Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit). Symptome

Hauptsymptom ist die Geräuschüberempfindlichkeit.

Geräusche werden bei Hyperakusis überlaut wahrgenommen. Das führt häufig zu einer Phobie vor bestimmten Geräuschen oder Schlafproblemen.

Geräusche werden bei Hyperakusis überlaut wahrgenommen. Das führt häufig zu einer Phobie vor bestimmten Geräuschen oder Schlafproblemen.

Die Hyperakusis ist eine ungewöhnliche Intoleranz gegenüber normalen Umgebungsgeräuschen. Die Unbehaglichkeitsschwelle sinkt dabei überwiegend auf beiden Ohren auf einen Wert < 100 dB über alle Frequenzen ab. Gleichzeitig rufen die Geräusche zusätzlich reflexhafte Reaktionen wie Schweißausbruch, Herzrasen o.ä. hervor. Die Geräuschüberempfindlichkeit ist dann häufig Ausdruck einer Überlastung oder einer psychischen Beeinträchtigung wie Angststörung oder Depression, die sich dann in dieser körperlichen „Überreizung“ äußern.

Recruitment – Fehlender Lautheitsausgleich bei Schwerhörigen

Die äußeren Haarzellen befinden sich in der Gehörschnecke und in den Bogengängen des Gleichgewichtsorgans

Die äußeren Haarzellen befinden sich in der Gehörschnecke und in den Bogengängen des Gleichgewichtsorgans

Bei Innenohrschwerhörigkeit ist das Recruitment (fehlender Lautheitsausgleich) eine Form der Überempfindlichkeit gegenüber lauten Tönen oder Geräuschen. Durch eine Schädigung der äußeren Haarzellen geht bei Innenohrschwerhörigkeit die normale, nicht lineare, kompressive Schallverarbeitung verloren, bei der durch die motorische Aktivität der äußeren Haarzellen leise Töne verstärkt, laute aber abgeschwächt werden. Es resultiert eine abnorme, nicht kompressive Schallverstärkung und damit eine Überempfindlichkeit für die Frequenzen des Hörverlustes. Dies führt zum paradoxen Phänomen, dass Schwerhörige relativ leise Geräusche nicht verstehen können, auf lautere aber überempfindlich reagieren.

Phonophobie – Angst vor Geräuschen

Als Phonophobie wird die Angst vor bestimmten Geräuschen bezeichnet, auch wenn diese nicht sehr laut sind. Diese sind besonders mit negativen Erfahrungen verbunden. Die Phonophobie gehört zu den Angststörungen und kann verschiedene Ursachen haben. Bei vielen ist es das typische Kreidegeräusch auf der Tafel oder das Kratzen der Gabel auf dem Teller; bei Lehrer oder Erzieherin, Kinderstimmen, bei Büroangestellten das Telefonklingeln oder das Rauschen des Computerlüfters.

Die emotionale Bedeutung der Geräusche

Der Geräuschpegel einer Menschenmenge kann bei manchen eine Angstreaktion im Sinne einer Phobie auslösen

Der Geräuschpegel einer Menschenmenge kann bei manchen eine Angstreaktion im Sinne einer Phobie auslösen

Diese unangenehmen Geräusche sind nicht wirklich schädigend. Die Überempfindlichkeit ist nicht von dem Frequenzspektrum der Töne und Geräusche abhängig ist, sondern allein von ihrer Bedeutung und emotionalen Bewertung. Das bedeutet, dass gegenüber anderen Geräuschen im gleichen Frequenzspektrum keine Überempfindlichkeit besteht. Die geringe Lautstärke wird als überlaut, schädigend oder bedrohlich empfunden. Es besteht eine Angstreaktion im Sinne einer spezifischen Phobie, mit Vermeidungs- bzw. Fluchttendenzen. Die Problematik entsteht dadurch, dass im Zusammenhang mit den jeweiligen Geräuschen unangenehme Gefühle wie Angst, Scham oder Peinlichkeit auftreten, die wiederum negativ bewertet werden, was zu einer Vermeidung dieser Geräusche führt.

Weitere Symptome

Im Rahmen der Schreckreaktion kann es bei lauten Geräuschen zu Herzjagen, Schweißausbrüchen, Anstieg des Blutrucks und/ oder zu einem trockenen Mund kommen. Zusätzlich sind Schmerzen im Ohr bzw. Kopfbereich durch eine erhöhte Nackenspannung, die durch das Einziehen des Kopfes entsteht, möglich. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Vermeidung der Situationen, in denen diese Geräusche auftreten, kommen. Die sozialen Aktivitäten sinken und die Kommunikationsfähigkeit mit anderen Menschen ist eingeschränkt. Etliche Betroffene tragen darüber hinaus auch einen Gehörschutz.

Soziale Folgen

Viele versuchen Geräusche zu vermeiden. Darüber hinaus besteht eine Angst vor Gesellschaften aufgrund des damit verbundenen Geräuschpegels. Letztendlich kann dies in einer sozialen Isolation mit weitreichenden Konsequenzen münden.

Psychische Begleit- oder Folgeerscheinungen

Hier sind insbesondere Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafprobleme, Angst vor Verschlechterung oder möglichen Ursachen der Symptome, Versagensängste, Depression und soziale Isolation zu nennen.

Hyperakusis. Ursachen

Depressionen, Hörschäden, Medikamente. Die Ursachen einer Hyperakusis sind vielfältig.

Hyperakusis. Therapie

In speziellen Hörtherapien werden Betroffene schrittweise an lautere Geräusche gewöhnt.

Fachliche Betreuung

Berthold

Der Beitrag wird betreut durch

Anke Berthold


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