Der Hunger nach mehr und der Ekel vor sich selbst.
Auf der einen Seite ist er da: der unbändige Heißhunger. Das Verlangen nach mehr. Viel mehr! Essen müssen – wie im Rausch. Auf der anderen Seite kommt dann sie: die große Angst vor mehr Gewicht. Die Panik, dick zu werden. Das schlechte Gewissen. Der Ekel vor sich selbst. Bulimiker kämpfen gegen zwei Extreme.
Bulimie ist eine seelisch bedingte Essstörung. Es sind die bekannten Engelchen und Teufelchen, die auf der rechten und linken Schulter sitzen: Der eine sagt: Iss! Wenn du isst, bist du nicht mehr traurig. Dann geht es dir gut. Der andere sagt: Igitt! Du darfst nicht essen. Dann wirst du dick und keiner kann dich mehr leiden. Dann geht es dir schlecht.
Stress und Ärger aufessen. So fängt es häufig an.
Hunger und Angst: Wer unter Bulimie leidet, möchte essen, aber nicht zunehmen. So erbrechen Betroffene häufig ihre Mahlzeiten oder greifen zu Abführmitteln.
Äußerlich ist eine Bulimie oft nicht so sichtbar wie andere Essstörungen wie zum Beispiel Magersucht oder Binge Eating. Viele Bulimiker sind normalgewichtig. Am Anfang steht häufig eine Diät, Sättigungsgefühl und natürlicher Hunger sind weitestgehend ausgeschaltet. Oder es beginnt mit der Strategie: Wenn ich traurig bin, dann esse ich.
Die Nebenwirkung: mehr Gewicht. In einer Heißhungerattacke können bis zu 20.000 Kalorien konsumiert werden. Zum Vergleich: Eine ganze Portion Spaghetti mit Tomatensoße hat etwa 550 Kalorien. Als einzigen Ausweg sehen Patienten dann nur die Möglichkeit, ihre Mahlzeiten zu erbrechen, exzessiv Sport zu treiben, Fastenperioden einzulegen oder Abführmittel zu schlucken.
Wir unterstützen Patienten mit Bulimie dabei, Engelchen und Teufelchen zu verjagen. Unser Therapiekonzept beinhaltet unterschiedliche therapeutische Maßnahmen, verbunden mit kontinuierlicher medizinischer und psychischer Betreuung. Bulimiker lernen, wie groß „normale Portionen“ sind, dass es wichtig ist, satt zu sein und wie sich Stress bewältigen lässt.