Belastung, Trauma (PTBS). FAQ / Häufige Fragen

Wie viele Menschen erleben während ihres Lebens ein Trauma?

Eine der bekanntesten amerikanischen Studien besagt, dass 60% der Erwachsenen einmal in ihrem Leben eine traumatische Erfahrung im Sinne der oben beschriebenen Traumakriterien machen. Deutsche Studien, die an jungen Erwachsenen durchgeführt worden waren (Alter: 14-24 Jahre), ermittelten bei 25%-27% der Befragten Traumaerfahrungen. Am häufigsten waren dabei Unfälle bzw. Beobachtung von Unfällen und körperliche Gewalt.

Entwickeln alle Menschen, die ein Trauma erleben eine PTBS?

Der Mensch scheint insgesamt über gute Bewältigungs- und Kompensationsmechanismen zu verfügen, so dass nur ein Teil der Betroffenen anhaltende Störungen als Folge eines Traumas entwickelt. Eine PTBS-Symptomatik tritt üblicherweise innerhalb der ersten Monate nach dem Trauma auf, kann aber auch noch viele Jahre nach dem Ereignis erstmals in Erscheinung treten. In den ersten Stunden und Tagen nach einem Trauma herrschen oft psychische Schock- oder akute Belastungsreaktionen vor. Auch eine sich im Anschluss herausbildende PTBS-Symptomatik kann sich in den folgenden Wochen und Monaten zurückbilden. In der oben bereits erwähnten Studie waren nach 4 Jahren die Hälfte und nach zehn Jahren ein Drittel der Betroffenen beschwerdefrei. Man muss allerdings bedenken, dass bis zu 80% der Betroffenen neben der PTBS-Symptomatik zusätzliche andere Störungen wie Depressionen oder Angststörungen ausbilden. Interpersonelle Traumen gehen häufiger mit der Entwicklung einer PTBS einher als Unfälle oder Naturkatastrophen. So entwickeln ca. 55% aller Vergewaltigungsopfer eine Posttraumatische Belastungsstörung, wohingegen nach Unfällen in ca. 8% der Fälle eine PTBS auftritt.

Kann man vorhersagen wer eine PTBS entwickelt?

Es gibt Faktoren, die das Auftreten einer PTBS begünstigen. Je schwerer das Ereignis, gemessen an der Traumadauer, dem Schadensausmaß, dem Verletzungsgrad oder der Anzahl der Toten, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten einer PTBS. Der Zusammenhang zu diesen Ereignisfaktoren ist aber relativ gering, was darauf hinweist, dass zusätzliche psychologische Faktoren eine Rolle spielen. So hat sich gezeigt, dass ein ausgeprägtes Schulderleben sowie ein vermeidender Bewältigungsstil mit Gefühlsvermeidung und exzessiven Grübeln sowie exzessiver Ärger und Wut als begünstigende Faktoren gelten können.

Kann man das Auftreten einer PTBS nach einem Trauma verhindern?

Immer wieder diskutiert worden sind so genannte Debriefing-Programme, die zur Bearbeitung traumatisierender Erfahrungen bei Soldaten und Rettungspersonal entwickelt wurden. Es handelt sich dabei um ein klar strukturiertes und standardisiertes Vorgehen, bei dem die Teilnehmer innerhalb von 24-72 Stunden in der Gruppe mit anderen Betroffenen über ihre Gedanken und Eindrücke sowie die wichtigsten Gefühle und Reaktionen im schlimmsten Moment des Ereignisses berichten sollten. Einige Studien haben inzwischen herausgefunden, dass eine solche Vorgehensweise in der Verhinderung von PTBS- Symptomen nicht wirksam war. Es wurde sogar in einer Studie über eine Zunahme der Symptomatik bei den Teilnehmern berichtet. Wie wirksam letztendlich Frühinterventionen sind, ist nach der bisherigen Datenlage nicht sicher festzustellen. In jedem Fall scheint ein individualisiertes Vorgehen mit der Identifikation von Risikopersonen, durchgeführt von geschultem Personal, erforderlich zu sein.

Gibt es Faktoren, die vor einer PTBS schützen können?

Nachdem man immer wieder Menschen gefunden hat, die selbst schwerwiegende Traumata relativ gut verarbeitet haben, hat man sich in der Traumaforschung schon früh mit der Frage beschäftigt, was Menschen nach traumatischen Erlebnissen gesund hält. Man fand u. a. heraus, dass Menschen, die einen offenen Bewältigungsstil zeigen und mit anderen über das erlebte Trauma sprechen können, eine geringere Belastung aufwiesen. Wenn es zusätzlich gelingt, die Bewältigung des Traumas als Herausforderung zu sehen, für die es sich lohnt zu kämpfen und das Geschehene in einem Sinnzusammenhang zu sehen, scheint dies ebenfalls gesundheitsförderlich zu sein.

Wann sollte man sich in eine Behandlung begeben?

Wenn die oben beschriebenen Symptome so belastend sind, dass deutliche Einschränkungen in der Alltagsbewältigung bestehen oder die Symptome über mehrere Wochen oder Monate anhalten, sollte professioneller Rat gesucht werden.

Trauma, PTBS. Therapie

Die Behandlung durchläuft drei Phasen: Stabilisierung, Konfrontation, Integration.

Spezialisierte Kliniken

Wir haben für Sie Kliniken gelistet, die auf die Behandlung von PTBS spezialisiert sind.

Fachliche Betreuung

Osen

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. med. Bernhard Osen


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