Borderline-Notfallkoffer.

Wie Borderliner sich für den Notfall wappnen.

Wer so packt, möchte für einen Notfall gewappnet sein – den Borderline-Notfall.

Wer so packt, möchte für einen Notfall gewappnet sein – den Borderline-Notfall.

„Ich packe meinen Koffer und nehme mit: Ein Gummiband, eine Chilischote, das Bild meiner besten Freundin, Brausetabletten. Wer so packt, möchte für einen Notfall gewappnet sein – den Borderline-Notfall. In der Schön Klinik Bad Bramstedt, der größten Spezialklink für Borderline-Störungen in Deutschland, lernen Patienten, wie sie sich für emotionale Notfälle, also für starke Gefühlsausbrüche und Anspannungen, wappnen. Denn durch ihren persönlichen Notfallkoffer haben sie schnell die Möglichkeit, ihren Weg zurück ins Hier und Jetzt zu finden.

 

Wenn die Anspannung steigt.

Der Notfall kann schnell kommen und ist für Außenstehende oft nicht zu erkennen. Manchmal hat der Betroffene selbst Schwierigkeiten, die Situation richtig zu deuten. Er merkt vielleicht, dass seine Anspannung steigt, dass er viel zu leicht in Wut gerät und im nächsten Moment platzen könnte. Und das ist der Moment für den Notfallkoffer. Er kann helfen, die Wut und die Anspannung abzubauen, zu kanalisieren – bevor sich Menschen mit Borderline zum Beispiel selbst verletzt.

 

Zwischen Chilischote und Kinderbildern.

Borderline gehört zu den emotional-instabilen Persönlichkeitsstörungen und betrifft gleichermaßen Frauen und Männer. „Menschen mit Borderline empfinden Gefühle viel intensiver als der Durchschnitt der Bevölkerung“, erklärt Chefarzt Dr. Michael Armbrust von der Schön Klinik Bad Bramstedt. „Sie haben ein Emotionsregulationsproblem.“ Betroffene sind ständig angespannt und kommen kaum auf ein normales Niveau herunter. Eine Gefühlswelle überlagert die nächste. Sie werden traurig oder aggressiv und entwickeln Strategien, um belastende Situationen zu vermeiden. Jeder macht das auf seine eigene Art, und nicht wenige dieser Strategien sind gefährlich. Sie lenken sich ab, stürzen sich in Arbeit oder Abenteuer, übertreiben den Konsum von Alkohol oder Drogen, treiben extremen Sport oder verletzen sich selbst. Der Schmerz, das Gefühl ausgepowert zu sein oder der Rausch dämpfen die extremen Gefühle – und bieten daher einen Ausweg.

 

Der Koffer für den Ausweg.

In der Schön Klinik Bad Bramstedt werden emotional-instabile Persönlichkeitsstörungen mit Hilfe der dialektisch-behavioralen Therapie behandelt. Dabei geht es unter anderem darum, den Umgang mit den impulsiven Gefühlen und Spannungszuständen zu erlernen. Für Situationen, in denen die innere Anspannung steigt, bekommen die Patienten Wege aus der Krise gezeigt. Der Notfallkoffer ist hierbei ein wichtiges Werkzeug.

Im Koffer befinden sich Gegenstände, die beruhigend wirken oder einen starken Reiz auslösen. Bilder von Freunden, der Lieblingsteddy aus der Kindheit oder der Gummiball erinnern an unbeschwerte Zeiten und steigern die schönen Gefühle, wenn man sich gerade sehr traurig oder einsam fühlt. Der Biss in die Chilischote, die Brausetablette oder das Gummiband, das gegen den Arm gepitscht wird, lösen kleine Schmerzmomente aus. „Diese Gegenstände holen den Patienten zurück in die Gegenwart bevor er versucht, die Spannung durch Ritzen der eigenen Haut zu lösen“, so Chefarzt Dr. Michael Armbrust.

 

Der Koffer jedes Patienten sieht anders aus.

Die Sammlung der Gegenstände, die beruhigen oder ablenken, sieht bei jedem Betroffenen anders aus. Während das Lieblingslied auf einem MP3-Player den einen vollkommen beruhigt, löst sich die Spannung beim anderen am besten über den stechenden Geruch von Ammoniak-Ampullen. Und weil nicht nur jeder Patient unterschiedlich ist, sondern sich der Einzelne auch weiter entwickelt, sollte der Inhalt des Notfallkoffers regelmäßig überprüft und neu gepackt werden. Lieblingssongs wechseln schließlich im Laufe eines Lebens... Auch das lernen die Patienten in Bad Bramstedt.

 

Rettungsring für die Handtasche.

Der schönste Koffer voll mit Kindheitserinnerungen bringt nichts, wenn er im Notfall zuhause unter dem Bett steht. Für unterwegs oder am Arbeitsplatz sollte man immer ein paar Hilfen dabei haben. Dafür reicht auch ein Flummi in der Handtasche, eine Streichholzschachtel mit Chilischoten oder Gummibändern im Büro, ein Armband mit kleinen Glückssymbolen, eine Packung Brause in der Hosentasche, das Bild der Lieblingsfreundin im Geldbeutel. All diese Kleinigkeiten können Rettungsringe für die schwierigen Situationen des Alltags sein. Und wie das mit Rettungsringen so ist: Meistens müssen sie gar nicht benutzt werden. Es ist einfach gut zu wissen, dass sie da sind. Das allein beruhigt schon ungemein!

 

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