Magersucht (Anorexie). Definition

Was ist Magersucht (Anorexia Nervosa)?

Wenn ich dünn bin, bin ich wer: Gerade heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen werden magersüchtig.

Wenn ich dünn bin, bin ich wer: Gerade heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen werden magersüchtig.

Ganz bewusst auf Nahrung verzichten: Magersucht (Anorexia nervosa) ist eine seelisch bedingte Essstörung, die von strikten Regeln und unbedingter Kontrolle über das eigene Körpergewicht geprägt ist. Für diese Patienten gibt es oft nur schwarz oder weiß, erlaubt oder verboten. Jedes Lebensmittel fällt in eine Bewertungskategorie. Butter? Verboten. Zucker? Nicht erlaubt. Wasser? In Ordnung.

Nach außen hin sichtbar ist der bewusst herbeigeführte Gewichtsverlust. Betroffene hungern auch dann noch, wenn ihnen als Folge der Mangelernährung die Haare ausfallen oder schon alle Knochen zu sehen sind. Durch ein verzerrtes Körperbewusstsein fühlen sie sich trotzdem noch zu dick. Figur und Gewichthaben aber einen übermäßig hohen Einfluss auf ihr Selbstwertgefühl – so ist die Angst vor einer Gewichtszunahme groß. Jedes Gramm mehr bedeutet weniger geschätzt und geachtet zu werden.

Wer ist am häufigsten betroffen?

Am häufigsten tritt eine Magersucht oder Anorexie bei heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen auf. Sie versuchen während des Erwachsenwerdens, in Zeiten des Umbruchs, noch in einem Punkt die Kontrolle zu behalten: ihrem Körpergewicht. Heranwachsende Jungen und junge Männer können aus diesem Grund natürlich ebenfalls magersüchtig werden. Viele Patienten haben ein niedriges Selbstwertgefühl und glauben mit Hilfe des Schlankseins oder ihrer Willensstärke die gewünschte Anerkennung zu bekommen.

Was gibt es für Phasen bzw. Formen der Magersucht?

Etwa 50% der Betroffenen  halten ausschließlich Diät, Fasten oder treiben viel Sport, um ihr Gewicht zu reduzieren. Diese Art der Magersucht ist als restriktiver Typ definiert.

 Bei anderen Patienten entwickelt sich aus der Magersucht eine Bulimie oder wechseln sich Phasen der Magersucht mit Phasen einer Bulimie ab (Binge-Eating oder Purging-Typ). Betroffene fangen auf einmal wieder an zu essen, teilweise unkontrolliert und in großen Mengen. Um trotz Eßanfällen schlank zu bleiben, erbrechen sie sich anschließend. Auch Abführmittel, Entwässerungsmittel oder Klistiere werden zu Hilfe genommen.

Eine andere Form ist die Orthorexie. Betroffene fixieren sich derart auf gesundes Essen, dass am Ende nur noch wenige Lebensmittel übrig bleiben, die sie als "essbar" bezeichnen. Die Folgen sind Mangelerscheinungen und extremer Gewichtsverlust.

Orthorexie. Besessen von gesunder Ernährung

Eingekauft wird im Bioladen oder Bauernhof. Orthorexie-Betroffene sind zwanghaft fixiert auf gesundes Essen. Entsprechend mager kann die Mahlzeit manchmal ausfallen.

Magersucht. Symptome

Tägliches Wiegen, exzessiver Sport, häufiges Frieren oder Haarausfall können Hinweise auf eine Magersucht sein.

Magersucht. Ursachen

Falsche Schönheitsideale, der Wunsch nach Anerkennung, die Faszination an Kontrolle: Magersucht hat viele Gründe.

Fachliche Betreuung

Cuntz

Der Beitrag wird betreut durch

PD Dr.med. habil. Dipl. Psych. Ulrich Cuntz


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