Magersucht (Anorexia Nervosa ). Folgen
Abbau von Muskelmasse & Fettreserven.
Am Anfang einer Magersucht holt sich der Körper seine Energie zuerst aus der Muskelmasse. Dadurch wird der Energieverbrauch gesenkt, denn Muskeln verbrauchen auch in Ruhe noch eine Menge Energie. Außerdem will der Körper durch einen geschrumpften Muskelanteil verhindern, dass der Magersüchtige unnötig aktiv wird, denn er würde nur noch mehr Energie verbrauchen. Es bleibt nur die Grundmasse an Muskulatur übrig, die der Körper benötigt.
Erst wenn keine Muskelmasse da ist, die abgebaut werden kann, greift der Körper die Fettreserven an. Sind auch diese aufgebraucht, wendet sich der Körper in der Endphase den Knorpeln zu, z.B. an Nase und Augenhöhle. Daher sehen Magersüchtige häufig schon totengleich aus, weil Nase und Augenhöhlen durch den Abbau leicht eingefallen sind.
Herz-Rhythmus-Störungen.
Diäten, Abführmittel und harntreibende Medikamente führen zu einem Mangel an den lebensnotwendigen Elektrolyten wie Kochsalz, Magnesium und Kalium. Es kommt dabei auch zu einer Verschiebung des Säuregehalts im Blut. Das führt dazu, dass die Nieren und andere Organe bei der Regulation der Elektrolytkonzentration und dem Säure-Basen-Haushalt im Blut überfordert sind. Schwankungen können nicht mehr ausgeglichen werden und es entsteht eine Kombination aus Kaliummangel und Säuremangel, die zu schweren Herz-Rhythmusstörungen führen. Der Mangel an Magnesium führt zudem zu Muskelkrämpfen.
Nierenschäden.
Ein lang anhaltender Elektrolytmangel führt zu einer Schädigung der Nieren. Die Niere kann nicht mehr richtig arbeiten. Sie lässt Wasser im Gewebe einlagern, um den Elektrolytmangel zu kompensieren. Ein Kaliummangel lässt das Nierengewebe schrumpfen. Die Folge ist eine chronische Niereninsuffizienz. Wird außerdem zu wenig Flüssigkeit aufgenommen, steigt der Harnsäurespiegel an und es treten Symptome einer Gichterkrankung auf.
Durchblutungsstörungen. Blutarmut.
Durchblutungsstörungen und damit verbunden das Kältegefühl an Händen und Füßen treten häufig bei Magersüchtigen auf. Zudem kommt es häufig zu einer Blutarmut. Magersüchtige haben einen geringen Anteil an weißen Blutkörperchen im Blut. Dadurch ist die Sauerstoff-Transportkapazität des Blutes stark eingeschränkt und der Körper wird mit Sauerstoff unterversorgt. Das führt zu Ohnmachtsanfällen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und einen allgemeinen Leistungsabfall.
Unfruchtbarkeit.
Bei einer Magersucht kommt es zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus, die die Fruchtbarkeit einschränken. Durch die Unterernährung wird der Körper in eine Art Notzustand versetzt, in dem die noch zur Verfügung stehenden Reserven für die Selbsterhaltung benötigt werden. Funktionen, die nicht dem Überleben dienen, wie z.B. die Fruchtbarkeit, werden daher eingefahren. Hält die Magersucht länger an, kann dies zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit führen.
Magen-Darmbeschwerden. Zahnbeschwerden.
Wird zur Gewichtsreduktion absichtlich Erbrechen herbeigeführt, kann es zu Sodbrennen und Entzündungen der Speiseröhre kommen. Die Entzündungen können zu einem Magengeschwür führen. Im schlimmsten Fall kommt es zu Blutungen und einem Magenwanddurchbruch. Durch häufiges Erbrechen können auch die Zähne von der Magensäure angegriffen werden. Es kommt zu starkem Karies bis hin zum Ausfall der Zähne. Durch die Einnahme von Abführmitteln kann es zu chronischer Verstopfung kommen. Außerdem kommt es durch den Nahrungsmangel zu einem Überschuss an Magensäure, die nun die eigenen Magenwände angreift. Die Folge ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Die frei werdenden Verdauungsenzyme greifen die Drüse an. Der Körper fängt an, sie selber zu verdauen.
Osteoporose.
Bei Magersüchtigen kommt es zu einem Vitamin D-Mangel, der zu schweren Störungen des Knochenstoffwechsels führt. Es kommt dabei entweder zu einer Knochenerweichung, der sogenannten Osteomalazie, oder zu einer Osteoporose. Dann können schon kleine Stürze zu Knochenbrüchen führen.
Depression. Konzentrationslosigkeit.
Eine häufige Folge von Magersucht ist die Depression und eine zunehmende Gereiztheit, die durch einen Mangel an Serotonin verursacht werden. Auch die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit nimmt stark ab.
Magersucht. Symptome
Tägliches Wiegen, exzessiver Sport, häufiges Frieren oder Haarausfall können Hinweise auf eine Magersucht sein.
Symptome
Magersucht. Therapie
Kochen. Essen. Satt sein. Therapieziel ist Normalgewicht. Dafür lernen Magersüchtige für sich selbst zu kochen.
Diagnostik & Therapie