Zwangsstörungen. Symptome
Welche Beschwerden treten auf?
Zwangserkrankte verspüren einen starken inneren Drang, Dinge zu denken oder zu tun, die sie eigentlich für unsinnig oder übertrieben halten. Der Versuch sich gegen diesen Drang zu wehren, gelingt meist nicht oder führt sogar zu einer Zunahme der Gedanken und Impulse. Belastende Gedanken, befürchtete Katastrophen drängen sich immer wieder ins Bewusstsein und lösen massive Unruhe und Anspannung oder gar Ekel aus. Obwohl der Verstand weiß, dass die Gedanken und Befürchtungen unsinnig oder übertrieben sind, lässt sich das unangenehme Gefühl mit dem Verstand nicht beruhigen. Der Organismus befindet sich in einer Art falschem Daueralarm. Dieser falsche Daueralarm lässt sich nicht einfach abstellen. Nur durch ritualisiertes Gegensteuern mit Zwangshandlungen oder Gegengedanken kann das Bedrohungsgefühl reduziert werden. Dies kann mitunter bis zu Stunden dauern und den gesamten Tagesablauf beeinträchtigen.
Die Betroffenen schämen sich für ihre Handlungen.
Für Außenstehende ist nur schwer nachvollziehbar, dass die Betroffenen ihre unsinnigen Handlungen nicht einfach beenden können. Die Einsicht in die eigene Unsinnigkeit der Gedanken und Handlungen ist häufig mit Scham verbunden. Dies führt dazu, dass viele Betroffene versuchen, ihre Symptome vor Bekannten und Freunden, ja sogar vor Familienangehörigen zu verbergen.
Symptome aller Zwangsstörungen.
Alle Zwänge haben eine Bedrohungs- und eine Abwehrseite. Ein als unkontrollierbar erlebter Gedanke signalisiert Bedrohung: z. B. „Wenn Du nicht noch einmal kontrollierst, passiert etwas Schlimmes“. Dieser Gedanke wird durch die Zwangshandlung z. B. den Herd kontrollieren, abgewehrt. Auch wenn der Betroffene sieht, dass er kontrolliert, stellt sich das Gefühl der Sicherheit nicht ein. Das tückische bei einer Zwangserkrankung ist, dass sich die Befürchtungen mit einer einmaligen Kontrolle nicht besänftigen lassen. Wahrnehmung, Verstand und Gefühl passen nicht zusammen. Es braucht mehrmalige zeitraubende Kontrollen und Hilfsrituale oder Rückversicherungen, bis sich eine Beruhigung einstellt. Dies führt naturgemäß zu einer starken Verunsicherung bei den Betroffenen.
Symptome von Wasch- und Kontrollzwängen.
Betroffene mit Kontrollzwängen befürchten z. B. durch Fahrlässigkeit einen Brand auszulösen.
Bei Waschzwängen befürchten die Betroffenen, sich oder andere Menschen durch Berührung mit gefährlichen Substanzen oder Erregern anzustecken oder zu schaden. Manche haben die Vorstellung, unbeabsichtigt mit ekelerregenden Substanzen in Berührung gekommen zu sein und diesen Ekel nicht mehr loszuwerden. Sie fühlen sich regelrecht verseucht. Die durch die unangenehmen Vorstellungen verursachten Angst und Ekelgefühle können nur durch umfangreiche Putz oder Reinigungsrituale gemindert werden. Menschen, die an Kontrollzwängen leiden, haben ständig selbst verschuldete Katastrophen vor Augen. Sie befürchten durch Fahrlässigkeit einen Brand, eine Überschwemmung oder einen Einbruch verursacht zu haben. Andere haben den Gedanken, ohne es zu merken, einen Menschen überfahren zu haben und kontrollieren durch mehrmaliges Abfahren der Fahrstrecke oder durch Anrufe bei der Polizei.
Symptome anderer Zwangsstörungen.
Manche Menschen werden von ihren Zwangsbefürchtungen dazu getrieben, magische Rituale oder Regeln einzuhalten, um Unglück von Angehörigen abzuwenden. Sie müssen Dinge in einer ganz bestimmten Reihenfolge und in einer vorgegebenen Häufigkeit tun, dürfen nicht auf Fugen treten oder sich nur nach bestimmten Regeln bewegen. Andere entwickeln Frage- und Wiederholungszwänge, denn nur so stellt sich ein Gefühl ein, dass alles in Ordnung ist.
Weitere Symptome bei einer Zwangsstörung
Eine Zwangsstörung tritt meist mit anderen Störungen auf wie z.B.
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Depression
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Panikstörung
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soziale Phobie
80% der Betroffenen weisen depressive Symptome auf, die aber häufig nicht auf eine Volldiagnose "Depression" zutreffen. Persönlichkeitsstörungen können ebenfalls auftreten. Meist sind das die abhängige und die selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung. Bei ungefähr 12% tritt die körperdysmorphe Störung auf.
Zwänge. Ursachen
Verschiedene Risikofaktoren, die zusammentreffen, begünstigen die Entwicklung einer Zwangsstörung.
Ursachen
Zwänge. Diagnostik
Die Diagnose einer Zwangserkrankung wird in einem klinischen Interview gestellt.
Diagnostik