Borderline und andere Persönlichkeitsstörungen.

Borderline. Der Drang, sich und andere zu verletzen

Rund 1,5 Mio. Deutsche leiden unter Borderline-Persönlichkeitsstörung, die sich u.a. in starken, unkontrollierten Gefühlsschwankungen äußern sowie dem Drang, sich selbst zu verletzen. Die Betroffenen sind unsicher, haben Angst verlassen zu werden und stoßen andere Menschen abwechselnd weg und umklammern diese. Weil die Erkrankung zwischenmenschliche Beziehungen überschattet, beeinträchtigt sie das Leben der oft jungen Patienten stark: Ausbildungs- und Berufswege werden unterbrochen, Freundschaften und Partnerschaften in Frage gestellt. Familie und Freunde stehen der Entwicklung oft hilflos gegenüber.

 

Borderline (Borderline-Syndrom). Informationen von A-Z

Information. Was ist Borderline?

Was versteht man unter einer Borderline-Störung?

Die Borderline-Störung zählt zu den Persönlichkeitsstörungen. Mediziner verwenden dafür häufig den Begriff "emotional instabile Persönlichkeitsstörung". Die Bezeichnung Borderline entstand dadurch, dass die Mediziner annahmen, dass sich die Störung im Grenzbereich (engl. borderline) zwischen Neurose und Psychose bewegt. Viele Betroffene zeigten psychotosche Symptome wie z.B. Verfolgungswahn. Gekennzeichnet ist Borderline durch eine Instabilität in der Stimmung, dem eigenen Selbstbild und in sozialen Beziehungen.

 

Welche Persönlichkeitsstörungen gibt es noch?

Für jede einzelne Persönlichkeitsstörung wurden zentrale Kriterien definiert. Die einzelnen Kriterien sind hier aufgelistet. Trifft eine bestimmte Anzahl dieser Kriterien zu, kann eine Diagnose gestellt werden.

Die selbstunsichere Persönlichkeitsstörung: Sie ist gekennzeichnet durch Hemmungen im Kontakt mit anderen, offenes und verdecktes Vermei­dungsverhalten, ein Gefühl der Unzulänglichkeit sowie starker Angst vor Ablehnung und Kritik.

Die abhängige (dependente) Persönlichkeitsstörung: Sie imponiert durch ein Muster von anklammerndem, verantwortungsdelegierendem   und unterwürfigem Verhalten mit einem übermässigen Bedürfnis nach Umsorgtwerden.

Die zwanghafte Persönlichkeitsstörung: Sie ist charakterisiert durch ein Muster von ständiger Beschäftigung mit und Betätigung für Kontrolle, Ordnung, Pflichterfüllung und Perfektionismus.

Die histrionische Persönlichkeitsstörung: Sie charakterisiert ein Muster von starker Emotionalität in Verbindung mit einem grossen Bedürfnis nach Aufmerksamkeit durch andere, verbunden mit stark unauthentischem Verhalten.

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung: Sie kennzeichnet ein Muster von Großartigkeitsgefühlen, einem Bedürfnis nach Bewundertwerden sowie mangelndes Einfühlungsvermögen in andere Personen.

Die paranoide Persönlichkeitsstörung: Sie besticht durch ein hohes Maß an zwischenmenschlichem Misstrauen und Empfindlichkeit bei Zurücksetzungen, oft verbunden mit einem situationsunangemessenem Beharren auf eigenen Rechten

Die schizoide Persönlichkeitsstörung: Sie imponiert durch emotionale Kühle und Distanziertheit, übermäßige Vorliebe für Einzelgängertum, Mangel an engen Freunden   und fehlender Wunsch nach solchen Beziehungen

Die dissoziale Persönlichkeitsstörung: Sie weist Missachtung sozialer Normen und Regeln auf, eine geringe Frustrationstoleranz, kaum längerfristige Beziehungen und Einschränkungen im Erleben von Schuldbewusstsein.

 

Symptome. Anzeichen einer Borderline-Störung

Was sind die Symptome von Borderline?

Das Leben von Borderline-Patienten wird von extremen Stimmungsschwankungen bestimmt. Besonders stark treten diese in jüngeren Jahren auf, im Lebensalter so um die 20. Insgesamt gibt es neun Borderline Symptome, die Fachleute für eine Diagnose verwenden:

  • Bemühungen, Verlassenwerden zu vermeiden
  • instabile, aber intensive zwischenmenschliche Beziehungen
  • Impulsivität in mind. zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen
  • wiederkehrende suizidale Handlungen oder Selbstverletzung
  • affektive Instabilität
  • chronische Gefühle von Leere
  • Schwierigkeiten, Wut zu kontrollieren
  • Identitätsstörung
  • Dissoziative Symptome oder paranoide Vorstellungen

Das so genannte "Ritzen", wird in den Medien am häufigsten und manchmal auch zu Unrecht mit Borderline in Verbindung gebracht. Ritzen oder selbstverletzendes Verhalten führt nicht zwangsläufig zur Diagnose "Borderline". Mindestens fünf der aufgezählten Kriterien müssen in einem Zeitraum von 4 Jahren erfüllt gewesen sein.

 

Ursachen. Wie entsteht ein Borderline-Syndrom?

Soziales Umfeld beeinflusst die Persönlichkeitsentwicklung.

Erlebnisse in der Kindheit können eine Borderline-Störung auslösen.

Erlebnisse in der Kindheit können eine Borderline-Störung auslösen.

Komplexe Störungen wie Persönlichkeitsstörungen basieren auf ebenfalls komplexen Entstehungsbedingungen. Zwischen den Störungen besteht eine relevante genetische Anlage, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Die wesentlichen Beeinflussungsfaktoren sind aber die inneren wie äußeren Rahmenbedingungen der Persönlichkeitsentwicklung. Zu den inneren Rahmenbedingungen können z.B. chronisch-organische Erkrankungen wie z.B. ADHS zählen, die krank machende Einflüsse haben. Stärker zu werten sind jedoch die Einflussfaktoren der psychosozialen Umgebung, also die äußeren Rahmenbedingungen. Ungünstige Einflüsse wirken sich auf die Entwicklung der Emotionsregulation, der Beziehungskompetenzen und der Identitätsbildung aus.

 

Bei Borderline ist immer eine Einzelfallanalyse notwendig.

Auch wenn jeder Betroffene der Borderline-Störung auf eine individuell hochbelastete Entwicklungsgeschichte zurückblicken kann, lassen sich keine eindeutigen, womöglich syndromtypischen Beeinflussungsfaktoren oder -größen zuordnen. In der Ursachenforschung ist man also immer auf die Einzelfallanalyse angewiesen. Bei einzelnen Persönlichkeitsstörungen wie z.B. der emotional-instabilen, bestehen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass im Verlauf auch neurobiologische, neuropsychologische und neurophysiologische Veränderungen der Affektregulation eingetreten sind.

 

Das übermächtige Gefühl

Sie fühlte sich schon immer irgendwie anders. Fühlte sich nicht wohl in ihrer Haut. Heute ist klar: Sie litt an Borderline.

Eine Patientin berichtet

Borderline-Notfallkoffer

Der Notfall kann schnell kommen und dann ist der Notfallkoffer gefragt. Er kann helfen, die Wut und Anspannung abzubauen.

Borderline-Notfallkoffer

 

Borderline & Partnerschaft

Menschen mit Borderline sind besonders impulsiv und sehr instabil in ihren Gefühlsreaktionen. Sie sind in Partnerschaften sehr emotional.

Liebe & Partnerschaft

Diagnostik & Therapie

Bei der Borderlinestörung hat sich die Verhaltenstherapie als besonders effektiv erwiesen.

Diagnostik & Therapie

 

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