Burnout. Therapie | Burnout bei Lehrern & Schulleitern
Konflikte zwischen Lehrern und Schulleitern – Welche Wege führen aus der Krise?
Nur durch einen regen Austausch zwischen Lehrern und Schulleiter kann die Bildung von Konflikten verhindert werden.
Schulleiter, die unkonventionelle Wege gehen und in der Schule etwas bewegen wollen, drohen zu Außenseitern zu werden. In den allermeisten Fällen waren es mehr oder weniger umschriebene, mit massivem Kränkungserleben einhergehende Konflikte, die zur Eskalation und letztlich zur Manifestation der psychosomatischen Erkrankung bei Lehrern aber auch Schulleitern geführt haben. Im geschlossenen System der Kollegien und Hierarchien gab bzw. gibt es vielfach offenbar keine hinreichenden Möglichkeiten zum Austausch. Bestehende Konflikte müssen auf adäquate Art und Weise thematisiert werden. Nur dann können für alle Beteiligten tragfähige Lösungen gefunden werden. In einzelnen Fällen wurde ein Schulrat oder ein Vertreter der Schulaufsichtsbehörde zur Klärung „vor Ort“ geschickt. Der anstehende Konflikt wurde nicht gelöst und konnte nicht gelöst werden, weil auch diese Person nicht über die erforderliche psychologische Ausbildung verfügte.
Zeigen Sie öfter mal Anerkennung
Solange die individuelle Bilanz stimmt, also sich die in die Arbeit gesteckte Energie und die dafür erhaltene Belohnung (Gratifikation) die Waage halten, kann man ohne zusätzliches gesundheitliches Risiko locker mehr als 60 Stunden pro Woche arbeiten. Wenn also eine entsprechende Anerkennung seiner Leistung erfolgt, kann man auch mit wenig Geld und vergleichbar schlechten Rahmenbedingungen gut zurecht kommen. Erhält man trotz Einsatz keine Anerkennung, kippt das Verhältnis jedoch in Richtung Gratifikationskrise. Dann können die Betroffenen sowohl hinsichtlich körperlicher (Herz-Kreislauferkrankungen) als auch psychischer Erkrankungen (Burnout) schlechte Karten haben. In hohem Maße werden nun die persönlichen Erwartungen, Werte und Strategien entscheidend. Wie viel, von wem und welche Anerkennung brauche ich? Schulleiter sollten ihre Untergebenen öfters mal belohnen z.B. in Form von Anerkennung für ihre tolle Arbeit etc. Dies gehört zur guten Mitarbeiterführung. Denn auch für die eigene Person gilt: Gelobt werden tut der Seele gut.
Schulleiter sollten Erwartungen real einschätzen.
Es gibt viele Schulleiter, die mit besten Vorsätzen und viel Engagement Schulleiter sind, ohne sich je der Frage dezidiert gestellt zu haben, wo sie sich zwischen Schulamt und dem Lehrer-Kollegium positionieren. Viele hoffen intuitiv auf Gratifikation in Form von Anerkennung und Achtung durch das Kollegium, denn von Behörde und Ministerium trennen einen, emotional betrachtet, oft Welten. Häufig erwarten Schulleiter, dass ihre Lehrer bei unangenehmen Entscheidungen Verständnis zeigen und es nicht persönlich nehmen sollen. Zumindest sollte das Kollegium anerkennen, wie lange man sich als Schulleiter um eine bestmögliche Lösung bemüht hat. Daran, dass sich solche Erwartungen, nicht erfüllen können, führt im Schulleiter-Leben letztlich aber kein Weg vorbei.
Wie sehen eigentlich Lehrer ihre Schulleiter?
860 Lehrkräfte wurden zu ihrer Einschätzung der Schulleitung ihrer Schule befragt: 26,7% beklagten sich darüber, dass die Schulleitung ohne Absprache mit ihnen entscheidet, 74,3%, dass die Schulleitung nicht vorab die Zustimmung des Kollegiums einhole, und 72,9%, dass sie von der Schulleitung nicht als gleichberechtigte Partner behandelt werden. 70,1% fühlten sich von der Schulleitung nicht genügend unterstützt. Die Ergebnisse sprechen für sich: Lehrer haben einen „ignoranten Schulleiter“ als Feindbild anscheinend genau so nötig, wie Schulleiter gelegentlich eine „insuffiziente Schulbehörde“ zur seelischen Stabilisierung brauchen. Es ist in diesem Sinne für einen Schulleiter unmöglich als Mensch und Kollege geschätzt zu werden ohne dass er in eine Gratifikationskrise schlittert.
Finden Sie Ausgleich in Ihrer Freizeit
Anerkennung und Erfolg im Freizeitbereich kann ein Ausgleich zu beruflichen Belastungen sein.
Schulleiter sollten ihre eigenen Erwartungen frühzeitig reflektieren und gegebenenfalls modifizieren, um nicht sich und die eigenen Lehrkräfte in eine Krise zu führen. Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass Schulleiter nur als kalt-administrative Manager erfolgreich sein können. Im Gegenteil, schließlich funktioniert Schule nur, wenn sich möglichst alle im seelischen Gleichgewicht bewegen. Schulleiter wie Lehrer sollten sich als Ausgleich für den Berufsalltag ein Hobby zulegen, bei dem sie ebenfalls Anerkennung ernten können. Dies macht einen nicht nur unabhängiger sondern mitunter auch zufrieden, trotz einer hohen beruflichen Belastung.
Lehrergesundheit ist keine Zusatzaufgabe!
Nur wenn Schulleiter die Grenzen individueller Belastbarkeit angemessen berücksichtigen und nicht zuletzt auch hinsichtlich ihrer eigenen Gesundheit fürsorglich agieren, können sie langfristig ihren Aufgaben gerecht werden. Lehrergesundheit (auch in eigener Sache) ist eben keine weitere Zusatzaufgabe für die Schulleitung sondern sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
Burnout. Therapie
Schritt für Schritt problematische Verhaltensmuster erkennen und verändern ? das ist der Weg raus aus dem Burnout.
Therapie
Spezialisierte Kliniken
Sieben Schön Kliniken, von der Nordsee bis zum Alpenrand, haben sich auf die Behandlung von Burnout spezialisiert.
Spezialisierte Kliniken