Magersucht. Diagnostik & Therapie

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Therapieerfolge bei Anorexia nervosa erheblich verbessert. War die therapeutische Haltung gegenüber dieser gravierenden und gefährlichen psychischen Erkrankung früher eher als resignativ, bzw. pessimistisch zu bezeichnen, so hat sich dies heute geändert. Heute eröffnen sich neue Möglichkeiten der Therapie, in vielen Fällen wird nun eine primäre Rückbildung ermöglicht. Diese bleibt auch bei den immer noch häufigen Rückfällen wirksam.

Wie wird eine Magersucht (Anorexie) festgestellt?

Die Diagnose der Magersucht ist in den meisten Fällen unproblematisch. Differentialdiagnostisch müssen Erkrankungen ausgeschlossen werden, die ihrerseits zu Gewichtsabnahme führen können. Hierzu gehören z.B. Morbus Crohn, die Sprue und im höheren Alter auch bösartige Erkrankungen.

Ziel der Therapie: Normalgewicht.

Gewichtsnormalisierung ist das grundlegende Ziel der Therapie der Magersucht. Bisher gibt es keine Evidenz dafür, dass medikamentöse oder physikalische Therapieverfahren (wie z.B. Wärmetherapie) wesentlich zur Dauerhaftigkeit des Therapieerfolges bei Magersucht beitragen. Eine Reihe von Studien belegt, dass Patienten, die vor Erreichen Ihres Zielgewichtes, d.h. einem normalen Gewicht für Körpergröße und Alter, entlassen werden, in der Folge häufiger Rückfälle erleiden und häufiger rehospitalisiert werden. Insofern ist die Herstellung des normalen Gewichtes das Ziel der Therapie. Mit Beginn der Gewichtszunahme findet sich bei Patienten mit Magersucht ein erhöhter Grundumsatz bezogen auf das Körpergewicht, der die Gewichtszunahme erschwert. Patienten mit Magersucht benötigen häufig eine erhöhte Kalorienzufuhr, um ihr Gewicht zu halten.

Ernährungsmanagement bei Anorexia Nervosa (Magersucht).

Therapie bei Magersucht: Kochen lernen

Therapie bei Magersucht: Kochen lernen

Patienten mit Magersucht kennen ein normales Essverhalten nicht mehr. Sie müssen das normale Essen erst wieder lernen. Dabei hilft das Ernährungsmanagement. Es umfasst dabei Essprotokolle, vereinbarte Essensmengen, festgelegte Zeiten für die Nahrungsaufnahme und das Kontraktmanagement. In Verträgen werden mit dem Patienten Gewichtszunahmen und Essensmengen vereinbart und festgelegt, welche positiven und negativen Konsequenzen bei Einhaltung bzw. Nichteinhaltung der Vereinbarungen eintreten. Im stationären Rahmen sollten die Zeitpunkte der Mahlzeiten gut geregelt sein. Über die Selbstbeobachtung des Essverhaltens hinaus besteht hier die Möglichkeit zur therapeutischen Fremdbeobachtung und damit zur Korrektur und Verbesserung des Essverhaltens.

Eine zentrale Rolle der Therapie spielt die Gewichtskontrolle.

Die regelmäßige Kontrolle des Gewichts ist Bestandteil der Therapie.

Die regelmäßige Kontrolle des Gewichts ist Bestandteil der Therapie.

In jeder Form der Therapie spielt die Beobachtung des Gewichtes eine zentrale Rolle. Im ambulanten Setting sind Gewichtszunahmen von bis zu 500 g pro Woche erreichbar, während die Zielsetzungen im stationären Setting höher ausfallen sollten. Bei guten Verläufen der Therapie von Magersucht sollte die wöchentlichen Gewichtszunahmen hier nicht unter 700 g/Woche liegen.

Das Lehrküchen-Konzept.

Das Lehrküchen-Konzept ist ein besonderes Konzept der Schön Klinik Roseneckt.

Das Lehrküchen-Konzept ist ein besonderes Konzept der Schön Klinik Roseneckt.

Magersüchtige lernen hier wie in einem Kochstudio, sich selber eine ganze Mahlzeit zuzubereiten und lernen so, was eine normale Portion ist.

Orale und nasogastrale Ernährung bei Magersucht.

Bei initialen Problemen mit der Gewichtszunahme kann auf oral applizierte Sondenkosten zurückgegriffen werden. Nasogastrale Ernährung ist dem stationären Bereich vorbehalten. Eine orale Nahrungsaufnahme ist aus therapeutischer Sicht immer die bessere Option. Nur in gut begründeten Ausnahmefällen sollte eine Zwangsernährung durchgeführt werden z.B. bei nicht einsichtigen Patienten und vitaler Bedrohung. Besteht Lebensgefahr und der Patient musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, sollte man die Ernährung über eine Magensonde der intravenösen Ernährung vorziehen. Die Ernährung über eine Magensonde kann in Folge eines Phosphatmangels allerdings zu einer Rhabdomyolyse, also zu einem Muskelzerfall, führen.

Welche Rolle spielt die Psychotherapie?

Die Psychotherapie ist unverzichtbar in der Behandlung der Magersucht. Der Therapeut ist dabei Motivator, Stütze, Vertrauter.

Seinen Körper akzeptieren

Sixpack oder Model-Maße: unrealistisch! Den eigenen Körper zu akzeptieren, ist ein wichtiger Schritt raus aus der Magersucht.

Magersucht. Qualität

Geht es den Patienten spürbar und messbar besser? Daran wollen wir uns als Schön Klinik messen lassen.

Spezialisierte Kliniken

Sechs Schön Kliniken, von Schleswig-Holstein bis Bayern, haben sich auf die Behandlung von Magersucht spezialisert.

Fachliche Betreuung

Cuntz

Der Beitrag wird betreut durch

PD Dr.med. habil. Dipl. Psych. Ulrich Cuntz


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