Borderline-Störung. Ursachen & Diagnostik

Das soziale Umfeld beeinflusst die Persönlichkeitsentwicklung

Erlebnisse in der Kindheit können eine Borderline-Störung auslösen.

Erlebnisse in der Kindheit können eine Borderline-Störung auslösen.

Komplexe Störungen wie Persönlichkeitsstörungen basieren auf ebenfalls komplexen Entstehungsbedingungen. Zwischen den Störungen besteht eine relevante genetische Anlage, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Die wesentlichen Beeinflussungsfaktoren sind aber die inneren wie äußeren Rahmenbedingungen der Persönlichkeitsentwicklung. Zu den inneren Rahmenbedingungen können z.B. chronisch-organische Erkrankungen wie z.B. ADHS zählen, die krank machende Einflüsse haben. Stärker zu werten sind jedoch die Einflussfaktoren der psychosozialen Umgebung, also die äußeren Rahmenbedingungen. Ungünstige Einflüsse wirken sich auf die Entwicklung der Emotionsregulation, der Beziehungskompetenzen und der Identitätsbildung aus.

Bei der Borderline-Störung ist immer eine Einzelfallanalyse notwendig

Auch wenn jeder Betroffene der Borderline-Störung auf eine individuell hochbelastete Entwicklungsgeschichte zurückblicken kann, lassen sich keine eindeutigen, womöglich syndromtypischen Beeinflussungsfaktoren oder -größen zuordnen. In der Ursachenforschung ist man also immer auf die Einzelfallanalyse angewiesen. Bei einzelnen Persönlichkeitsstörungen wie z.B. der emotional-instabilen, bestehen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass im Verlauf auch neurobiologische, neuropsychologische und neurophysiologische Veränderungen der Affektregulation eingetreten sind.

Die Diagnostik von Borderline-Störungen ist schwierig

Die Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen gilt als besonders schwierig, da fast alle typischen Symptome wie auch die oben schon erwähnten Kriterien qualitativ auch bei eindeutig gesunden Menschen auftreten können. Die qualitative Analyse allein ist deshalb nicht diagnoseklärend, sondern es muss eine gründliche und umfassende quantitative Analyse der Verhaltensweisen durchgeführt werden. Hierbei ist im Sinne einer Längsschnittdiagnose (Langzeitbeobachtung) festzustellen, ob bestimmte, das Syndrom dann definierende Fehlverhaltensweisen über längere Zeit chronisch, situationsübergreifend sowie rigide und unflexibel auftreten. Zudem müssen diese deutlich von der soziokulturellen Umgebung abweichen. Die Langzeitbeobachtung kann auch durch Fremdbeobachtung erfolgen.

Vertrauen schaffen ist zur Behandlung von Borderline-Patienten wichtig

Schließt sich möglicherweise eine psychotherapeutische Behandlung an, ist zur Etablierung einer vertrauensvollen Basis die enge Abstimmung der diagnostischen Einschätzungen und Bewertungen mit den Betroffenen empfehlenswert. Nach Festlegung der übergeordneten genannten Kriterien kann eine Unterscheidung der Untertypen erfolgen, wobei in der klinischen Wirklichkeit meist Mischformen einzelner Untertypen auftreten.

Was ist noch hilfreich bei der Diagnostik von Borderline-Störungen?

Für die Diagnostik hilfreich sind sogenannte halbstandardisierte Interviews, bei denen standardisierte Fragen durch klinische Befragungen ergänzt werden. Vorrangig ist hier der SKID-II. Für einzelne Störungen gibt es auch spezifische veränderungsempfindliche Tests wie z. B. die Borderline-Symptomliste BSL.

Borderline. Symptome

Symptome von Borderline sind u.a. Identitätsstörungen und starke Gefühlsschwankungen.

Borderline. Therapie

Bei der Borderlinestörung hat sich die Verhaltenstherapie als besonders effektiv erwiesen.

Ihr Ansprechpartner

Armbrust

Dr. med. Michael Armbrust


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