Borderline. Der Drang, sich und andere zu verletzen
"Ich hasse dich, verlass mich nicht" - die Gefühlswelt der Borderliner ist gespalten.
Rund 1, 5 Mio. Deutsche leiden unter Borderline-Persönlichkeitsstörung, die sich u.a. in starken, unkontrollierten Gefühlsschwankungen äußern sowie dem Drang, sich selbst zu verletzen. Die Betroffenen sind unsicher, haben Angst verlassen zu werden und stoßen andere Menschen abwechselnd weg und umklammern diese. Weil die Erkrankung zwischenmenschliche Beziehungen überschattet, beeinträchtigt sie das Leben der oft jungen Patienten stark: Ausbildungs- und Berufswege werden unterbrochen, Freundschaften und Partnerschaften in Frage gestellt. Familie und Freunde stehen der Entwicklung oft hilflos gegenüber.
Borderline. Liebe & Partnerschaft
Auch in der Liebe & Partnerschaft stehen Borderliner vor Hindernissen. Sie können zwar Beziehungen eingehen und werden aufgrund ihrer Emotionalität und Leidenschaftlichkeit häufig als attraktive Partner gesehen, aber längerfristige Beziehungen sind nur mit einer intensiven Therapie möglich.
Die Borderline-Störung galt lange als nicht behandelbar
1980 wurde ein Krankheitsbild offiziell in die medizinische Versorgung eingeführt, das erst wenige Jahre zuvor erstmals umfassend beschrieben wurde. Lange Zeit hatte dieses unklare Syndrom in der psychiatrischen Zuordnung des 20. Jahrhunderts zwischen Neurosen und Psychosen keinen sinnvollen Platz gefunden und war deshalb zum Grenzlinien-, also Borderline-Syndrom erklärt worden. Von Beginn an galt dieses Krankheitsbild als besonders schwierig zu behandeln mit meist langwierigen Verläufen, so dass auch lange keine effektiven Therapiemethoden bekannt waren. Trotz der hohen Behandlungsbedürftigkeit, des hohen Leidensdrucks und der (Lebens-)Gefährlichkeit galt vielerorts, auch in Fachkliniken, diese Störung bis in die 90er Jahre hinein als nicht behandelbar. Dies hat sich durch die Entwicklung neuer standardisierter Behandlungsverfahren nun grundlegend verändert.
Heutige, medizinische Abgrenzung der Borderline-Störung
Die Störung wird heute nun korrekt emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ genannt. Dadurch wird dem Konzept einer Persönlichkeitsstörung mit überwiegend emotional-instabilen Verhaltensmerkmalen auch in der Diagnosebenennung Gewicht verschafft. Neben dem Borderline-Typ wird noch ein impulsiver Typ abgegrenzt. Weitere Unterformen werden diskutiert.
Weitere Informationen
Borderline gehört als Klassifikation zu den Persönlichkeitsstörungen.
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