PTBS | Wenn Alpträume den Schlaf rauben...
Alpträume treten bereits im Kindesalter auf.
Alpträume kommen bei rund fünf Prozent der Bevölkerung vor. Bereits in der Kindheit kann diese Form der Schlafstörungen erstmals auftreten; d.h. in der Hälfte aller Fälle vor dem zehnten bzw. bei mehr als zwei Drittel vor dem 20. Lebensjahr. Im Kindesalter stellen Alpträume häufig einen Teil der normalen emotionalen Entwicklung dar und nehmen im Erwachsenenalter ab.
Was ist ein Alptraum?
Betroffene werden in Alpträumen häufig verfolgt.
Dauer und Häufigkeit sowie der Verlauf von Albträumen sind sehr individuell. Man spricht von einem Alptraum, wenn die Betroffenen häufig aus dem Traum erwachen und sich sehr detailliert und lebhaft an diesen erinnern. Inhaltlich werden belastende Gefühle erlebt und Bedrohungen der eigenen Person oder des Selbstwertgefühls wahrgenommen. Oft kommt es nach dem Aufwachen zu körperlichen Reaktionen wie Herzrasen und Schwitzen. Klinisch auffällig sind Alpträume erst dann, wenn diese mehr als zwölf Mal jährlich auftreten, über längere Zeiträume anhalten und mit Beeinträchtigungen und persönlichem Leid im Alltag einhergehen. Alpträume kommen sowohl isoliert als auch im Zuge von körperlichen oder seelischen Störungen vor wie etwa Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörungen und Ängste. Typisch für isolierte Alpträume sind Inhalte wie Verfolgung, der eigene oder der Tod eines anderen Menschen, Fallen, Verletzungen, furchterregende Personen oder Monster.
Betroffene haben Angst vor dem Einschlafen.
Um Alpträume zu verhindern, zögern Betroffene das Einschlafen hinaus.
Im Verlauf von posttraumatischen Belastungsstörungen werden Facetten traumatischer Erfahrungen wiedererlebt, die mit starken Gefühlen und Körperreaktionen einhergehen. Die Betroffenen haben Angst davor, dass die Alpträume wieder auftreten und entwickeln folglich Probleme mit dem Schlaf. In extremen Fällen versuchen die Personen, das Einschlafen hinauszuzögern. Das heißt, sie bleiben möglichst lange wach, um Alpträume zu verhindern. Andere grübeln über das gedanklich Erlebte und können nicht oder erst nach längerer Zeit wieder einschlafen.
Symptomatisch sind Alpträume auch bei körperlichen Erkrankungen in Form von "Fieberträumen" oder nach dem Konsum von zu viel Drogen oder Alkohol.
Durch Alpträume werden Belastungen verarbeitet oder Konflikte ausgedrückt.
Die psychoanalytische Forschung sieht Alpträume als Ausdruck von unbewussten Konfliktspannungen oder den Versuch, belastende Erfahrungen zu bewältigen. Vertreter der kognitiv-behavioralen Theorie sehen in Alpträumen eine Fortsetzung der im wachen Zustand gemachten Erfahrungen mit dem Ziel, die belastenden Ereignisse im Traum zu verarbeiten. Seelische Empfindlichkeit, Ängstlichkeit oder hohe Kreativität können Faktoren sein, die Menschen für Alpträume empfänglich machen. Inwieweit sich das Risiko für Schlafstörungen durch akuten Stress und belastende Lebensereignisse erhöht, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt.
Können Alpträume behandelt werden?
In der Therapie von Alpträumen kommen Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training zum Einsatz. Die kognitive Verhaltenstherapie bietet verschiedene Möglichkeiten einer Behandlung von Alpträumen: So kann einerseits eine Auseinandersetzung mit den Inhalten des Albtraums erfolgen. Die andere Möglichkeit ist, das im Traum Erlebte aufzuschreiben und sich wiederholt damit zu konfrontieren, bis die Angst wieder zurückgegangen ist. Ein weiterentwickelter Ansatz stellt in den Mittelpunkt, dass die Träumenden ihren Traum in gewisser Weise unter Kontrolle haben. So lernen die Betroffenen in der Imagery Rehearsal Therapie, besonders ängstigende Trauminhalte zu beeinflussen und diese in ihrer Vorstellung zu ändern. Anschließend wird wiederholt die Vorstellung des geänderten Traumes geübt. Die Wirksamkeit dieser Therapiemethode ist inzwischen gut belegt.
Trauma, PTBS. Therapie
Die Behandlung durchläuft drei Phasen: Stabilisierung, Konfrontation, Integration.
Therapie
Spezialisierte Kliniken
Wir haben für Sie Kliniken gelistet, die auf die Behandlung von PTBS spezialisiert sind.
Spezialisierte Kliniken
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Dr. Joachim Graul
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