Burnout. Therapie | Burnout bei Lehrern

Lehrer sind häufig hoher beruflicher Belastung ausgesetzt.

Unmotivierte Schüler, Lärm, Konflikte und wenig Unterstützung belasten viele Lehrer. Faktoren, die ein Burnout begünstigen.

Unmotivierte Schüler, Lärm, Konflikte und wenig Unterstützung belasten viele Lehrer. Faktoren, die ein Burnout begünstigen.

Viele im Beruf stehende Lehrer fühlen sich durch unmotivierte und undisziplinierte Schüler sowie Auseinandersetzungen mit Eltern belastet. Schüler respektieren nicht mehr „wie früher“ die Lehrerrolle. Konzentration und Motivation der Schüler werden als eher gering erlebt, Verhaltensauffälligkeiten sind häufig. In Rahmen der Berufslaufbahn von Lehrern werden die Phase des Berufseinstieges und die Situation älterer Lehrkräfte als besonders problematisch erlebt. Junge Lehrer beklagen, dass sie unzureichend auf die über die Stoffvermittlung hinausgehenden Aspekte der Tätigkeit vorbereitet und zu wenig intensive Betreuung in den ersten Berufsjahren erhalten. Ältere Lehrer sehen sich mit dem Altersunterschied konfrontiert: „Ich könnte die Oma meiner Schüler sein“, „Ich bin nicht mehr so leistungsfähig wie früher“. Konflikte mit der Schulleitung und im Kollegium tragen dazu bei, dass sich Lehrer in ihrem Beruf unwohl fühlen.

 

Belastungfaktoren, die im Vordergrund stehen.

  • unmotivierte und undisziplinierte Schüler ("Null-Bock-Generation")
  • Auseinandersetzungen mit Eltern
  • Konflikte im Kollegium
  • Unzureichende Unterstützung durch die Schulleitung
  • Ständig neue, wenig ausgereifte Vorgaben der Ministerien,
  • eine schlechte Ausstattungen der Schulen,
  • ein als unangemessen gering erlebtes Ansehen von Lehrern in der Gesellschaft
 

Was unterscheidet „ausgebrannte“ von gesunden Lehrkräften?

Lehrer, denen es schwer fällt, ihre Ziele hinreichend konkret und damit potentiell erreichbar zu formulieren (woran erkennt ein Lehrer, dass er „neue gesellschaftliche Ideale“ erfolgreich umgesetzt hat, wann ist er tatsächlich „Freund seiner Schüler“?) waren und sind unter psychosomatisch erkrankten und „ausgebrannten“ Lehrern deutlich häufiger zu finden.

 

Was führt zu psychischen Erkrankungen?

Das gesundheitliche Wohl von Lehrern hängt in hohem Maße von der jeweiligen Persönlichkeit und damit von in der individuellen Lerngeschichte verankerten Mustern ab. Angesichts dessen ist es umso erstaunlicher, dass derzeit weniger als zehn Prozent der Lehrer jemals – z.B. im Rahmen von Supervisionen – ihre eigenen Muster reflektiert und gegebenenfalls konstruktiv-professionell an deren Veränderung gearbeitet haben. In anderen Sozialberufen gehört dies seit Jahren zum Standard beruflicher Professionalität; erfreulicherweise gibt es aktuell in vielen Bundesländern mehr oder weniger zaghafte Ansätze zur Integration entsprechender Inhalte in die Lehrerausbildung.

 

Individuelle Stressbewältigungsstrategien.

Gesunde Lehrer können sich aktiv entspannen.

Gesunde Lehrer können sich aktiv entspannen.

Was letztlich zur gesundheitsgefährdenden Problembelastung wird, hängt in hohem Maße von den individuellen Voraussetzungen, Einstellungen und Möglichkeiten ab. Charakteristisch für erkrankte Lehrer ist, dass sie sich nicht gedanklich von der belastenden Arbeitssituation lösen können. Sie resignieren bei beruflichen Misserfolgen und besitzen wenige Möglichkeiten, Unterstützung aus dem eigenen sozialen Netz zu mobilisieren. Die Betroffenen sind unfähig, aktive Entspannung zu praktizieren oder trotz schwieriger Situationen positiven Ausgleich zu finden. Gesunde Lehrer können sich aktiv entspannen und positives Erleben herbeiführen. Gerade angesichts von Belastungen wird das soziale Netz gepflegt. Diese Lehrer können schwierige Situationen aushalten, gleichzeitig trauen sie sich zu, solche Belastungen aktiv zu verändern.

 

Wie aus Belastungen Erkrankungen werden können…

Zwischenzeitlich belegen zahlreiche Untersuchungen übereinstimmend, dass psychosomatische Gesundheit bzw. Krankheit nicht eine Ursache hat sondern sogenannte „bio-psycho-soziale Phänomene“ sind. Menschen haben eine unterschiedliche genetische Veranlagung, auch was die „Verwundbarkeit“ psychische Erkrankungen zu entwickeln, anbelangt. Auf dieser Grundlage werden Fertigkeiten, Einstellungen und Wertmaßstäbe erworben, die dann, unter dem Einfluss aktueller Ereignisse, über unser individuelles Wohl und Wehe entscheiden. Die mit Abstand häufigste Diagnose ist Depression. Hierunter leidende Menschen erleben sich praktisch in allen Bereich als hochgradig beeinträchtigt. Ihre Stimmung ist gedrückt, bis hin zu Konstellationen, in denen das Gefühl besteht, das alles irgendwie weit weg und gleichzeitig fatal ist.

 

Besondere Auslöser des Burn-out bei Lehrern.

Dass Burnout-Erleben hat u.a. viel mit Depressivität, Arbeitsunzufriedenheit und Kränkungen zu tun. Zudem ist Burnout-Erleben oft nicht das Ergebnis langen Überengagements. Es ist eher ein Ausdruck unzureichender fachlicher und/oder psychologischer Möglichkeiten. Burnout kann auch eine Reaktion auf hochgradig kränkend erlebte Ereignisse sein:

  • mangelnde Unterstützung durch Schulleitung und/oder Kollegen
  • Nicht-Achtung der eigenen Person durch Schüler, Schülereltern und/oder die Gesellschaft

So erlebten sich in einigen Befragungen etwa 25% aller Referendare bereits als ausgebrannt.

 

Wie Sie einen Burnout vermeiden können.

Eine Supervision kann helfen, Konflikte und Belastungen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu treffen.

Eine Supervision kann helfen, Konflikte und Belastungen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu treffen.

Entscheidend ist vielmehr, hinreichende Sensibilität für die eigene Befindlichkeit zu haben („Woran merke ich rechtzeitig, dass ich unter Druck stehe?“) und über Strategien zu verfügen, mit denen dann adäquat reagiert und gehandelt werden kann. Das können praktische Fertigkeiten (z.B. Entspannungstechniken) ebenso betreffen wie den Umgang mit den eigenen Einstellungen. So können Sichtweisen wie „Ich muss immer beliebt und anerkannt sein“; „Konflikte halte ich nicht aus“; „Auf keinen Fall soll mich jemand für inkompetent halten“ Stressverstärker sein. Eine Supervision gemeinsam mit den Kollegen, in der Regel unter Anleitung eines ausgebildeten Supervisors, kann wegweisend sein, wenn es darum geht, eigene blinde Flecken hinsichtlich berufsimmanenter Belastungen zu erkennen.

 

Konflikte zwischen Lehrern und Schulleitern

Konflikte zwischen Lehrern und Schulleitern belasten beide Partien. Teilweise so sehr, dass es zu psychischen Erkrankungen wie Burnout kommt.

Ratgeber: Wege aus der Krise

 

Präventionsprogramme für Lehrer (AGIL).

In strukturierten berufsbezogenen Präventionsprogrammen, etwa „Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf“ (AGIL) wird ein breites Spektrum an Informationen zum Thema vermittelt. Wichtig bei solchen Programmen ist, dass der individuelle Bezug hergestellt, ein persönliches Entlastungsprojekt konzipiert und sukzessive umgesetzt wird. Lehrer sollten sich bezüglich ihrer eigenen Stärken und Schwächen systematisch reflektieren und daraus präventive Schritte ableiten können. Dies ist sogar Teil der in Sozialberufen zu fordernden Professionalität. Natürlich garantiert dies keine Gesundheit. Durch den souveränen Umgang mit den Belastungen verringern sich aber die gesundheitlichen Probleme erheblich.

 

Diagnostik & Therapie

Schritt für Schritt problematische Verhaltensmuster erkennen und verändern ? das ist der Weg raus aus dem Burnout.

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Spezialisierte Kliniken

Sieben Schön Kliniken, von der Nordsee bis zum Alpenrand, haben sich auf die Behandlung von Burnout spezialisiert.

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