Burnout, Burn-out-Syndrom. Definition

Was versteht man unter Burn-out?

Burnout (wörtlich übersetzt "Ausbrennen") wurde erstmals im Jahre 1974 von dem amerikanischen Psychotherapeuten Herbert J. Freudenberger definiert. Selber mehr als 16 Stunden/Tag für seine Patienten und Klienten engagiert, hatte er psychische und psychosomatische Beschwerden entwickelt und war zuletzt regelrecht zusammengebrochen. Er ging seinerzeit davon aus, dass vor allem Menschen aus helfenden Berufen, die sich anfänglich für ihren Beruf engagierten, im Laufe der Zeit Gefühle von Resignation, Leere, Erschöpfung sowie psychische und psychosomatische Beschwerden entwickeln. Er nannte diesen Zustand Burnout.

Die Psychologin Corinna Maslach entwickelte auf Basis dieser Überlegungen 1976 einen Fragebogen, der bis heute die wissenschaftliche Basis zur Beschäftigung mit dem Burn-out Phänomen darstellt.

 

Unterscheidung zwischen Burnout-Prozess und Syndrom.

Man muss zwischen Burnout als Prozess und Burnout als Syndrom unterscheiden. Der Prozess ist als Weg zum Syndrom zu sehen und kann im Leben mehrmals durchlaufen werden, falls nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Für diesen Prozess wurden verschiedene Modelle entworfenen. Die zwei gängigsten sind das 5-Phasen-Modell nach Müller-Timmermann und das 10-Phasen-Modell nach Fengler.

 

Das 5-Phasen-Modell nach Müller-Timmermann.

Als Burnout-Syndrom ist in erster Linie die Phase 5 zu sehen, während die vorangehenden Phasen als Teil des Prozesses zu betrachten sind.

Als Burnout-Syndrom ist in erster Linie die Phase 5 zu sehen, während die vorangehenden Phasen als Teil des Prozesses zu betrachten sind.

Phase 1: Zunächst stürzen sich die Betroffenen in die Arbeit und vernachlässigen Freunde, Familie und Hobbys. Sie identifizieren sich mit ihren beruflichen Aufgaben und verdrängen den Stress. Der Erfolg und die Karriere werden zu einem Lebensziel, dem alles andere geopfert wird. Phase 2: Der Übergang zur 2. Phase ist schleichend. Die eigenen Ziele werden realistischer eingeschätzt und man erkennt auch wieder die Bedeutung des Privatlebens. Bis hierhin ein relativ normaler Ablauf, der nicht unbedingt zu Burnout führen muss.

Phase 3: Hier treten dann Selbstkritik und Versagensängste immer mehr in den Vordergrund. Die zu bewältigenden Aufgaben erscheinen nicht durchführbar, Frustration stellt sich ein. Dies führt zu einem stetig präsenten Stress und damit schon zu den ersten körperlichen Auswirkungen wie z.B. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, ständige Müdigkeit und Anspannung. Jedoch gibt es auch immer noch positive Phasen, in denen die Erkrankten davon ausgehen, dass sie den krisenhaften Zustand überwunden haben.

Phase 4: Die vierte Phase zeichnet sich vor allem durch eine große Resignation aus. Energie oder Einsatz gibt es nicht mehr, ein Mensch mit einem Burnout-Syndrom schleppt sich zur Arbeit, um die Dinge zu erledigen, die er muss. Gleichzeitig gibt es aus Selbstschutz einen totalen Rückzug. Andere Menschen werden nicht mehr herangelassen und eine regelrechte Schutzmauer wird aufgebaut, die den Verlauf solcher Krankheiten noch beschleunigt, da keine Hilfe von außen angenommen wird.

Phase 5: In der letzten Phase werden die Erkrankten depressiv, bei manchen kommt es sogar zu Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch. Viele lehnen sich selbst total ab und kämpfen mit dem Gefühl, völlig versagt zu haben.

 

Das 10-Phasen-Modell nach Fengler.

Phase 1 - 9 stellt den Prozess zu einem Burnout-Syndrom dar. In Phase 10 ist der Burnout eingetreten.

Phase 1 - 9 stellt den Prozess zu einem Burnout-Syndrom dar. In Phase 10 ist der Burnout eingetreten.

Das 10-Phasen-Modell beschreibt anschaulicher den Prozess, wie es zu einem Burnout kommt.

Phase 1: Auch hier begegnen die Betroffenen ihrer Arbeit mit Idealismus und den Kollegen gegenüber mit großer Freundlichkeit. Das Privatleben wird vernachlässigt und der Beruf steht an erster Stelle. 

Phase 2: Die Überforderung folgt auf dem Fuße. Sie wird von den Betroffenen meist nicht wahrgenommen. Sie stürzen sich nur noch mehr in die Arbeit um noch besser zu werden.

Phase 3- 8: Aufgrund der chronischen Überarbeitung werden die Betroffenen launiger. Kollegen und die Familie leiden darunter. Die Betroffenen entwickeln aufgrund ihres Verhaltens Schuldgefühle. Sie versuchen, sich noch mehr anzustrengen um wieder leistungsfähiger zu werden. Diese Anstrengungen sind aber erfolglos und die Betroffenen spüren nur noch Hilflosigkeit ihrer Situation gegenüber. Sie verlieren die Hoffnung, dass sie etwas an ihrer Situation ändern können. 

Phase 9: Aus dieser Konsequenz heraus entwickeln sie in der Phase 9 eine Abneigung gegen ihre Kollegen, Mitarbeiter, Klienten oder Schüler. Sie fühlen sich zunehmend erschöpft und apathisch.

Phase 10: In der letzten Phase ist der Burnout voll entwickelt. Die Betroffenen beschuldigen sich selber, unfähig zu sein, sie werden zynisch, leiden unter Angststörungen und Depressionen, neigen zu Fehlzeiten etc. 

 

Burnout. Symptome

Wer ausgebrannt ist, ist nicht nur erschöpft, sondern auch zynisch, nah am Wasser gebaut und zieht sich häufig zurück.

Symptome

Burnout. Ursachen

Anerkennung wollen, aber sich wie eine Marionette im Alltag fühlen: Burnout hat nicht eine Ursache, sondern viele.

Ursachen