Fibromyalgie. Ursachen & Symptome
Wie entsteht eine Fibromyalgie?
Stress am Arbeitsplatz kann die Entwicklung einer Fibromyalgie fördern
Bis heute ist nicht geklärt, welche Ursachen der Erkrankung zugrunde liegen. Es wird eine genetische Veranlagung diskutiert, da eine familiäre Häufung zu finden ist. Gesicherte Risikofaktoren für die Entwicklung einer Fibromyalgie sind psychische und physische Stressoren am Arbeitsplatz sowie eine gewisse depressive Befindlichkeit.
Störungen im Serotoninstoffwechsel spielen eine Rolle.
Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Störungen im Serotoninstoffwechsel und eine Veränderung in der Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung eine Rolle spielen. Pathobiochemisch wird eine Erniedrigung von Serotonin und Tryptophan (Vorstufe des Botenstoffs Serotonin) im Serum bei gleichzeitiger Erhöhung von Substanz P (Neutrotransmitter bei Schmerzrezeptoren) im Liquor und im Serum als gesichert angesehen, wobei dies auch bei Depressionen und bei chronischen Schmerzen anderer Art gefunden wird, also keinesfalls spezifisch für die Fibromyalgie ist. Diese Substanzen wirken fördernd (Substanz P) oder hemmend (Serotonin, Tryptophan) auf die Weiterleitung der Schmerzerregung. Wenn starke Schmerzreize das Nervensystem alternierend durchlaufen, kommt es zu einer Veränderung der beteiligten Nervenzellen, die empfindlicher werden und schließlich selbst leichte Reize wie Wärme, Berührungen oder Dehnungen im Rahmen von Bewegung als Schmerz verarbeiten. Ursache hierfür ist das so genannte Schmerzgedächtnis. Es „erinnert“ sich also ohne einen eigentlichen Auslöser an die ständigen Schmerzreize und leiten diese weiter. Man spricht auch von Neuroplastizität. Werden diese chronischen Schmerzen nicht adäquat behandelt, so kommen weitere (psychosoziale) Aspekte hinzu, die das Schmerzempfinden zusätzlich verschlimmern. Der Schmerz selbst hat sich zu einer Schmerzkrankheit entwickelt, die zunehmend Einfluss auf Körper und Psyche nimmt. Derzeit wird von einem bio-psycho-sozialen Krankheitsbild ausgegangen, dem eine zentral bedingte Störung der Schmerzmodulation zugrunde liegt.
Entstehung des Muskelschmerzes.
Der Schmerz in den Muskeln und Sehnen wird durch Verspannungen ausgelöst, die wiederum zu weiteren Verspannungen führen. Somit geraten die Betroffenen in einen Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist. Es kommt zu einer Chronifizierung des Schmerzes. Die dauerhaft auf den Patienten einwirkenden Schmerzen können sich im Nervensystem manifestieren und zu Umbauprozessen führen. Es kommt zur Ausbildung eines so genannten Schmerzgedächtnisses und ein Teufelskreis aus Schmerz-Depression-Angst, körperlicher und seelischer Anspannung kann sich entwickeln. Diese zunehmende Anspannung verstärkt wiederum den Schmerz. Häufig führt dies zu Arztwechseln und einem Ausprobieren verschiedener Therapiemethoden. Weiterhin können Auswirkungen im sozialen Bereich folgen, indem sich die Betroffenen von ihrer Umgebung unverstanden fühlen. Es kann zu verschiedenen Konflikten in Familie, Beruf oder Freundeskreis kommen. Dies wiederum bedingt einen zunehmenden sozialen Rückzug, Isolation bis hin zu Selbstwertkrisen und Depression.
Schema der Entstehung des Muskelschmerzes.
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Inaktivität wirkt sich bei Fibromyalgie negativ auf das Schmerzempfinden aus.
Der Schmerz wird zum ständigen Begleiter und das ganze Leben zentriert sich um den Schmerz. Meist sind die Betroffenen davon überzeugt, dass Aktivität, Belastung oder Bewegung eher schädlich sind und dadurch der Schmerz bedingt bzw. verstärkt wird. Aufgrund dieser Überzeugung kommt es durch die damit verbundene Angst zur Vermeidung von Bewegung und Belastung. Die Folge hiervon ist eine deutliche Immobilisierung. Durch das ausgeprägte Vermeidungsverhalten können die Betroffenen nicht mehr die Erfahrung machen, dass zwischen Bewegung und Schmerz nicht unbedingt ein Zusammenhang besteht. Diese Inaktivität hat Fehlhaltungen, Konditionsstörungen sowie eine Schwächung der Muskulatur auf körperlicher Ebene zur Folge. Die psychosozialen Folgen führen zu einer Verfestigung der Krankenrolle und des Vermeidungsverhalten.
Der Schmerz verselbstständigt sich.
Durch den dauernden Schmerz kommt es zu einer Überlastung der Schmerzabwehr. Dies führt zu strukturellen Veränderungen der beteiligten Nervenzellen und schließlich zu einer zentralen Sensibilisierung mit Manifestation des Schmerzes im zentralen Nervensystem. Man spricht dann von einem so genannten Schmerzgedächtnis. Der Schmerz hat sich verselbstständigt und ist zu einer eigenständigen Krankheit, der Schmerzkrankheit geworden.
Hauptsymptom bei Fibromyalgie ist der Schmerz.
Hierfür charakteristisch sind anhaltende Schmerzen von wechselnder Intensität und Lokalisation sowie eine Druckschmerzhaftigkeit an definierten Punkten (so genannten „Tender Points“ = Druckpunkte). Der Schmerz ist diffus und vor allem im Bereich der Muskeln und Sehnenansätze. Es kommt zu einem allmählichen Beginn, so dass die Diagnose oft erst nach vielen Jahren gestellt wird.
Weitere Symptome der Fibromyalgie.
Müdigkeit oder Schlafstörugen sind weitere Symptome der Fibromyalgie
Die Begleitsymptome der Fibromyalgie können sehr vielgestaltig sein, was sich auch darin äußert, dass Betroffene dreimal so oft operiert werden wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Eine Besse-rung wird hierdurch jedoch meist nicht erreicht. Neben dem Schmerz treten eine Reihe von weiteren Beschwerden auf. Hier sind insbesondere Morgensteifigkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen aber auch Beschwerden in anderen Organsystemen, wie z.B. Verdauungsprobleme, zu nennen. Es können verschiedene vegetative und funktionelle Symptome auftreten. Entzündliche Veränderungen sind hingegen nicht zu finden. Unter den Betroffenen geben ca. 60% selbst relevante emotionale und psychosoziale Konflikte im Zusammenhang mit dem Auftreten oder der Verstärkung der Schmerzen an.
Therapie
Bewegungstherapie, Schmerzbewältigung und Verhaltenstherapie sind die effektivsten Therapiemethoden.
Therapie
Spezialisierte Kliniken
Diese Kliniken sind auf die Behandlung von Fibromyalgie spezialisiert.
Spezialisierte Kliniken