Morbus Menière (Schwindel). Therapien
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Den modernen pathophysiologischen Überlegungen haben auch die Therapieempfehlungen Rechnung gezollt. Der Patient wird in der akuten Leidensphase auch aus diagnostischen Gründen stationär aufgenommen. Beim gegenwärtigen Stand der Kenntnis muss die Behandlung auf die Symptome selbst gerichtet sein, mit Kortikoidgaben versucht man auf die entzündlich Komponente der Erkrankung Einfluss zu nehmen. Später machen stationäre Behandlungen keinen Sinn mehr.
Medikamentöse Behandlung
Gegen die Innenohrentzündung werden Medikamente gegeben.
Im akuten Stadium sind Antiverginosa wie Dimehydronat (Vomex®, als Drg. oder Zäpfchen) und Flüssigkeitsersatz symptomlindernd. Alternativ wird in USA mit der Gabe von Diuretika (Hydrochlorothiazid (Dityde-H®); oder Furosemid 20 bis 40mg/die (Lasix®)), gegebenenfalls intermittierend kombiniert mit Glukokortikoiden (Decortin® 100 bis 250 mg absteigend) empfohlen.
Vorbeugung von Anfällen
Zur Anfallsprophylaxe werden standardgemäß entweder Betahistin-Dimesilat 6 mg (Aequamen®) oder Betahistin-Hydrochlorid 16 mg (Vasomotal®) 3x tgl. verabreicht. Beides sind Gewebshormone, die die Blutgefäße erweitern, aber auch verengen können. Ob diese Präparate vermehrt Sauerstoff an die gestörten Rezeptorzellen im Innenohr transportieren, ist nicht erwiesen. Auch bedeutet der Einsatz der Betahistine nicht, dass eine Durchblutungsstörung als Ursache der Menière’schen-Krankheit angesehen wird. Neuere Erkenntnisse gehen eher auf eine Wirkung dieser Substanzen auf das zentrale Nervensystem aus. Bis heute gibt es keine Studie, die in etwa in einem dem Krankheitsbild und -verlauf angemessenen Studienaufbau gezeigt hätte, dass beim Menschen die Wirksamkeit des Betahistins über Plazebo besteht.
Weiteres Medikament zur Vorbeugung
Das gilt auch für das Pentoxifyllin und andere sog. durchblutungsfördernde Substanzen. Nachdem im Tiermodell ein druckabhängiger kalziumabhängiger Kaliumkanal in Haarzellen des Gleichgewichtsorgans vermutet wird, stellt sich die Frage, ob Kalziumkanalantagonisten (z.B. Cinnarizin) sinnvoll für eine Anfallstherapie sind. Die Übertragung der Tierexperimente auf das menschliche Menière-Geschehen steht noch in weiter Ferne, dennoch ermutigen diese ersten Ansätze die Aachener Arbeitsgruppe, diese als Basis für klinische Studien anzusehen.
Rehabilitation
Gleichgewichtsübungen, wie hier das Balancieren auf einem Seil, gehören zur Therapie.
Steht der Schwindel im Vordergrund der Beschwerden, dann empfiehlt sich ein Habituationstraining. Es versteht sich, dass damit zwar kein Einfluss auf die Krankheit selbst genommen werden kann, aber auf die Stärke der vestibulären Symptome. Gleichgewichtstrainierende Therapiemethoden müssen bis zur optimalen Kompensation angewendet werden.
Chirurgische Behandlungen
Der Einsatz eines Paukenröhrchens bringt schon bei den meisten Patienten eine Linderung der Beschwerden.
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Spezialisierte Kliniken
Zwei unserer Kliniken sind auf die Behandlung von Morbus Menière spezialisiert.
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Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Gerhard Goebel
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