Belastung, Trauma (PTBS).

Traumatische Erlebnisse müssen verarbeitet werden.

Im Laufe des Lebens erleben zahlreiche Menschen traumatische Erfahrungen, die mit erheblicher Angst, Entsetzen oder einem massiven Bedrohungsgefühl einhergehen. Diese außerhalb des alltäglichen Lebens liegenden, häufig mit Gewalt verbundenen Erfahrungen müssen nachträglich in besonderer Weise verarbeitet werden. Vielen Menschen gelingt dies mit Hilfe der Unterstützung von Freunden und Angehörigen, so dass keine weitreichenden seelischen Folgen zurückbleiben.

 

Nicht jeder kann das Ereignis selbst verarbeiten.

Bei einem Teil der Betroffenen entwickeln sich allerdings nachhaltige Probleme mit starken Beeinträchtigungen im seelischen und oft auch im körperlichen Bereich. Diese treten Wochen oder Monate nach dem traumatischen Ereignis auf. Eine typische Reaktion auf traumatischen Stress ist die sogenannte Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die mit starken gesundheitlichen Folgen verbunden ist und oft nur mit professioneller Hilfe ausreichend behandelt werden kann.

 

Belastung, Trauma (PTBS). Informationen von A-Z

Information. Was versteht man unter einem Trauma?

Welche Unterscheidungen gibt es?

Um zu verstehen wie es zu einer Posttraumatischen Störung kommt, muss zunächst erläutert werden, was unter einem Trauma zu verstehen ist. Man unterscheidet zwischen:

 

Außerdem unterscheidet man Traumen nach ihrer Dauer. Kurz andauernde Traumen sind gekennzeichnet durch akute Lebensgefahr und ein plötzliches überraschendes Eintreten eines Ereignisses. Länger andauernde Traumen sind gekennzeichnet durch Serien verschiedener traumatischer Einzelereignisse, deren Vorhersagbarkeit sehr gering ist.

 

Was sind die häufigsten Belastungen?

Zu den menschlich verursachten Traumen gehören vorsätzlich von Menschen herbeigeführte Ereignisse wie sexuelle und körperliche Misshandlungen, kriminelle und familiäre Gewalt oder Kriegserlebnisse. Zu den Naturkatastrophen und Unfällen werden Ereignisse gerechnet wie Erdbeben, Überschwemmungen, Feuer und Verkehrsunfälle oder andere Unfälle. In der Folge können diese Ereignisse (müssen aber nicht) zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung führen.

Etwa 40% der Bevölkerung erleidet einmal im Leben ein traumatisches Erlebnis. Wie häufig sich dann aus einem traumatischen Erlebnis eine PTBS entwickelt, ist abhängig von dem Erlebnis. Vergewaltigungs- und Kriegsopfer erleiden in bis zu 50% der Fälle eine PTBS, bei Opfern anderer Gewaltverbrechen sind es ca. 25% und nach Verkehrsunfällen oder schweren Erkrankungen 15%.

 

Symptome. Anzeichen eines Traumas (PTBS)

Traumatische Ereignisse werden immer wieder durchlebt.

Das Wiedererleben des traumatischen Ereignisses kann sich in unterschiedlicher Form zeigen.

Das Wiedererleben des traumatischen Ereignisses kann sich in unterschiedlicher Form zeigen.

Das Wiedererleben des traumatischen Ereignisses kann sich in unterschiedlicher Form zeigen: Ungewollt wiederkehrende und belastende Erinnerungen, die spontan auftreten oder durch Reize ausgelöst werden, die mit dem Trauma in Verbindung gebracht werden. Manchmal treten aber auch regelrechte Erinnerungsattacken (“flash-backs“) bei den Betroffenen auf, die so realistisch und lebhaft sind, dass das Gefühl entsteht, das Trauma erneut zu durchleben. Oder es tauchen nur Erinnerungsbruchstücke verschiedener Sinnesqualitäten auf, wie Gerüche, Geräusche oder Körperempfindungen, die mit den Vorfällen in keinem Zusammenhang zu stehen scheinen.

 

Orte/ Dinge, die an das Trauma erinnern, werden gemieden.

Vermeidungsverhalten bedeutet, dass Menschen, die das schlimme Ereignis immer wieder erleben, versuchen mit allen Mitteln diese Bilder und Gedanken zu verhindern, was meistens nicht gelingt. Aufgrund der unangenehmen Erinnerungen meiden sie diejenigen Orte oder andere Dinge, die mit dem Trauma in Zusammenhang gebracht werden. So vermeiden beispielsweise Betroffene von Autounfällen, die das Erlebte nicht verarbeiten konnten, die Unfallstelle oder gar selbst Auto zu fahren.

 

Emotionale Taubheit und Übererregung.

Darüber hinaus haben Menschen mit posttraumatischen Störungen das Gefühl, emotional wie betäubt zu sein. Sie möchten nicht mehr mit anderen Menschen zusammen sein und fühlen sich wie fremd unter ihnen. Durch die Senkung der Erregungsschwelle im autonomen Nervensystem kommt es zu Symptomen der Übererregung. Dies äußert sich in einem fortdauernden Bedrohungsgefühl: Sie fühlen sich überwacht und schreckhaft. Der Körper ist in Dauer-Alarmbereitschaft, so als ob in jedem Moment wieder etwas Schlimmes passieren könnte. Damit verbunden sind Schlafstörungen (Einschlaf- und Durchschlafstörungen), Albträume und erhöhte Reizbarkeit.

 

Warnsignale, die auf ein Trauma hindeuten.

  • Körperliche Warnsignale
    • Schlafstörungen
    • Häufige Infekte
  • Emotionale Warnsignale
    • Verringerte emotionale Belastbarkeit
    • Unbestimmte Angst und Nervosität
    • Zynismus
    • Reizbarkeit
  • Weitere Warnsignale
    • Alpträume
    • Sozialer Rückzug
    • Sich selbst vernachlässigen
    • Vermehrter Alkoholkonsum
    • Vermehrter Tablettenkonsum
    • Partnerschafts- und Eheprobleme
    • Vermeidungsverhalten
 

Ursachen. Wie entsteht eine PTBS?

Voraussetzung für die Entstehung einer Posttraumatischen Belastungsstörung ist ein Trauma. Da aber nicht alle Menschen, die ein traumatisches Ereignis erlebt haben, eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, müssen noch andere Faktoren bei der Entstehung beteiligt sein. In der Forschung hat man verschiedene psychologische, biologische und soziale Faktoren ermittelt, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Posttraumatischen Belastungsstörung beteiligt sind. Hier sollen nur einige wichtige Aspekte dargestellt werden, die vor allem auch im Hinblick auf therapeutische Strategien relevant erscheinen.

 

Persönliche Verarbeitungsstrategien.

Psychische Traumatisierungen erschüttern Menschen häufig in zentralen Lebensgrundsätzen, die Themen wie Sicherheit, Vertrauen, Gerechtigkeit und Kontrollierbarkeit betreffen. Dadurch kann ein permanentes Gefühl von Bedrohung und Beschädigung entstehen. Wie ausgeprägt und nachhaltig solche Erschütterungen sind, wird unter anderem auch durch individuelle gedankliche Bewertungsprozesse und Bewältigungsstile bestimmt. Wie viel Schuld sich z. B. jemand selbst an einem Ereignis gibt, auch wenn er kaum Einfluss hatte, hängt von solchen persönlichen Verarbeitungsmerkmalen ab. So können verschiedene Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung durch die Art der Bewältigung beeinflusst werden.

 

Traumagedächtnis.

Man geht aber auch davon aus, dass neurobiologische Faktoren an der Entstehung einer Posttraumatischen Belastungsstörung beteiligt sind. Traumatische Erlebnisse und die damit verbundene Angst und Gefühle, werden in einer Art „Traumagedächtnis“ gespeichert. Der Patient kann sich dabei nicht bewusst erinnern und das Erlebte sprachlich zunächst nicht verarbeiten. Dieses Traumagedächtnis ist aber in der Lage - unter Umgehung des regulären Wort- und Bildgedächtnisses - spontan sehr lebhafte Wiedererinnerungen zu produzieren. Darüber hinaus wurden bei Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung eine Reihe von Veränderungen im Stresshormonsystem und bei verschiedenen Botenstoffen im Gehirn beobachtet, die unter anderem für die Symptome der Übererregung verantwortlich gemacht werden.

 

Einfluss des sozialen Umfeldes.

Außerdem kann die Art, wie Personen im sozialen Umfeld mit der Traumatisierung des Betroffenen umgehen, einen Einfluss auf die Symptomatik haben. So kann sich die soziale Anerkennung und Reaktion in der Familie, im Freundes- und Kollegenkreis, aber auch in der Stadt oder Gemeinde ebenfalls auf die Bewältigung der Traumatisierung auswirken.

 

Wenn Alpträume den Schlaf rauben

In Alpträumen erleben Betroffene traumatische Erlebnisse wieder. Das führt soweit, dass sie Angst haben, sich schlafen zu legen.

Alpträume nach Traumata

 

Traumatisierungen im Beruf

Soldaten, Sanitäter und Polizisten müssen sich bei ihren Einsätzen Extremsituationen stellen, die eine PTBS auslösen können.

Wie hoch ist die Gefährdung?

 

Diagnostik. Therapie

Die Behandlung durchläuft drei Phasen: Stabilisierung, Konfrontation, Integration.

Diagnostik. Therapie

Posttraumatische Belastungsstörung. Qualität

Geht es den Patienten spürbar und messbar besser? Daran wollen wir uns als Schön Klinik messen lassen.

Schön Klinik Qualität

 

Spezialisierte Kliniken

Wir haben für Sie Kliniken gelistet, die auf die Behandlung von PTBS spezialisiert sind.

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