Wenn man(n) nicht depressiv sein kann.

Männer und Frauen gehen mit Depressionen anders um.

Symptome, die auf eine Depression hindeuten, würden Männer nicht als solches erkennen.

Symptome, die auf eine Depression hindeuten, würden Männer nicht als solches erkennen.

Mit einer Krebserkrankung gehen viele Prominente offensiv um. Anders ist dies bei der Diagnose Depression. Nur wenige sprechen wie der Fußballer Sebastian Deisler offen über ihre psychische Erkrankung. Depressiv zu sein ist für Männer noch ein stärkeres Tabu als für Frauen und prägt ihren oft problematischen Umgang mit der Krankheit. Männer haben mehr Schwierigkeiten, über seelische Probleme zu sprechen. Überhaupt fällt es ihnen schwerer, für ihre Gefühle Worte zu finden. So kommt es, dass sie auch ihre Depression selbst schlechter erkennen und sich eingestehen können.

Depressionen werden bei Männern häufiger übersehen.

Depressionen werden bei Frauen mehr als doppelt so häufig diagnostiziert als in der männlichen Bevölkerung. Die Medizin geht davon aus, dass etwa 20 Prozent der Frauen und 10 Prozent der Männer in ihrem Leben daran erkranken. Wahrscheinlich sind Depressionen bei Männern aber stark unterdiagnostiziert. Das liegt zum Teil daran, dass Männer deutlich seltener Hilfe in Anspruch nehmen. Es hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass sie ihre Probleme selbst lösen wollen. Hinzu kommt noch das Suchtverhalten. Das Suchtverhalten ist oft als eine männliche "Selbstmedikation" zu verstehen. Bei Männern wird ein deutlich höheres Risiko beobachtet, eine Abhängigkeitserkrankung zu entwickeln. Sucht überdeckt häufig eine Depression.

Männer sind „anders“ depressiv.

Männer verstummen oft im Rahmen einer Depression, während Frauen Hilfe fordern.

Männer verstummen oft im Rahmen einer Depression, während Frauen Hilfe fordern.

Depressionen werden bei Männern auch deshalb übersehen, weil sich die Erkrankung bei ihnen anders äußert: Freudlosigkeit, Energie- und Antriebsmangel sowie Schlafprobleme finden sich bei beiden Geschlechtern. Während depressiv erkrankte Frauen aber häufig grübeln, sich Sorgen machen und klagen, zeigen Männer andere Symptome: Dazu zählen Aggressivität und leichte Reizbarkeit, was Folgen für die Krankheitsbewältigung hat. Durch Klagen und geäußerte Hilflosigkeit fordern Frauen im Rahmen einer depressiven Episode Hilfe von ihrer Umwelt ein. Männer dagegen verstummen. Ein Schweigen, das tödlich sein kann. So sterben Männer dreimal häufiger als Frauen an Selbstmord. Dabei ist der Suizid oft als ein letzter, vermeintlich selbstbestimmter Lösungsversuch zu verstehen.

Auch die Entstehung einer Depression unterscheidet sie von den Frauen.

Auch die Bedingungen, unter denen Depressionen auftreten, sind je nach Geschlecht unterschiedlich. Während Frauen häufig im Rahmen von Belastungen im sozialen Umfeld und engen Beziehungen an einer Depression erkranken, reagieren Männer eher auf reale oder phantasierte Bedrohung ihres Status mit psychischen Erkrankungen. Der typische männliche Patient ist vielfach im Beruf oder finanziell unter Druck geraten. Diese Männer empfinden den Renteneintritt, eine Scheidung, eine Entlassung oder eine Nichtberücksichtigung bei einer Beförderung als persönliche Kränkung. Dabei fehlt ihnen die Fähigkeit, mit ihren negativen Gefühlen adäquat umzugehen. In diesen Lebenssituationen treten Depressionen gehäuft auf.

In der Therapie Abstand gewinnen.

In der Therapie lernen Betroffene, über ihre Gefühle zu reden.

In der Therapie lernen Betroffene, über ihre Gefühle zu reden.

Insgesamt lassen sich Depressionen in den meisten Fällen, ambulant oder stationär, sehr erfolgreich mit Psychotherapie und ggf. auch Medikamenten behandeln. Für Männer, die von sich selbst erwarten, immer zu funktionieren, stellt die Erkrankung ihre "Männlichkeit" in Frage. Viele glauben: Wer psychisch krank ist, muss schwach sein. Im Klinikalltag können Betroffene erst mit Abstand von Beruf und Familie den Mut fassen, ihre Fassade fallen zu lassen. Sie lernen, über ihre Gefühle zu sprechen und finden neue Bewältigungsstrategien. Ein Klinikaufenthalt kann gerade auch jenen Patienten helfen, die in ihrem normalen sozialen Umfeld keine Schwäche zeigen wollen oder können. Viele Männer reagieren mit Erleichterung darauf, im stationären Rahmen auf andere Leidensgenossen zu treffen. Auch die Bereitschaft und die Therapietreue beispielsweise für eine notwendige Medikamenteneinnahme sind im klinischen Umfeld dann besser zu erreichen.

Betroffenen fehlt oft die Kraft, selbst Hilfe zu holen.

Angehörigen sollten genauer hinzusehen, wenn "ihre" Männer längere Zeit unter Antriebsmangel leiden, niedergeschlagen oder gereizt sind und aus heiterem Himmel explodieren. Auch süchtiges oder anderes riskantes Verhalten kann ein Warnhinweis sein. Oft schaffen es die Betroffenen nicht, selbst Hilfe zu holen. Wer glaubt, dass der Partner an Depressionen leiden könnte, sollte das Gespräch suchen, ihn zu einem Kontakt mit einem Arzt oder Psychotherapeuten motivieren und anbieten, den Betroffenen zum ersten Termin zu begleiten.

Depression. Therapie

Psychotherapie und die medikamentöse Behandlung sind wichtige Elemente der Depressions-Therapie.

Spezialisierte Kliniken

Diese spezialisierten Kliniken verfügen über qualifizierte Ärzte und Therapeuten zur Behandlung von Depression

Fachliche Betreuung

Gärtner

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. med. Thomas Gärtner


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