HWS auch besonders oft von Verletzungen betroffen, wie zum Beispiel Wirbelbrüchen.

 

Frakturen & traumatische Instabilität der Halswirbelsäule.

Als verbindende Struktur zwischen Kopf und Rumpf kommt der Halswirbelsäule eine besondere funktionelle Bedeutung zu. So wird von der Halswirbelsäule nicht nur der Kopf getragen, sondern durch sie laufen auch sämtliche Nervenbahnen, die vom Kopf zum Körper ziehen, aber auch die Nervenbahnen, die die Signale aus dem Körper zum Gehirn transportieren. Eine Verletzung der Halswirbelsäule kann deshalb nicht nur Auswirkungen auf die Beweglichkeit und Stabilität von Kopf und Hals haben, sondern kann auch unmittelbar wichtige Nervenbahnen schädigen, die wiederum Auswirkungen auf den gesamten Körper haben.

Im Bereich der Halswirbelsäule gibt es zwei Übergangszonen, nämlich die vom Kopf zur oberen Halswirbelsäule und die von der unteren Halswirbelsäule zur Brustwirbelsäule. Verletzungen finden sich gehäuft in diesen Regionen, da sie einen Übergang zwischen einem beweglichen Wirbelsäulenabschnitt zu einem festeren Wirbelsäulenabschnitt darstellen. Gerade bei Säuglingen und älteren Menschen finden sich gehäuft Verletzungen im Bereich der oberen Halswirbelsäule.

 

Fraktur der HWS. Informationen, Ursachen & Symptome.

Information. Aufbau & Verletzungen der Halswirbelsäule

Die Struktur der Halswirbelsäule (HWS).

Die Halswirbelsäule besteht aus insgesamt sieben Wirbeln und wird in eine obere und untere Halswirbelsäule unterteilt.

Die Halswirbelsäule besteht aus insgesamt sieben Wirbeln und wird in eine obere und untere Halswirbelsäule unterteilt.

Die Halswirbelsäule besteht aus insgesamt sieben Wirbeln und wird in eine obere und untere Halswirbelsäule unterteilt. Der Grund liegt in der unterschiedlichen Form der Wirbel und den dadurch gegebenen Verletzungsmöglichkeiten. So ist der erste Halswirbel ringförmig aufgebaut, der zweite Halswirbel weist bereits einen vorne gelegenen Körper auf, der mit einem zapfenartigen Fortsatz in den Ring des ersten Halswirbels hinein greift und ihn zusammen mit den Bändern und Gelenkkapseln gegen ein Verrutschen sichert. Die beiden oberen Halswirbel sind gelenkig und mit festen Bändern auch mit der Schädelbasis verbunden, so dass zur oberen Halswirbelsäule auch ein Teil des Hinterhauptes gezählt wird. Die Halswirbel drei bis sieben hingegen weisen eine einheitliche Form auf. Dabei liegt der tragende Teil, der Wirbelkörper, vorne und gibt nach hinten einen knöchernen Bogen ab, der den Rückenmarkskanal umschließt und vor mechanischer Gewalteinwirkung schützt. Zwischen den Wirbelköpern liegen die Bandscheiben, die als Stoßdämpfer fungieren und die in der Lage sind, Stöße gleichmäßig über die gesamte Fläche des Wirbelkörpers zu verteilen. Zusätzlich werden die Wirbel durch kräftige Bänder verbunden, so dass insgesamt eine sehr belastungsfähige, aber dennoch höchst bewegliche Funktionseinheit daraus resultiert.

 

Wann entstehen Brüche an der Halswirbelsäule?

Treffen jedoch im Rahmen eines Unfallgeschehens unvorbereitet große Kräfte auf die Halswirbelsäule, so kann es sein, dass hierdurch einzelne Verbindungen zerreißen oder es auch zu Brüchen der knöchernen Anteile kommt. Je schwächer Knochen und Bänder im Laufe des Lebens werden, umso geringer muss die Gewalteinwirkung sein, um Verletzungen an der Halswirbelsäule hervor zurufen.

 

Formen von Halswirbelverletzungen.

Bei der Gewalteinwirkung selbst unterscheidet man:

  • Typ A = Stauchungsmechanismen
  • Typ B = Verletzung, eine Überstreckung oder Überbeugung der Halswirbelsäule
  • Typ C = Verletzungen, die durch eine heftige Verdrehung von Kopf und Hals hervor gerufen werden

 Aus dem Verletzungsmuster kann meist auch auf die Art der Gewalteinwirkung geschlossen werden. So führen massive Stauchungen meist zu Einbrüchen im Bereich der Wirbelkörper bis hin zum Zerbersten.

Überstreck- oder Überbeugungsmechanismen führen nicht selten zum Zerreißen von Bändern und Bandscheiben. Die gefürchtete Verrenkung der Halswirbelsäule resultiert meist aus gewaltsamen Drehbewegungen.

 

Formen der HWS-Verletzungen beim älteren Menschen.

Beim älteren Menschen genügen oft schon so genannte Bagatellmechanismen, wie ein Anschlagen des Kinns am Waschbecken oder der Sturz nach vorne, um Brüche an der (meist etwas steifen und in ihrer Knochenstruktur geschwächten) Halswirbelsäule hervorzurufen. Zu den häufigsten Brüchen zählt hier die so genannte Densfraktur, der Bruch des zahnartigen Fortsatzes des zweiten Halswirbels.

 

Häufigkeit von Verletzungen der Halswirbelsäule.

Häufig entstehen Frakturen und Brüche der HWS bei Unfällen im Straßenverkehr oder beim Sport.

Häufig entstehen Frakturen und Brüche der HWS bei Unfällen im Straßenverkehr oder beim Sport.

Nur erhebliche Gewalteinwirkungen führen bei einem Menschen mit gesunder Knochenstruktur zu einem Bruch der Wirbelsäule oder zu einem Zerreißen der zwischen den Wirbelkörpern gelegenen Bandscheiben und Bänder. In Deutschland kommt es, abgesehen von Zerrungen und Stauchungen, jährlich zu etwa 6.000 schwereren Verletzungen der Wirbelsäule. Der vergleichsweise geringe Anteil von Wirbelsäulenverletzungen von 0,5 – 1 % am Gesamtaufkommen aller Verletzungen des Menschen, steht in einem gewissen Gegensatz zur Bedeutung der Verletzung und deren Folgen für den Verletzten selbst.

 

Ursachen. So entstehen Brüche der Halswirbelsäule

HWS-Verletzungen bei Säuglingen & Kleinkindern.

Verletzungen & Brüche der Halswirbelsäule entstehen häufig bei Unfällen im Straßenverkehr.

Verletzungen & Brüche der Halswirbelsäule entstehen häufig bei Unfällen im Straßenverkehr.

Bei Säuglingen und Kleinkindern finden sich Verletzungen der Halswirbelsäule gelegentlich nach schweren Verkehrsunfällen mit einem Heckaufprall oder einer Frontalkollision. Die Ursache liegt in einem gewissen Missverhältnis zwischen der Größe des Kopfes und der noch schwach entwickelten Muskulatur des Halses, so dass die bei diesen Unfallmechanismen auftretende Schärkräfte hier zu schweren Verletzungen insbesondere im Bereich der oberen Halswirbelsäule führen können.

 

Verletzungen im jugendlichen und erwachsenen Alter.

  • Motorrad- und Mountainbike-Unfälle
  • Der Kopfsprung in das unbekannte, seichte Gewässer
  • Unfälle bei Kontaktsportarten (Eishockey, Ringen, American Football) und Reitunfälle
  • Beim älteren Menschen genügen oft bereits kleinere Gewalteinwirkungen, beispielsweise im Rahmen eines Sturzes, um eine Verletzung der Halswirbelsäule herbei zuführen.
 

Symptome. Anzeichen einer HWS-Fraktur

Halswirbelsäulenverletzung und Querschnittslähmung.

Brüche und Verletzungen im Bereich der oberen Halswirbelsäule können zu einem Atem- und Kreislaufstillstand führen.

Brüche und Verletzungen im Bereich der oberen Halswirbelsäule können zu einem Atem- und Kreislaufstillstand führen.

Etwa jede fünfte schwerere Verletzung der Halswirbelsäule geht mit einer Lähmung oder zumindest mit Gefühlsausfällen einher. Die Ursache hierfür liegt in einer druck- oder zerreißungsbedingten Schädigung des Rückenmarkes und der austretenden Nerven. Eine Druckschädigung kann beispielsweise durch eine gewaltsame Verschiebung von Wirbeln gegeneinander, das Einsprengen von knöchernen Fragmenten in den Wirbelkanal, oder aber auch durch eine Einblutung in das Rückenmark selbst oder in den Wirbelkanal hervor gerufen werden.

Je nach dem, welcher Abschnitt von einer solchen Verletzung betroffen ist, entstehen typische Ausfälle.

  • Wegen der Nähe zu lebenswichtigen Zentren der Atem- und Kreislauffunktion können Verletzungen im Bereich der oberen Halswirbelsäule zum sofortigen Atem- und Kreislaufstillstand führen und werden ohne sofort einsetzende Wiederbelebungsmaßnahmen oft nicht überlebt.
  • Verletzungen des Rückenmarks oberhalb des vierten Halswirbels können ebenfalls zu erheblichen Beeinträchtigungen der Atemfunktion führen, da hier die Nerven für die Zwerchfellmuskulatur austreten.
  • Die Ausfälle der Nerven können als vollständige oder unvollständige sog. Querschnittlähmung imponieren. Ein vollständiges Querschnittsyndrom im Bereich der Halswirbelsäule ist nicht nur gekennzeichnet durch einen völligen Funktionsausfall von Armen und Beinen, sondern auch durch einen vollständigen Gefühlsverlust unterhalb des verletzten Wirbelsäulenabschnittes. Der damit meist verbundene Ausfall des vegetativen Nervensystems kann in der Folge Auswirkungen auf die Kreislaufregulation, die Regulation des Darmes und die Blasen- und Darmentleerung haben.
 

Welche Beschwerden treten auf?

Bei Verletzungen der Halswirbelsäule, die mit Nervenausfällen einher gehen, stehen diese zunächst im Vordergrund. Der Verletzte selbst wird – soweit er bei Bewusstsein ist – über Gefühlsausfälle oder eine Bewegungsunfähigkeit von Armen und Beinen berichten, die eindeutige Hinweise auf die Höhe des verletzten Wirbelsäulenabschnittes geben.

Liegen keine Nervenausfälle vor, so werden meist folgende Symptome angegeben:

  • Schmerzen in der Halswirbelsäule und im Nacken in Ruhe und/oder bei Bewegung
  • Eine Fehl-/Schiefstellung des Kopfes
  • Das Gefühl, den Kopf selbst nicht mehr halten zu können
 

Diagnostik, Therapie & OP

Bei stabilen Brüchen ist eine Halskrause ausreichend. Bei instabilen muss operiert werden, um Rückenmarksverletzung zu verhindern.

Diagnostik, Therapie & OP

Spezialisierte Kliniken

Diese Kliniken sind auf die Behandlung von Frakturen und Verletzungen der Halswirbelsäule und des Rückens spezialisiert.

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