Adipositas-Chirurgie. Therapie durch Operation

Die Operation erfolgt in der Regel nach sorgfältiger und gemeinsamer Abwägung der Alternativen.

Waren konventionelle Therapien nicht erfolgreich, sollte eine Magen-OP in Betracht gezogen werden.

Waren konventionelle Therapien nicht erfolgreich, sollte eine Magen-OP in Betracht gezogen werden.

Ob eine Operation durchgeführt wird, entscheidet ein Adipositas-Chirurg, üblicherweise in enger Absprache mit Hausarzt und Fachärzten.

In der Regel wird auch ein in der Problematik erfahrener Psychosomatiker oder Psychiater mit in die Voruntersuchungen einbezogen. Dieser untersucht, ob neben dem Übergewicht ggf. vorliegende seelische Beeinträchtigungen oder Erkrankungen einschließlich Essstörungen den Erfolg eines operativen Vorgehens gefährden können und gibt eine entsprechende Behandlungsempfehlung.

 

Die OP-Methoden unterscheiden sich deutlich voneinander.

Die heute zur Anwendung kommenden operativen Verfahren reichen vom verstellbaren Magenband über den sogenannten „Schlauchmagen“ bis hin zu einem sogenannten Magenbypass. Meist werden diese Verfahren mit der sogenannten „Schlüssellochtechnik“ durchgeführt. Welches operative Verfahren zur Anwendung kommt, entscheidet der Chirurg. Die Verfahren unterscheiden sich deutlich. Dies gilt für die Wirkungsweise, für den Umfang der möglichen Gewichtsabnahme (30-80% des Übergewichts), die Risiken und die Langzeit-Auswirkungen. Insofern ist auch eine intensive Aufklärung des Patienten über das Operationsverfahren, seine Langzeitfolgen wie auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Chirurgen vorgeschrieben.

 

Adipositas. Operative Maßnahmen im Überblick

Operation - Tipps zur richtigen Entscheidung.

Wann sollte eine Operation in Betracht gezogen werden?

Adipositas mit einem BMI über 40 geht häufig mit körperlichen Erkrankungen, wie z.B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Schlafapnoe, Erkrankungen des Bewegungsapparates etc. einher. Auch seelische Erkrankungen, wie z.B. Depressionen oder Angsterkrankungen kommen häufig vor. Die Betroffenen sind oft massiv in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. 

Übliche Fragestellungen vor einer Operationsentscheidung...

  • Sind Sie seit vielen Jahren deutlich übergewichtig und haben zahllose Diäten und andere Versuche hinter sich, Ihr Gewicht zu vermindern?
  • Sie haben bereits Krankheiten, die auf das Übergewicht zurückzuführen sind oder fürchten, an solchen zu erkranken?
  • Sie sind es leid, sozial ausgegrenzt zu werden?
  • Sie suchen unbedingt nach einer Möglichkeit, Ihr Gewicht zu vermindern - vor allem dauerhaft?

Dann denken Sie vermutlich schon eine ganze Weile darüber nach, ob Ihnen eine Adipositas-Operation helfen kann. Eine solche Operation sollten Sie nur in Betracht ziehen, wenn Sie trotz ernsthafter und längerfristiger Versuche Ihr Gewicht nicht verringern können oder Sie immer wieder stark zunehmen. 

Waren konservative Maßnahmen zur Gewichtsreduktion nicht erfolgreich, sollte man auch chirurgische Verfahren in die weitere Behandlungsplanung mit einbeziehen. 

 

Methode: Magenbypass.

Der Arzt teilt den Magen. Es entstehen eine kleine Magentasche und ein größerer, funktionstüchtiger Restmagen. Die Magentasche ist schnell gefüllt, da sie nur wenig Nahrung aufnehmen kann. Die Patienten fühlen sich schneller gesättigt und bleiben auch länger satt. Der Dünndarm wird zusätzlich umgeleitet. Nahrung und Verdauungssäfte vermischen sich erst im mittleren Dünndarm. Das führt zu einer geringeren Kalorienaufnahme. Durch den Bypass kann ein größerer Gewichtsverlust herbeigeführt werden, als z.B. durch das Magenband. Allerdings erfordert dieses Verfahren eine lebenslange Ergänzung mit Vitaminen. Zudem kann eine Magenspiegelung nicht mehr durchgeführt werden.

 

Methode: Schlauchmagen.

Hier wird ein großer Teil des Magens entfernt. Es bleibt nur ein schlauchförmiger Restmagen übrig. Die Patienten können nur noch geringe Nahrungsmengen aufnehmen und fühlen sich schneller gesättigt. Der normale Verdauungsprozess bleibt aber unberührt. Bei der OP wird genau der Teil des Magens entfernt, der für die Produktion des Hormons Ghrelin zuständig ist. Dieses Hormon löst ein Hungergefühl aus. Die Patienten haben seltener Heißhungerattacken und verspüren weniger Hunger. Seltene Komplikationen sind z.B. undichte Nahtstellen.

 

Methode: Verstellbares Magenband.

Ein verstellbares Magenband wird um den oberen Teil des Magens gelegt. Das Band besteht aus Silikon und übt einen geringen Druck aus. Isst man, sammelt sich die Nahrung zuerst im oberen Teil und gelangt langsam in den unteren Teil des Magens. Dadurch, dass die obere Magentasche so klein ist, füllt sie sich schnell und signalisiert dem Gehirn, dass der Magen voll ist. Man fühlt sich schneller und für längere Zeit gesättigt und man isst insgesamt weniger. Das Magenband kann über einen Zugang, der unter die Haut implantiert wird, verstellt werden. Dabei wird Kochsalzlösung eingeführt, wodurch sich das Füllvolumen ändert und das Band kann enger bzw. weiter gestellt werden.

Die Patienten müssen ihre Ernährung umstellen und lernen, mit dem neuen Sättigungsgefühl umzugehen. Durchschnittlich verlieren die Patienten 50% ihres Übergewichts. Das Magenband kann individuell auf jeden Patienten eingestellt werden und bleibt in der Regel ein Leben lang im Körper. Es kann aber jederzeit wieder entfernt werden. Selten treten Komplikationen auf wie das Durchrutschen des Magens durch das Band, ein Verrutschen des Bandes oder eine Magendurchbohrung.

 

Nach einer OP reduziert sich das gefährliche Übergewicht.

Gegenüber konservativen Behandlungsmaßnahmen haben sich die chirurgischen Verfahren in Langzeituntersuchungen als deutlich überlegen erwiesen. Allerdings muss man anmerken, dass nur die wenigsten Patienten normalgewichtig werden; die meisten bleiben übergewichtig, jedoch auf einem niedrigeren Niveau als vor der Operation. Dies ist meist mit einem Gewinn an Lebensqualität und einer Besserung der Folgeerkrankungen verbunden.

Das Essverhalten nach einem operativen Vorgehen entspricht nicht mehr einem „normalen Essverhalten“. Häufig bilden sich neue „Essrituale“ aus, die z.T. sinnvoll, z.T. aber auch schädlich sein können und im Rahmen der Langzeitbetreuung ggf. auch psychotherapeutisch/psychosomatisch mitbehandelt werden müssen.

Eine Adipositas-Operation ist kein Zauberwerk, aber Sie können damit rechnen, den größten Gewichtsverlust innerhalb der ersten 12-18 Monate zu erreichen. Mitunter dauert es auch länger und wir helfen Ihnen dann, in dieser Zeit den Antrieb für die notwendigen Veränderungen Ihrer Lebensgewohnheiten zu behalten.

Im Durchschnitt verlieren Patienten nach einer Adipositas-Operation:

  • Magenband ca. 40% Übergewicht
  • Schlauchmagen ca. 40-50 % Übergewicht
  • Magenbypass ca. 50-60 % Übergewicht

Diese Ergebnisse hängen weitgehend vom Ausmaß Ihrer Lebensstiländerung ab.

 

Eine Adipositas-OP alleine ist nicht die Lösung.

Die chirurgische Adipositas-Behandlung ist ein wichtiger Baustein in der Behandlung der gesundheitsgefährdenden Adipositas. Sie ist aber nicht in der Lage, als einzige Maßnahme alle mit dem Übergewicht verknüpften Probleme körperlicher wie seelischer Art zu lösen. 

Viele Patienten nehmen nach 2-5 Jahren wieder etwas Gewicht zu, manche aber sogar alles verlorene Gewicht. Eine Adipositas-Operation ist also keine Garantie, sondern sehen Sie sie eher als ein sehr überzeugendes Werkzeug zur Gewichtsabnahme. Sie ist immer abhängig vom Ausmaß der eigenen Bereitschaft zu deutlich und langfristig veränderten Lebensgewohnheiten.
Mit einer langjährigen Nachsorge, weiterer Ernährungstherapie und einem Sportangebot reichen wir Ihnen dazu helfende Hände.

Die Durchführung Adipositas-chirurgischer Maßnahmen bedarf zudem der ausdrücklichen Zustimmung der Krankenkassen bzw. Krankenversicherung.

* Grafiken copyright © Dr. Beate Herbig

 

Adipositas. Fragen, FAQ

Hier finden Sie antworten zu den wichtigsten Fragen rund um Adipositas.

FAQ zur Adipositas-Operation

 

Was gegen eine Adipositas-Operation spricht.

Eine Operation sollte nicht durchgeführt werden, wenn diese Kriterien zutreffen

  • Chaotische Lebensführung, keine Motivation
  • Dauerhafte Medizinische Versorgung nicht gesichert
  • Schwere Essstörung wie z.B. Bulimia nervosa
  • Schwere seelische Störungen wie Psychosen, unbehandelte Suchterkrankungen, emotional instabile (Borderline-) Persönlichkeitsstörungen, fraglich auch Impulskontrollstörungen
 

Schön Klinik Hamburg Eilbek. Adipositas-Chirurgie

Wir sind spezialisiert auf die Adipositas-Chirurgie z.B. durch Magenband, Magenbypass, Verkleinerung und andere Methoden.

 

Schön Klinik Nürnberg Fürth. Adipositas-Chirurgie

Chronisches Übergewicht behandeln wir in unserem Adipositaszentrum konservativ und operativ.