Morbus Menière (Schwindel). FAQ/ Häufige Fragen
Kann ein Menière-Anfall einen Schlaganfall auslösen?
Nein.
Kann die Menièr’sche Erkrankung auch das zweite Ohr befallen?
Ja, in bis zu 30% der Fälle.
Kann die Menièr’sche Erkrankung ausheilen?
Ja, es gibt die Spontanheilung. Des Weiteren ist im Verlauf der Jahre mit einem Nachlassen der schweren Schwindelattacken zu rechnen.
Kann die Menièr’sche Erkrankung zur Ertaubung führen?
Ja, aber nur auf der betroffenen Seite.
Kann die Menièr’sche Erkrankung operativ beeinflusst werden?
Ja, in nicht wenigen Fällen führt eine sachgerecht durchgeführte operative Dekomprimierung des „Sacculus vestibularis“ zumindest über viele Jahre zum Stillstand der Erkrankung. Nicht selten tritt die Menièr’sche Krankheit auch beidseitig auf, was größte Zurückhaltung bei destruktiven Behandlungen wie der Durchtrennung des Gleichgewichtsnerv nahe legt.
Was mache ich, wenn die Erkrankung zur Ertaubung auf der betroffenen Seite geführt hat, ich aber immer noch unter heftigen Schwindelanfällen leide?
Wenn das Ohr ganz taub ist, greifen chirurgische Ausschaltungsmöglichkeiten wie die der „Cochleosakkulotomie“: Die operative Labyrinthausschaltungen durch das Innenohr. Diese Operation ist einfacher durchzuführen als die neurochirurgische Durchtrennung des Gleichgewichtsnervs. Die Methode ist auf dem amerikanischen Kontinent verbreiteter als in Europa.
Muss ich bis zur Ertaubung warten, bevor ich mich einem operativen (Paukenröhrchen, Saccotomie etc.) oder invasiven Eingriff (z.B. Gentamycin-Behandlung) unterziehe?
Man sollte mit schwindelstoppenden Maßnahmen nicht warten, bis das Gehör endgültig ausgebrannt ist bzw. im Verlauf Berufsunfähigkeit, Invalidität oder massive depressive Reaktionen aus organischen Ursachen eingetreten sind.
Ist die Blockierung des Ganglion Stellatum sinnvoll?
Mit der Methode versucht man auf der betroffenen Seite mit einer langen Nadel und lokalen Betäubungsmitteln Nervenstrukturen des sympathischen Systems, das Ganglion stellatum, tief im Hals, auszuschalten. Als erwünschte Wirkung stellt sich eine Erwärmung der betroffenen Kopfseite ein, aber wohl kaum die angestrebte Vermehrung der Innenohrdurchblutung. In Abwägung des relativ hohen Risikos (in der Umgebung des Grenzstrangs tief im Hals finden sich viele lebenswichtige Strukturen) gegen den nicht zu erwartenden Nutzen sollte diese Methode nicht beim Morbus Menière eingesetzt werden.
Morbus Menière. Alltag
Das Autofahren und Tätigkeiten mit Absturzgefahr sollten bei Morbus Menière vermieden werden.
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Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Gerhard Goebel
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