Fraktur der Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule. Diagnostik

Wie werden Verletzungen (wie z.B. ein Bruch) festgestellt?

Konventionelle Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen geben Aufschluss. Verletzungskriterien sind:

  • Eine Verbreiterung und Höhenminderung einer oder mehrerer Wirbel ohne /oder mit Knickbildung in der Ansicht von vorne
  • Verbreiterung des horizontalen und vertikalen Abstands der Bogenwurzeln in der Ansicht von vorne
  • In der seitlichen Projektion: Höhenminderung der Vorderkante, Knickbildung und Verschiebung eines Wirbels in der Sagittalebene, d. h. von vorne nach hinten oder umgekehrt.
  • Verrenkung der Querfortsatz - Rippengelenke
  • Eine Doppelkontur des Dornfortsatzes „Double spinous process sign“ als Hinweis auf eine Fraktur der hinten gelegenen Strukturen
  • Eine Unterbrechung oder „Ausbeulung“ der hinteren Wirbelkörperlinie
  • Eine scheinbare Verbreiterung des Mediastinums, also der in der Mitte befindlichen Organe des Brustraums, als Ausdruck eines größeren Blutergusses (Differentialdiagnose: Wirbelsäulenverletzung – Einriss der Hauptschlagader des Körpers = Aortenruptur/-dissektion)

Erschwerung der Diagnose durch Überlagerung der Brustwirbelsäule.

Durch die Überlagerung der oberen Brustwirbelsäule durch das Brustbein in der a. p. Projektion, also in der Durchsicht von vorne nach hinten, und durch die Schultern, Rippen und die Lunge in der seitlichen Projektion wird die Beurteilung dieses Abschnitts, insbesondere bei Osteoporose, erschwert.

Zur weiteren Diagnose werden CT oder MRT hinzugefügt.

Ein MRT wird bei Lähmungserscheinungen oder Instabilitäten durchgeführt.

Ein MRT wird bei Lähmungserscheinungen oder Instabilitäten durchgeführt.

Finden sich die hier aufgeführten Verletzungszeichen, so muss der verdächtige Wirbelsäulenabschnitt mittels Computertomographie weiter abgeklärt werden. Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist indiziert zur Abklärung einer bandscheibenbedingten Instabilität sowie von neurologischen Ausfällen ohne konventionell nachweisbare Verletzungszeichen der Wirbelsäule.

Diagnostik des Übergangs von der Brustwirbelsäule zur Lendenwirbelsäule.

Der Bereich des Übergangs von der Brust zur Lendenwirbelsäule (thorakolumbaler Übergang) wird auf den konventionellen Röntgenaufnahmen von BWS und LWS nur randständig abgebildet. Über- oder Unterbelichtungen durch die verschiedenen Gewebsdichten von Brust- und Bauchraum erschweren die Beurteilung zusätzlich. Für eine regelrechte Beurteilung ist deshalb eine fokussierte Aufnahme des Brust-Lendenwirbelsäulen-Übergangs unerlässlich. Neben den bekannten direkten und indirekten Frakturhinweisen ist zusätzlich hier eine verwaschene Struktur und Begrenzungslinie des Psoasrandes als indirektes Verletzungszeichen der LWS zu werten, die auf eine Einblutung in den Muskel zurückzuführen ist. Der Psoasmuskel ist ein sehr kräftiger Muskel, der beiderseits über der Lendenwirbelsäule liegt und zum Oberschenkelknochen zieht: ein kräftiger Hüftbeuger. Wie auch an den anderen Abschnitten der Wirbelsäule erfolgt die Feindiagnostik durch die Computertomographie. Andere diagnostische Maßnahmen, wie MRT und Skelettszintigraphie, bleiben besonderen Fragestellungen vorbehalten.

Symptome & Ursachen

Treten nach einem Unfall Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule auf, liegt wohl eine Verletzung vor.

Therapie

Gebrochene Wirbel müssen operativ stabilisiert werden. Da stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Fachliche Betreuung

Siepe

Der Beitrag wird betreut durch

PD Dr. med. habil. Christoph Siepe


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