Körperdysmorphe Störungen. Häufige Fragen
Verschwindet eine Körperdysmorphe Störung wieder von alleine?
Nein. In 84% aller Fälle verläuft die Störung, wenn sie nicht behandelt wird, chronisch. Bei Nicht-Behandlung können immer wieder Phasen mit kurzer Besserung auftreten, die jedoch nicht lange anhalten.
Kann ich durch Operationen oder dermatologische Behandlungen mein Problem mit meinem Äußeren in den Griff bekommen?
Nein. Solche Behandlungsformen können dazu führen, dass man sich über ein Körperteil weniger Sorgen macht, in der Regel verlagert sich dann aber die Sorge auf ein anderes Körperteil. Bei über 96% aller von einer Körperdysmorphen Störung betroffenen Personen ändert sich durch Operationen oder dermatologische Behandlungen nichts an ihrer Symptomatik bzw. verschlechtert sich die Symptomatik noch weiter.
Ist jemand, der an Körperdysmorpher Störung leidet, eitel oder narzisstisch?
Nein. Personen mit Körperdysmorpher Störung beschäftigen sich nicht mit ihrem Aussehen, weil sie sich so toll finden. Im Gegenteil, viele finden sich meist von ihrem Äußeren her unzumutbar und makelbehaftet. Sie handeln nicht aus dem Motiv, sich noch toller zu fühlen, sondern versuchen eher, sich weniger schlecht zu fühlen.
Ist eine Körperdysmorphe Störung eine Form der Essstörungen?
Nein. Eine Körperdysmorphe Störung ist eine eigenständige Störung, die eher den Zwangsstörungen zu zuordnen ist, als den Essstörungen. Dennoch gibt es zu den Essstörungen einen wechselseitig hohen Überschneidungsbereich, der bei etwa einem Drittel liegt. Also ca. jede dritte Person mit Essstörungen leidet gleichzeitig auch unter einer Körperdysmorphen Störung und umgekehrt. Während bei einer Essstörung meist Bauch, Po und Oberschenkel von der Sorge betroffen sind, können sich die Sorgen bei einer Körperdysmorphen Störung auch auf alle anderen Körperteile beziehen.
Sind von einer Körperdysmorphen Störung nur Mädchen und Frauen betroffen?
Nein. Anders als bei Essstörungen, bei denen der Frauenanteil stark überwiegt, ist das Geschlechterverhältnis bei einer Körperdysmorphen Störung zwischen Männern und Frauen etwa 2 zu 3 oder anders ausgedrückt 40 : 60%.
Ist eine Körperdysmorphe Störung überhaupt behandelbar?
Ja. Bei rund 90% der Betroffenen lässt sich durch die richtige und gezielte Behandlung eine Besserung bis hin zu einer vollständigen Remission erzielen. Leider gibt es im deutschsprachigen Raum bislang noch wenige Therapeuten, die sich mit dem Störungsbild der Körperdysmorphen Störung auskennen.
Welche Therapieformen haben sich bei der Behandlung der Körperdysmorphen Störung bewährt?
Derzeit gibt es gute Nachweise für die Effektivität der Kognitiven Verhaltenstherapie sowie die medikamentöse Behandlung mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI). Andere Therapien, wie beispielsweise tiefenpsychologische oder analytische Behandlungsformen, konnten bislang noch keinen empirischen Nachweis erbringen, dass sie geeignet sind, eine Körperdysmorphe Störung erfolgreich zu behandeln.
Wie lange dauert eine stationäre Behandlung?
Eine stationäre Behandlung dauert i.d.R. ca. 8 Wochen.
Therapie
In der Verhaltenstherapie lernen die Betroffenen, ihren Körper wieder richtig wahrzunehmen.
Therapie
Spezialisierte Kliniken
Drei Kliniken sind auf die Behandlung der Körperdysmorphen Störung spezialisiert.
Spezialisierte Kliniken