Körperdysmorphe Störungen.

Die kritische Beschäftigung mit dem Äußeren.

Bei einer Körperdysmorphen Störung handelt es sich um ein weit verbreitetes, wenn auch immer noch wenig bekanntes und oft übersehenes Störungsbild. Kennzeichnend für die Körperdysmorphe Störung ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Äußeren, die sich durch eine übermäßige Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen zeigt. Eine übermäßige Beschäftigung beginnt ab einer Stunde täglicher gedanklicher Auseinandersetzung mit dem eigenen Äußeren und reicht bis hin zu permanent andauernden Sorgen um das eigene Erscheinungsbild. Die Sorgen beziehen sich meist auf ein oder mehrere Körperteile, manchmal auch auf den ganzen Körper. Von den Sorgen können alle Körperteile betroffen sein: von den Haaren bis hin zu den Zehen. Haut, Nase, Kopfform, Zähne, Haare und Körperform werden dabei am häufigsten benannt. Die Betroffenen überlegen ständig, wie schlimm ihr Aussehen gerade ist, wie sie auf andere Personen wirken könnten, wie es ihnen gelingen kann, die betroffenen Körperteile weniger auffällig wirken zu lassen oder wie sie diese verändern könnten.

 

Körperdysmorphe Störung. Informationen von A-Z

Ursachen. Wie entsteht eine Körperdysmorphe Störung?

Die Ursachen für Körperdysmorphe Störungen sind vielfältig.

Ursachen einer Körperdysmorphen Störung,  die diskutiert werden sind:

  • psychologische Faktoren wie z.B. ein konfliktvermeidendes und/oder überbehütendes Elternhaus, ein sehr dominantes und/oder konfliktreiches Elternhaus, Missbrauchserfahrungen und Hänseleien
  • soziale Faktoren wie z.B. Medieneinflüsse oder die Verfügbarkeit von operativen, dermatologischen und kosmetischen Behandlungsmöglichkeiten
  • genetische / biologische Faktoren wie z.B. ein Serotoninmangel, eine erhöhte Sensibilität für Ästhetik sowie Temperamentseigenschaften.
 

Symptome. Anzeichen einer Körperdysmorphe Störung

Die Symptome einer Körperdysmorphen Störung sind vielfältig und unterscheiden sich meist in Abhängigkeit von der betroffenen Körperregion:

  • Ständige Gedanken über das eigene Aussehen (mehr als eine Stunde täglich)
  • Häufiges Vergleichen mit dem Aussehen anderer
  • Zwanghaftes Betrachten des eigenen Aussehenes in Spiegeln oder spiegelnden Oberflächen oder vermeiden derselben
  • Intensives Pflegen des Äußeren (schminken, kämmen, zurechtlegen, waschen, zupfen, rasieren, schneiden von Haaren usw.)
  • Einholen von Rückversicherungen bzgl. des Aussehens
  • Aufsuchen und Inanspruchnahme von medizinischen Hilfen (dermatologische, plastisch-chirurgische, zahnärztliche, kieferorthopädische Behandlungen)
  • Vermeiden, sich in die Öffentlichkeit zu begeben
  • Starke Schamgefühle und Ängste
  • Hautmanipulationen (herumdrücken und kratzen an der Haut)
  • Fotos und Videos von sich erstellen, um herauszufinden wie man aussieht
  • Zwanghaftes Befühlen des Makels
  • Messen von Körperteilen
  • Häufiges Wechseln von Kleidung
  • Schwierigkeiten ein geeignetes Outfit herauszusuchen
  • Häufige Informationssuche zur Verbesserung des Äußeren (z.B. Internet, Zeitschriften)
  • Exzessives Sporttreiben
  • Diät halten
  • Intensives Bräunen der Haut
 

Folgeerscheinungen: Einschränkung der Lebensqualität.

Außenstehende sehen die Betroffenen meist als attraktive Menschen; im Gegensatz zu den Betroffenen selbst, die sich hässlich fühlen.

Außenstehende sehen die Betroffenen meist als attraktive Menschen; im Gegensatz zu den Betroffenen selbst, die sich hässlich fühlen.

Außenstehende Personen bewerten das äußere Erscheinungsbild der Betroffenen meist als unauffällig oder attraktiv. Dies steht im Gegensatz zu den Betroffenen selbst, die diese Sichtweise meist nicht nachvollziehen können, da sie ihr Spiegelbild anders erleben. Durch die übermäßige Beschäftigung kommt es in der Folge zu teilweise erheblichen Einschränkungen in beruflichen, privaten oder anderen wichtigen Lebensbereichen. Sozialer Rückzug, Schwierigkeiten der Schule, dem Studium oder der Arbeit nachzugehen oder aber eine Partnerschaft zu führen sind Auswirkungen der Störung.

Häufige Folgen einer Körperdysmorphen Störung:

  • Sozialer Rückzug
  • Partnerschaftliche Schwierigkeiten (Eifersucht, Misstrauen, sexuelle Schwierigkeiten)
  • Negative Auswirkung auf die schulische und berufliche Entwicklung (Fehltage, Verlust der Arbeit, Abbruch der Schule / Kündigung der Arbeit, Schwierigkeit vor anderen Menschen zu sprechen usw.)
  • Suizidgedanken und Suizidversuche
  • Missbrauch und Abhängigkeit von Alkohol und Drogen
  • psychische Erkrankungen wie
    • Depressionen
    • soziale Ängste
    • Zwänge
    • Essstörungen
 

Therapie

In der Verhaltenstherapie lernen die Betroffenen, ihren Körper wieder richtig wahrzunehmen.

Therapie

Spezialisierte Kliniken

Drei Kliniken sind auf die Behandlung der Körperdysmorphen Störung spezialisiert.

Spezialisierte Kliniken