Morbus Menière.

Morbus Menière – was ist das?

Wenn die Welt aus den Fugen gerät...

Wenn die Welt aus den Fugen gerät...

Das von dem Franzosen Prosper Menière 1861 beschriebene und später nach ihm benannte Krankheitsbild ist durch das anfallsweise Auftreten von Drehschwindel in Verbindung mit einer plötzlich auftretenden einseitigen Hörminderung (Innenohrschwerhörigkeit) und Ohrgeräuschen auf der betroffenen Seite charakterisiert. Oft kündigt sich der Anfall mit einem Druckgefühl auf dem befallenen Ohr ähnlich einer Mittelohrentzündung an.

 

Häufigkeit der Erkrankung.

Die Häufigkeit dieser organischen Erkrankung in Industrienationen wird mit 1:1000 angegeben. Erst im späteren Stadium von Morbus Menière sind dann bleibende Funktionseinschränkungen im Gleichgewichtssystem (Ausfall) und am Innenohr (Schwerhörigkeit mit chronischem Tinnitus) nachweisbar.

 

Genaue Informationen helfen Ängste zu vermeiden.

Wer von Menière betroffen ist, muss sich umfassend informieren. Vor allem die Ängste, die die Menièreanfälle oft auslösen, sind bereits in der Anfangszeit abzufangen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Krankheit mit einer Angst- und Panikstörung überlagert. In diesem Fall wird es dann immer schwieriger Morbus Menièreanfälle, Angstschwindel und Panikattacken zu unterscheiden. Die folgenden Seiten sollen Sie im Einzelnen über die Beschwerden, Ursachen, Risiken, Diagnostik sowie die verschiedenen Therapierichtungen sowie Behandlung möglicher psychosomatischen Folgen informieren.

 

Morbus Meniére. Informationen von A-Z

Symptome. Häufige Anzeichen von Morbus Meniére

Welche Beschwerden treten auf?

Minutenlange Drehschwindelanfälle sind typisch bei einem Morbus Menère.

Minutenlange Drehschwindelanfälle sind typisch bei einem Morbus Menère.

Im Akutstadium der Erkrankung kommt es typischerweise zu mindestens zehn minuten- bis stundenlangen Drehschwindelanfällen, die oft von Erbrechen, einseitigen Ohrgeräuschen (Tinnitus), einer Dysakusis (verzerrtes Hören, ähnlich einem „Hörsturz“) und Ohrdruck begleitet sowie mit Todesangst und Vernichtungsgefühlen einhergehen können. Bei bereits bestehendem chronischem Tinnitus geht der Anfall mit einem Lauterwerden des Ohrgeräuschs einher. Nie wissend, ob, wann und in welcher Stärke der nächste Anfall kommt, folgen bei Personen mit häufigerem Anfallsgeschehen oft Unsicherheit sowie große Angst vor den Schwindelanfällen. Sekundenanfälle und tagelange Anfälle haben wahrscheinlich andere Ursachen.

 

Der Schwindel.

Krankheitsbedingte Störungen führen zu unterschiedlichen Beschwerden, die vom Patienten dem Begriff „Schwindel“ zugeordnet werden. Die Kenntnis der Funktion einzelner Bogengänge und des Otolithenapparates macht es verständlich, dass sich die Störungen des Vestibularapparates als Scheinbewegungen bemerkbar machen, die jeweils mit der Arbeitsebene des erkrankten Teilorgans oder der Summe der erkrankten Teilorgane korrelieren. Daher ist der typische peripher-vestibuläre Schwindel meist ein Drehschwindel, wenn die Bogengänge betroffen sind, oder ein „Linearschwindel“, beispielsweise ein Liftgefühl, wenn der Otolithenappparat betroffen ist.

 

Unterschiedlicher Krankheitsverlauf.

Der Krankheitsverlauf ist unterschiedlich, er hängt davon ab, welche ätiologischen Faktoren den Vestibularapparat geschädigt haben. Die Intervalle zwischen den Schwindelanfällen können Tage bis Jahre betragen; die Erkrankung kann einseitig oder seltener beidseitig auftreten.

 

Ursachen. Wie entsteht Morbus Meniére?

Die Ursache eines Morbus Menière ist häufig ein Virus, auf den das Innenohr mit einer Entzündung reagiert. Die Entzündung wirkt sich auf das Gleichgewichtsorgan aus. Schwindelanfälle entstehen.

Die Ursache eines Morbus Menière ist häufig ein Virus, auf den das Innenohr mit einer Entzündung reagiert. Die Entzündung wirkt sich auf das Gleichgewichtsorgan aus. Schwindelanfälle entstehen.

Als Ausgangspunkt der Erkrankung wird die Aufnahme eines von Außen (exogen) in den Organismus eindringender Antiköper (Antigen) angesehen. Vermutlich handelt es sich dabei um ein Virus. Das periphere Gleichgewichtsorgan (Vestibularis) ist im Felsenbein des Schädels in unmittelbarer Nähe des Innenohrs eingebettet und steht über ein „kommunizierendes Röhrensystem“ mit ihm in direkter Verbindung. Es dient der Erfassung von angulären (z. B. Nicken) und linearen Kopfbewegungen (z. B. Kopfwendung) sowie der Kopfposition im Raum. Damit ist es entscheidend an der Aufrechterhaltung einer sicheren Orientierung in der Welt beteiligt.

 

Der Krankheitsverlauf.

Die das Innenohr befallende entzündliche Reaktion führt zu einer bindegewebigen Veränderung (Fibrosierung). Diese Rückresoptionsstörung der Endolymphe ruft letztlich den seit 1938 als pathophysiologisches Korrelat der Menièr’schen-Erkrankung anerkannten endolymphatischen Hydrops (Überdruck des inneren, mit Endolymphe gefüllten Gleichgewichtsgang-Schlauch) hervor. Der Krankheitsverlauf ist typischerweise gekennzeichnet durch die anfallsweise Durchmischung dieser Endolymphe mit der Flüssigkeit des äußeren, mit Perilymphe gefüllten Gleichgewichtsgang-Schlauch. Diese Durchmischung erfolgt durch die Überdrucksituation, die eine zarte Trennwand (Reissnersche Membran) zwischen Endolympe und Perilymphe zerreist, was klinisch mit dem Anfallereignis korreliert. Dadurch werden die Haarzellen, die als Hörsinneszellen fungieren, vor allem im Tieftonbereich durch Druck geschädigt, weswegen der „Tieftonhörsturz“, begleitet durch einen eher tieffrequenten Tinnitus als Leitsymptom des Endolymphydrops gilt.

 

Bei Nicht-Behandlung treten bleibende Funktionsdefizite auf.

Kommt es anfangs noch zu einer Verklebung im Bereich der Membran und zu einer Wiederherstellung des für die Innenohr- (chochleären) und Gleichgewichts-(vestibulären) Funktionen notwendigen Elektrolyt-Ungleichgewichts, so findet dieser Heilvorgang im weiteren Verlauf der Krankheit nicht mehr statt, so dass bleibende Funktionsdefizite entstehen.

 

Morbus Menière. Therapien

In erster Linie wird ein Morbus Menière medikamentös behandelt.

Therapien