Internetsucht, Computersucht.

Wenn nur noch die virtuelle Welt zählt.

Das Internet kann süchtig machen. Betroffene verlieren dabei die Kontrolle, wie oft und wie lang sie surfen.

Das Internet kann süchtig machen. Betroffene verlieren dabei die Kontrolle, wie oft und wie lang sie surfen.

Computer und Internet gehören heutzutage für die meisten zum Alltag dazu. Doch was, wenn der Alltag ohne Computer, Smartphone oder Tablet-PC nicht mehr möglich ist? Während die meisten ihren Computer und das Internet überwiegend sinnvoll und kontrolliert nutzen, entgleitet einem Teil die Kontrolle darüber, wie häufig und wie lang sie zum Beispiel im Internet surfen, auf Facebook aktiv sind oder ihre Zeit mit Onlinespielen verbringen.

 

Computersucht & Internetsucht: Immer mehr Betroffene.

Die Zahl derer, für die eine Behandlungsnotwendigkeit besteht, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Aktuelle Schätzungen von Fachleuten gehen von circa 1,5 Millionen Betroffenen in Deutschland aus (drei Prozent der Gesamtbevölkerung). Für sie hat sich die Computernutzung zu einem exzessiven Problemverhalten ausgeweitet, das schließlich oft außerhalb ihrer Kontrolle liegt. Ganz erhebliche psychosoziale Probleme können die Folge sein. In solchen Fällen sprechen die Mediziner von einem pathologischen Computer-Gebrauch. Im allgemeinen Sprachgebrauch üblich spricht man von Internetsucht oder Computersucht.

 

Computer-Sucht. Informationen von A-Z

Symptome. Anzeichen einer Computersucht

Maßloses Chatten, Surfen oder Spielen.

Stunden um Stunden vor dem Computer - Anzeichen für eine Computersucht.

Stunden um Stunden vor dem Computer - Anzeichen für eine Computersucht.

Hauptmerkmal der Computersucht oder Internetsucht ist der exzessive Computer-Gebrauch, der immer mehr Zeit und Aufmerksamkeit der Betroffenen in Anspruch nimmt. Symptome des Krankheitsbildes sind etwa maßloses Chatten, ausuferndes und oft sinnloses Surfen im Internet oder das exzessive Spielen so genannter Multiplayer Games. Häufig genannt werden in diesem Zusammenhang Rollenspiele oder Ego-Shooter wie „World of Warcraft“ oder „Doom“, die der User über das Internet mit anderen Nutzern gemeinsam spielt.

 

Rückzug in die virtuelle Welt.

Im Krankheitsverlauf reduziert der Betroffene nach und nach familiäre sowie soziale Kontakte und die allgemeine Leistungsfähigkeit lässt zunehmend nach. Der Bezug zur realen Welt geht immer stärker mit belastenden Gefühlen einher, wie zum Beispiel mit Einsamkeit, Insuffizienzgefühlen, Angst oder Depressivität. Dies fördert wiederum den weiteren Rückzug in die virtuelle Welt und kann schließlich dazu führen, dass der Betroffene sich regelrecht darin verliert.

 

Suchtähnliches Verhalten.

Die Internetsucht / Computersucht bezeichnet demnach symptomatisch oft einen Teufelskreis: Die vermehrte Computer-Nutzung und die Probleme in der realen Welt verstärken sich darin wechselseitig. Schließlich kann die exzessive Computer-Nutzung eine Eigendynamik mit Zügen von Suchtverhalten entwickeln. Professionelle Hilfe brauchen Betroffene spätestens dann, wenn klinisch relevante psychische Störungen hinzutreten oder verstärkt werden. Dazu zählen zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen.

 

Ursachen. Wie entsteht eine Computersucht?

Rückzug durch geringes Selbstwertgefühl.

Ein geringes Selbstwertgefühl oder Depressionen können einen Menschen veranlassen, in die virtuelle Welt zu flüchten.

Ein geringes Selbstwertgefühl oder Depressionen können einen Menschen veranlassen, in die virtuelle Welt zu flüchten.

Den individuellen Hintergrund einer Entwicklung hin zur Internetsucht / Computersucht bilden zumeist Schwierigkeiten im alltäglichen persönlichen Umfeld. Auch psychische Probleme können der exzessiven Computer-Nutzung zugrunde liegen (wie Selbstwertdefizite, soziale Ängste oder Depressionen). Wenn Betroffene keine alternativen Lösungsstrategien für diese Art von Problemen entwickeln können und zugleich eine besondere Vorliebe für Onlineaktivitäten, Internetspiele und Ähnlichem haben, besteht die Gefahr, dass sie sich immer weiter in die virtuelle Welt flüchten. Das muss nicht bewusst geschehen, sondern erfolgt in vielen Fällen als unbewusster Rückzug.

 

Zunehmende Abhängigkeit vom Computer.

Das Risiko einer Internetsucht / Computersucht steigt zusätzlich, wenn die Betroffenen keine hinreichende Unterstützung von außen erfahren. Die reale Erlebniswelt mit ihren als unlösbar erscheinenden Problemen weicht so sukzessive zurück. An ihre Stelle treten zumindest anfänglich angenehme Erfahrungen bei der Computernutzung wie Ablenkung, Spannung, Freude, Bestätigung und ein Gefühl von Kontrolle. Es beginnt ein Prozess zunehmender Abhängigkeit bis hin zur Computersucht.