Somatoforme Störung (Somatisierungsstörung).
Was ist eine somatoforme Störung?
Oft wird bei somatoformen Störungen erst an der falschen Stelle gesucht.
Die Somatisierungsstörung ist charakterisiert durch das Auftreten von Körperbeschwerden, für die trotz intensiver und genauer Untersuchungen kein bzw. kein ausreichender organischer Hintergrund gefunden werden konnte. Durchaus finden sich immer wieder Befunde, die einen Teil der Beschwerden erklären können, aber nicht das volle Ausmaß. Die Betroffenen hören oft, dass „sie nichts haben“. Sie fühlen sich unverstanden und suchen den nächsten Arzt auf oder werden zunehmend verzweifelt, hoffnungslos und in der Folge können sich Depressionen entwickeln. Oft lassen sich zwar in der Vergangenheit Erkrankungen finden, die zum damaligen Zeitpunkt die Beschwerden erklärt, aber sich in der Folge „automatisiert“ haben. Als Beispiel seien das Reizdarmsyndrom erwähnt, dem eine infektiöse Darmerkrankung vorangegangen sein kann oder Schwindelerkrankungen, bei denen durchaus in der Vorgeschichte eine Erkrankung des Innenohres zu finden ist.
Die Beschwerden haben keine organische Ursache.
Patienten mit einer somatoformen Störung suchen vor allem somatisch orientierte Ärzte auf, da die Beschwerden eine organische Erkrankung vermuten lassen (= somatoform). Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigte, dass ca. 30 % der Patienten in einer Hausarztpraxis unter unklaren, nicht organisch erklärbaren Körperbeschwerden leiden. Doch wenn es keinen organischen Hintergrund gibt, kann auch keine organmedizinische Intervention helfen. Tatsache ist, dass die Betoffenen stark leiden und dass sie in der Tat "etwas haben": aber es wird an der falschen Stelle gesucht – da die Beschwerden funktioneller Natur sind, müssen auch das Erklärungsmodell und der daraus resultierende therapeutische Ansatz dies berücksichtigen.
Wann wird eine Erkrankung als somatoforme Störung bezeichnet?
Eine Erkrankung ist dann eine somatoforme störung, wenn körperliche Beschwerden wiederholt auftreten und über mindestens 2 Jahre bestehen.
Die Körperbeschwerden betreffen mindestens 6 Organsysteme, z.B. Magen Darm-Trakt, Haut- und Schleimhäute, Herz-Kreislaufsystem, Muskeln und Gelenke, Urogenitaltrakt, sexuelle Funktionsstörungen.
Trotz intensiver Diagnostik können keine organischen Befunde festgestellt werden, welche die Beschwerden befriedigend und ausreichend für Patient und Arzt erklären. Dies kann zu häufigen Arztwechseln und zum verzweifelten Einfordern immer neuer Untersuchungen führen.
Wenn Ärzte & Patienten sich missverstehen.
Bei somatoformen Störungen kann es vorkommen, dass der Patient den Eindruck hat, der Arzt wolle ihm nicht helfen und der Arzt denkt, der Patient möchte sich nicht helfen lassen.
Wie man Missverständnisse vermeidet
Symptome
Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel... Die Symptome treten nur in einem oder mehreren Organen auf.
Symptome
Ursachen
Wichtigste Ursache ist, dass das Zentralnervensystem die Schmerzempfindlichkeit erhöht hat.
Ursachen
Therapien
Wichtig in der Therapie ist, das Schmerzgedächtnis zu ändern.
Therapien
Spezialisierte Kliniken
Diese Kliniken sind auf die Behandlung von somatoformen Störungen spezialisiert.
Spezialisierte Kliniken
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Univ.- Doz. Dr. med. Gernot Langs
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