ADHS. Therapie
Psychosomatische Behandlung von ADHS
Die Behandlung des ADHS ist ganz im klassischen Sinne psycho-somatisch, da sowohl psychotherapeutische Methoden wie auch somatische Verfahren zwingend erforderlich sind und die besten Effekte zeigen. Bei den somatischen Verfahren handelt es sich um die medikamentöse Einstellung auf Wirkstoffe, die der organischen Grunderkrankung entgegenwirken. Im Kinder- und Jugendalter sind diese Medikamente in ihrer Wirksamkeit seit langer Zeit bekannt und überprüft und für die Behandlung zugelassen. Sie wirken in der Regel fördernd auf die Konzentration und vermindern Impulsivität und Hyperaktivtät. Grundsätzlich besteht kein Grund, warum diese bekannten und erprobten Wirkungen nicht auch im Erwachsenenalter genau so gelten und die klinische Erfahrung unterstreicht dies.
Der Einsatz der Medikamente
Die Einstellung der Medikamente erfordet einen erfahrenen Arzt.
Bei den Medikamenten handelt es sich um die sogenannten Psychostimulantien, die unter ärztlicher Führung individuell in ihrer Dosis eingestellt werden müssen. Sie sind in der Regel gut verträglich und haben relativ wenig Nebenwirkungen. Während einzelne Markenpräparate dieser Wirkstoffe in den USA schon seit Ende 2002 zugelassen sind, steht diese Zulassung in Deutschland noch aus, wobei entsprechende Verfahren laufen. Bis dahin ist eine „Off-Label“-Verordnung möglich. Die Details hierzu müssen mit dem verantwortlichen Arzt sehr gründlich und engmaschig abgesprochen werden. Neben den Psychostimulantien ergeben sich Alternativen durch bestimmte Antidepressiva, bei denen auch noradrenerge (auf Noradrenalin reagierende) Wirkprinzipien verfolgt werden. Auch hier erfordert die Einstellung einen erfahrenen Arzt.
Psychosomatische Therapie und Einbindung der Angehörigen bei ADHS
Über die medikamentöse Behandlung hinaus gibt es eine Vielzahl an der Psyche ansetzender Interventionen. Diese beziehen sich zum Teil auf die schon benannten häufigen Begleitphänomene der ADHS und umfassen dann ein breites Spektrum von psychosomatischen Interventionen. Für die ADHS im engeren Sinne ist sehr wesentlich eine umfassende Psychoedukation, d. h. eine ausführliche Information über alle wichtigen Aspekte der ADHS. Dies sollte zwingend auch die Aufklärung und Beratung der Angehörigen beinhalten. Es soll nicht nur eine Entlastung der Betroffenen erreicht werden, sondern es sollen auch gemeinsam Möglichkeiten ausgelotet werden, wie der Alltag mit der Störung in eine möglichst reibungsfreie Übereinkunft gebracht werden kann. Dies wird durch eine individuelle Beratung, dem sogenannten Coaching, der Betroffenen selbst ausgebaut, wie sie Alltagsaufgaben organisieren und Strategien der Selbstorganisation erarbeiten können.
Therapeutische Bewältigungstrategien bei ADHS
Im weiteren werden zu den jeweiligen individuellen Problemfeldern und Zielsetzungen auch Einzel- und Gruppentherapieinterventionen durchgeführt. Hierbei ist die pragmatische verhaltenstherapeutische Herangehensweise für die Zielsetzung einer konkreten Problem-lösung und einer bewältigungsorientierten Vorgehensweise hilfreich. Selbsthilfe¬gruppen können einen sehr starken unterstützenden Faktor darstellen. Wie auch bei anderen psychischen Erkrankungen erleben sich die Betroffenen oft selbst als sehr anders, fremdartig oder störend und dies bekommen sie sogar von anderen zurückgemeldet. Der Solidarisierungseffekt von Gleichbetroffenen bietet hier eine deutliche Entlastung.
Stationäre Therapie bei höhergradigen Schwierigkeiten erforderlich
Die Therapie kann im Prinzip ambulant durchgeführt werden, da die psychoedukativen Elemente und die Arbeit an den individuellen Zielsetzungen in einem solchen Setting gut umzusetzen sind. Bei höhergradigen Schwierigkeiten der Emotionsregulation, der Stresstoleranz, sowie der sozialen und interaktionellen Kompetenz sind multimodale und stark gruppentherapiegewichtete stationäre Therapien erforderlich. Erst während einer stationären Therapie ist ein intensiver und manchmal nur so überhaupt erst möglicher Aufbau der sozialen und interaktionellen Kompetenz realisierbar.
Rehabilitation bei ADHS
Bei fortgeschrittener Behandlung und relativer Stabilität durch Reduktion der Symptomatik sollten im Bedarfsfall auch Maßnahmen zur sozialen und beruflichen Rehabilitation überlegt und durchgeführt werden. Dies ist wichtig, da viele ADHS-Betroffene auch im Berufsleben Schwierigkeiten haben, geregelte und stabile Positionen zu finden und zu behalten. Andererseits ist es nicht selten, dass sie als Mitarbeiter aufgrund ihrer Kreativität und Flexibilität geschätzt werden.
Spezialisierte Kliniken
Zwei unserer Kliniken sind auf die Behandlung von ADHS bei Erwachsenen spezialisiert.
Spezialisierte Kliniken
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Dr. med. Michael Armbrust
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